Korruptionsskandal Adidas zieht sich offenbar als Sponsor aus Leichtathletik zurück

Doping, Korruption, Vertuschung: Die Leichtathletik steckt in einer schweren Krise. Das hat nun offenbar Konsequenzen: Laut BBC beendet Adidas sein Sponsoring beim Leichtathletikverband IAAF.

Skandalverband IAAF: Rückschlag jetzt auch durch die Sponsoren
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Skandalverband IAAF: Rückschlag jetzt auch durch die Sponsoren


Der Sportartikelhersteller Adidas beendet einem Bericht der BBC zufolge seine Zusammenarbeit mit dem Leichtathletik-Weltverband. Wie die BBC berichtete, habe das Unternehmen die IAAF darüber informiert, vorzeitig aus dem noch vier Jahre laufenden Sponsoringvertrag aussteigen zu wollen. Damit ziehe Adidas die Konsequenzen aus dem die Leichtathletik derzeit erschütternden Doping- und Korruptionsskandal, wie die BBC schreibt.

Adidas wollte den Bericht auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Man sei "gegen Doping in jeglicher Form", teilte eine Sprecherin des Konzerns mit: "Wir sind deshalb in engem Kontakt mit der IAAF, um mehr über den Reformprozess der IAAF zu erfahren."

Auch der Weltverband ging bisher nicht direkt auf den möglichen Verlust des Sponsors ein. Man sei bei der Einleitung des Reformprozesses "in engem Kontakt mit den Sponsoren und Partnern", lautet die nahezu wortgleiche Mitteilung der IAAF.

Adidas ist einer der wichtigsten Sponsoren des Leichtathletik-Weltverbandes. Laut BBC wurde der Sponsorenvertrag im November 2008 auf elf Jahre geschlossen und hat ein Volumen von umgerechnet 7,4 Millionen Euro jährlich.

Zuletzt war bekanntgeworden, dass der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack unter anderem gegen Geldzahlungen Dopingfälle vertuscht und Athleten erpresst haben soll. Die französische Justiz hat gegen ihn wegen des Verdachts der Geldwäsche und Bestechlichkeit Anklage erhoben. Zuvor hatte eine ARD-Dokumentation systematisches Doping in Russland aufgedeckt. Die russischen Leichtathleten sind deshalb derzeit von den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro ausgeschlossen.

mon/cte/dpa/Reuters

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insgesamt 24 Beiträge
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pb-sonntag 25.01.2016
1. Respekt Adidas
Von Adidas ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Letztlich kann dann nur ein Beenden des Sponsoring von Bayern München folgen. Und sollte sich wirklich herausstellen, dass die WM2006 durch kriminelle Machenschaften gekauft wurde, wäre ein Rückzug auch aus der FIFA, dem DFB denkbar.
frenchie3 25.01.2016
2. DAS, liebe Leute,
wird mehr bewirken als alle bisher eingeführten Maßnähmchen. Und wenn andere Sponsoren mitbekommen daß das zu einer Imagestärkung führt... Ich werde mir zum ersten mal im Leben was von Adidas kaufen.
ein-berliner 25.01.2016
3. ?
Adidas etwa lernfähig oder gegen Nike sowieso schon verloren?
hakmak 25.01.2016
4. eine richtige Entscheidung
beim IAAF ändert sich von alleine nix. Daher müssen sie das im Geldbeutel spüren, dass dieser korrupte Verband nicht mehr unterstützt wird. Dann wird sich da was ändern.
MatthiasPetersbach 25.01.2016
5.
Zitat von frenchie3wird mehr bewirken als alle bisher eingeführten Maßnähmchen. Und wenn andere Sponsoren mitbekommen daß das zu einer Imagestärkung führt... Ich werde mir zum ersten mal im Leben was von Adidas kaufen.
Nun, da müssen die aber noch ein paar andere Sponsoraktionen unterlassen. ich kauf grundsätzlich nix von Firmen (soweit es geht), die Sportveranstaltungen unterstützen - mal abgesehen von Dorffirmen, die der Jugendabteilung ein paar Trikots sponsoren o.ä. Der Sport braucht dieses Geld nicht - im Gegenteil. Ohne dieses Geld gäbe es viele Nichtsleister nicht, die dran mitverdienen - und einige Fehlentwicklungen auch nicht. Und warum soll ich ne Ware teurer bezahlen, nur weil die Firmenleitung beschlossen hat, für ein paar Aufkleber aufm Kragen von Sportlern Millionen rauszuhauen?
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