Achilles' Ferse Wal-Invasion und Laufband-Lethargie

DPA

2. Teil: Moby Dick im Hallenbad


Gestern abend waren wir im Schwimmbad: Mein Laufpartner und ich wollten während der dunklen Jahreszeit mal ein paar Bahnen schwimmen. Unser kleines Stadtschwimmbad hat ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen. Auf vier Bahnen kämpften gut 50 Schwimmer um ein paar Quadratzentimeter Platz - während auf einer abgesperrten Bahn acht aqua-walkende Pottwale durchs Wasser pflügten.

Achim findet Aqua-Jogging ganz gut, stand mal in einer alten Kolumne, und seit gestern abend war uns klar, warum: Während die Leute Aqua-Jogging machen, können sie nicht mit ihren Stecken den Wald durchpflügen.

Das Kuriose aber: Stecken hatten sie trotzdem dabei. Immer einen, der war rot. Den Zweck des Stocks haben wir genauso wenig erraten wie bei den Nordic-Talkern. Sie haben ihn vor sich her getragen und dabei angestrengt gekeucht. Und uns seriösen Schwimmern dabei eine ganze Bahn weggenommen. Gut, dass Greenpeace nicht da war, sonst hätte ihr Schiff "Rainbow Warrior" auch noch eine Bahn gebraucht, um die Wale zu schützen.

Fast untergegangen vor lachen wären wir, als die Damen meinten, sie machen jetzt "Skipping". Dann sind sie schön im Gänsemarsch die Bahn entlang gepaddelt, wobei sich die vordere immer hat zurückfallen lassen. Wie beim Windschattenfahren auf dem Rad müssen sie sich gefühlt haben, als sie nach drei Minuten am anderen Ende der Bahn angekommen sind. Das tolle dabei war, dass die Damen hinterher alle noch trockene Haare hatten!

Ab nächster Woche gehen wir mittwochs ins Hallenbad.



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