Turniersieg in Washington Alexander Zverev krönt emotionale Woche

Erst das gewonnene Bruderduell, jetzt der Turniersieg - Für Tennisspieler Alexander Zverev gehen in Washington außergewöhnliche Tage mit einer Wiederholung seines Triumphs aus dem Vorjahr zu Ende.

Alexander Zverev
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Alexander Zverev


Alexander Zverev hat das Hartplatz-Turnier in Washington gegen den Australier Alex De Minaur nach 1:14 Stunden 6:2, 6:4 gewonnen. Zuvor hatte er sich in einem emotionalen Achtelfinal-Duell gegen seinen Bruder Mischa durchgesetzt. Bereits 2017 konnte Zverev das Turnier auf der ATP World Tour für sich entscheiden.

Von Beginn an wollte Zverev den Kräfteverschleiß ausnutzen, dem sein Gegenüber in seinem dramatischen Halbfinale gegen Andrei Rubljow ausgesetzt war. Der 19-jährige Australier erreichte das Finale nach einem 5:7, 7:6 (8:6) und 6:4 - und wirkte bereits in den ersten Ballwechseln im Endspiel angeschlagen. Schnell gelangen Zverev zwei Breaks zum 1:0 und 3:0 und der konzentriert aufschlagende Deutsche brachte den ersten Satz ungefährdet 6:2 nach Hause.

Erfolgsgrundlage Aufschlag

Auch im zweiten Satz bildete die Konstanz beim eigenen Aufschlag die Grundlage für den Erfolg des 21-Jährigen. 90 Prozent aller Ballwechsel konnte Zverev bei eigenem ersten Aufschlag gewinnen - und ein Break genügte, um De Maunier auch diesen Durchgang abzunehmen.

Nachdem Zverev beim Stand von 6:2, 5:3 und 40:15 noch zwei Matchbälle beim Aufschlag seines Konkurrenten nicht nutzen konnte, war es bei Matchball Nummer vier im folgenden eigenen Aufschlagspiel soweit.

Zverevs zweiter Sieg beim Turnier in Washington war gleichzeitig der neunte Sieg der aktuellen Nummer drei der ATP-Weltrangliste auf der World Tour.

