17. Tour-Etappe Landis meldet sich zurück, Klöden verliert Zeit

Floyd Landis ist zurück im Kampf um das Gelbe Trikot: Der US-Amerikaner triumphierte bei der letzten Bergetappe in den Alpen. Andreas Klöden musste im Kampf um den Tour-Sieg einen Rückschlag hinnehmen. Im Gesamtklassement führt weiterhin Oscar Pereiro.


Morzine-Avoriaz - Phonak-Kapitän Landis gewann einen Tag nach seinem schweren Einbruch die letzte Alpenetappe der 93. Tour de France. Der US-Profi setzte sich nach 200,5 Kilometern zwischen Saint-Jean-de-Maurienne und Morzine in den Alpen nach langer Soloflucht durch. "Ich bin heute zurückgekommen, um die Tour doch noch zu gewinnen", sagte Landis im Ziel.

Zweiter mit 5:42 Minuten Rückstand wurde der Spanier Carlos Sastre (CSC). T-Mobile-Profi Klöden landete 7:08 Minuten hinter Landis auf dem achten Platz. "Ich hatte heute nicht die besten Beine. Wäre ich mit Landis mitgegangen, wäre das nach hinten losgegangen. Am Ende wollte ich mich nur ins Ziel retten", sagte Klöden. "Er hat sich tapfer geschlagen", baute der Sportliche Leiter des Team T-Mobile, Mario Kummer, seinen Schützling auf.

Gerolsteiner-Profi Markus Fothen, der mit 9:27 Minuten auf Rang 18 landete, verlor das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers an den Italiener Damiano Cunego (6:40), allerdings nur um wenige Sekunden: "Das kann ich gegen die Uhr wieder wettmachen, ich bin mit mir zufrieden", erklärte der 24-Jährige.

Als Tagessiebter verteidigte der Spanier Pereiro (Illes Balears) das Gelbe Trikot mit zwölf Sekunden vor Sastre. Landis rückte vom elften auf den dritten Rang vor und hat nun 30 Sekunden Rückstand auf den Gesamtführenden. Klöden ist Vierter mit 2:29 Minuten Rückstand auf Pereiro.

In 1024 Meter Höhe verabschiedet sich die Tour-Karawane am Freitag von den Alpen und fährt auf den 197 Kilometern zwischen Morzine und Macon fast ständig bergab.

Die Entscheidung um dem Gesamtsieg fällt aber wohl erst am Samstag beim Zeitfahren am vorletzten Tag über 57 Kilometer zwischen Le Creusot und Montceau-les-Mines. Als bester Zeitfahrer der drei Topplatzierten im Gesamtklassement gilt Landis. "Das wird ein Showdown, wie es ihn lange nicht mehr gegeben hat", sagte CSC-Profi Jens Voigt.

pav/sid



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