Als Frau vom Lurch kann man mich ruhig "Frau Lurch" nennen, das macht mir nichts aus. Als Teilnehmerin des Frauenlaufs in Köln kann ich nur sagen: empfehlenswert! Entgegen der impliziten Aussage meines Mannes musste keine Frau in Rosa starten. Warum es trotzdem so viele getan haben, weiß ich nicht.
Ein entscheidender Unterschied zu anderen Laufveranstaltungen war, dass hier niemand mit einem Messer zwischen den Zähnen lief. Es war lustig, entspannt und alle freuten sich, einfach laufen zu können. Jeder Schnelleren wurde sofort Platz gemacht und auch das übliche Geschimpfe oder Geschubse der Überehrgeizigen verdarb hier niemandem den Spaß.
Es gibt ja schließlich auch Menschen wie mich, die nicht in 20 Minuten die fünf Kilometer rennen oder nach drei Stunden im Marathon-Ziel ankommen. Bei "normalen" Rennen führt das dazu, dass ich mir schon die Kehle aus dem Hals gerannt habe - nur um nicht Letzte zu werden! Beim Frauenlauf weißt du dagegen: Nach dir kommen noch welche. Garantiert.
Und eine solch große Frauenmenge erregt Aufsehen: Ein mittelaltes Ehepaar, das uns am Rheinufer entgegenkam, blieb wie angenagelt stehen. Der Mann starrte die Läuferinnen an und sagte zu seiner Frau: "So viele Frauen. SO VIELE FRAUEN! Und die laufen alle... Was machen die hier?" Er war schwer begeistert ob des Anblicks, seine Holde jedoch weit weniger. Und als ich gerade an den beiden vorbei lief, bekam der arme Kerl einen Schlag ins Kreuz und die Frau befahl: "Mann, geh weiter!"
Vielleicht hatte er ja abends einen schönen rosa Traum?
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