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kopi4 06.08.2018
1. Es grüßt das Murmeltier
Wir sind wieder im Vorfeld eines Grand Slam.Zverev schneidet gut ab bei den Vorbereitungen. Bevor es dann losgeht in New York das gewohnte Procedere: Favorit, diesmal muß und wird er auch bei einem großen Turnier glänzen.Mangelnde Einstellung wird er sich dann nach dem Aus in Runde 2 oder 3 nicht nachsagen lassen.Es war zu heiß, das Publikum zu laut, im fünften Satz war er leider etwas platt.
jean-baptiste-perrier 06.08.2018
2. Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft
Nun lasst uns erstmal abwarten was tatsächlich in New York passieren wird! Weltranglistendritter und dieser Turnier-Erfolg in Washington bedeuten eben nicht automatisch dass A. Zverev Top-Favorit auf den US Open Titel ist (dafür ist er mit seinen 21 Jahren immer noch zu grün hinter den Ohren). Erreichen des Viertelfinales sollte der realistische Anspruch sein. Halbfinale wäre ein großer Erfolg (auch immer in Bezug auf Saschas bisherige Probleme bei Grand Slam Turnieren). Wichtig ist, dass Sascha nicht sich selbst schon ins Finale träumt, wenn er die erste Runde glatt gewinnt. Er muss in den Runden 2, 3 und 4 konzentrierter zu Werke gehen als bisher bei seinen Grand Slam Auftritten. Kein Champion kann sich es leisten in der ersten Woche mehrfach über die vollen fünf Sätze zu gehen. Also hoffentlich kann Sascha seine Emotionen besser kontrollieren, um fokussiert zu bleiben. Also bitte nicht ständig dieses affige selbstdarstellerische Faustgeben und Fingerzeigen nach Allerweltspunkten. Na, irgendwann wird er dass schon noch kapieren. Die Frage ist nur, wann? Also ich persönlich sehe Sascha frühestens in zwei Jahren (dann mit 23) ernsthaft um die großen Titel bei Grand Slam Turnieren mitspielen. Sollte er vorher schon mehr erreichen, dann hoffe ich nur, dass er nicht komplett die Bodenhaftung verliert, denn Minderwertigkeitskomplexe sind ja nicht sein Problem, sondern eher die Selbstüberschätzung in Richtung Tennis-Gott.
Beu65 07.08.2018
3. strange
Da ist ein Deutscher Nr.3 der Welt und in D interessiert es niemanden.Nur Fussball alles andere ist weit weit abgeschlagen.Ich schaue beides, aber es ist mir schon oft passiert das ich eher ein Tennismatch zu Ende schaue und Fussball links liegen lasse.Die Spann und Unterhaltung ist beim Tennis oft grösser.
jean-baptiste-perrier 07.08.2018
4. Aufmerksamkeits-Defizit
Tennis und viele andere eigentlich sehr interessante Sportarten haben das "Problem", dass man da als Neuling nicht kurz mal einschalten kann und dann wüsste worum es geht. Z.B. beim Tennis ist es essentiell, dass man zumindest oberflächlich die Spieler der Top 30 (besser Top 50) kennt. Auch die Feinheiten der Regeln muss man sich als neuer Zuschauer regelrecht erarbeiten. Ich selbst hatte Tennis ein paar Jahre aus den Augen verloren und musste mich da auch erst wieder wissensmäßig reinarbeiten. Also Tennis muss man bewusst und konzentriert verfolgen, um es zu genießen. Nur so nebenbei gucken (womöglich Matches mit gänzlich unbekannten Spielern) kann tatsächlich den Eindruck von Langeweile vermitteln. Fußball kann hingegen wunderbar im Hintergrund auf dem TV laufen. Die Leute können nebenbei lesen (analog und digital), stricken oder sich unterhalten, weil auf dem Feld häufig nichts passiert. Fußball stört nicht weiter und ist eben auch kompatibel mit dem immer weiter in Richtung ADHS konditionierten Zuschauer. Deshalb sind die TV-Quoten bei Fußball so hoch, weil man dabei so schön sein Gehirn ausschalten bzw. für andere parallele Tätigkeiten nutzen kann.
worlorn 07.08.2018
5. @jean-baptiste-perrier #4
Stimmt schon, um ein Match gut einschätzen zu können, muss man sich etwas auskennen und noch besser selbst spielen (wie ich es tue). Es hilft auch sehr, die Spieler zu kennen, ihre Stärken und Schwächen, ihre generelle Qualität und aktuelle Form. So fällt man weniger aus allen Wolken, wenn der 150. den 5. packt, aber nicht weil der Letztere Probleme hatte, sondern weil der andere unter den Bedingungen der Bessere war. Aber letztlich ist es im Tennis ganz einfach: Wer gewinnt den Ballwechsel? Das sieht man unmittelbar, Punkt für Punkt. Es reicht aus, die Zählweise zu kennen. Ein Fußballspiel zu verstehen, ist m.E. schwieriger. Es ist geprägt von der Taktik und die lesen zu können, ist nicht so einfach. Die heutige Taktik ist ja gerade der Grund, dass man sich im Mittelfeld gegenseitig blockiert und 70 - 80 Min. nur der Ball herumgeschoben wird. Dass dem Zuschauer dieses Vor-sich-hin-Tröpfeln entgegenkommt, da ist was Wahres dran. Man kann locker nebenbei mal ins Smartphone schauen oder so. Aber ich glaube, der Hauptgrund sind die Medien. Ständig wird Fußball abgenudelt, ständig ist er in den Nachrichten, das Wohl der Nation hängt dran. Dass die Leute dieser Dauerberieselung erliegen, ist nicht verwunderlich. Tennis ist anstrengender, erfordert mehr Konzentration, aber das macht es gerade aus. Dadurch dass es in lauter kleine Matches zerfällt, kommt es ständig zu wichtigen Ballwechseln, die über Spiele, Sätze oder das Match entscheiden oder zumindest vorentscheiden können. Und bevor der letzte Ball nicht ausgespielt ist, ist das Match offen. Die Spannung steigt manchmal so hoch, dass ich kaum mehr zusehen kann, speziell wenn Sascha spielt. Ich bin ein großer Fan von ihm und erst seitdem er ins Blickfeld geraten ist, verfolge ich Tennis wieder intensiv.
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