Hamburg - Der ehemalige Fifa-Präsident João Havelange ist als Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zurückgetreten. Seine Entscheidung gab der 95-Jährige in einem Brief an das IOC bekannt. Der Brasilianer kam mit seinem Rückzug möglichen Sanktionen zuvor, die Thema bei einer Sitzung der IOC-Exekutive am Mittwoch und Donnerstag sein soll.
Havelange soll in den Korruptionsskandal um die Fernsehrechte- Vermarktungsagentur ISL verwickelt sein. Er bestreitet die Vorwürfe. Der Weltfußball-Verband Fifa will noch in diesem Jahr die ISL-Akten öffentlich machen. Havelange war seit 1963 IOC-Mitglied und das letzte mit einer Mitgliedschaft auf Lebenszeit.
BBC: Havelange und Teixeira sollen Millionenzahlungen erhalten haben
Neben Havelange wird von der IOC-Ethikkommission auch gegen den Präsidenten des afrikanischen Fußball-Verbandes, Issa Hayatou und den Chef des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, Lamine Diack, ermittelt. Bei der Sitzung der IOC-Exekutive soll entschieden werden, ob und welche Strafen verhängt werden.
Havelange und sein Ex-Schwiegersohn, Ricardo Teixeira als Chef des brasilianischen Fußball-Verbandes, sollen im Zuge des ISL-Korruptionsskandals nach BBC-Informationen Millionen-Zahlungen von der 2001 insolvent gegangenen Sportvermarktungsagentur erhalten haben. Beide wiesen bisher die Vorwürfe von sich.
Inwieweit ein Rückzug aus dem IOC auch Folgen auf sein Amt als Fifa-Ehrenpräsident hat, ist noch nicht absehbar. Havelange war von 1974 bis 1998 Präsident der Fifa. Ihm folgte Joseph Blatter nach. Nach Havelange wurde das Olympiastadion für die Spiele 2016 in seiner Heimatstadt Rio de Janeiro benannt.
luk/dpa/dapd/sid
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Sport | Twitter | RSS |
| alles zum Thema João Havelange | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH