Tennis in Paris Zverev verhindert frühes French-Open-Aus

Drei Sätze lang sah es so aus, als würde Alexander Zverev gegen Dusan Lajovic seiner schwarzen Grand-Slam-Serie ein weiteres Kapitel hinzufügen. Dann steigerte er sich und unterstrich seinen Status als Mitfavorit.

Alexander Zverev
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Alexander Zverev


Alexander Zverev, die Nummer drei der Tennis-Weltrangliste, ist seit 2015 bei den vier Grand-Slam-Turnieren noch nie über das Achtelfinale hinausgekommen. In der zweiten Runde der French Open fehlte nicht viel, und der Deutsche wäre in Paris erneut frühzeitig ausgeschieden. Gegen Dusan Lajovic, im ATP-Ranking auf Position 60 geführt, lag Zverev 1:2 nach Sätzen zurück und konnte nicht an seine gute Sandplatzform aus den vergangenen Masters-Turnieren in Monte Carlo, Madrid und Rom anknüpfen.

Im vierten Satz steigerte sich Zverev dann aber entscheidend, spielte aggressiver, leistete sich weniger Fehler und am Ende gewann der Hoffnungsträger des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) 2:6, 7:5, 4:6, 6:1, 6:2. In der dritten Runde trifft Zverev auf Damir Dzumhur (Bosnien und Herzegowina).

Zverev hatte einen krassen Fehlstart hingelegt und den ersten Satz deutlich verloren. Auch danach fand der dreimalige Masters-Sieger nicht ins Spiel und zerstörte zu Beginn des zweiten Durchgangs aus Wut einen Schläger. Zverev leistete sich insgesamt 53 leichte Fehler und schlug nur vier Winner mehr als sein Gegner. Lajovic, der zuletzt in Madrid und Lyon gute Sandplatzform bewiesen hatte, spielte phasenweise groß auf und machte drei Sätze lang nur wenige Fehler.

Zverev ist der erste von insgesamt acht in Paris gestarteten Deutschen in Runde drei. Am Donnerstag könnten ihm sein Bruder Mischa, Jan-Lennard Struff und Maximilian Marterer folgen. Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, Oscar Otte und Peter Gojowczyk waren schon in der ersten Runde ausgeschieden.

Djokovic kämpft sich durch

Novak Djokovic steht ebenfalls in der dritten Runde. Der Sieger von 2016 setzte sich gegen den Spanier Jaume Munar 7:6 (7:1), 6:4, 6:4 durch. Allerdings benötigte der 30-Jährige für seinen zweiten Erfolg 2:18 Stunden und kassierte dabei drei Breaks. Djokovic, der in der Vorwoche erstmals seit zwölf Jahren aus den Top 20 der Weltrangliste gefallen war, befreit sich derzeit langsam aus seiner anhaltenden Formkrise.

Beim Masters in Rom hatte Djokovic unmittelbar vor Turnierbeginn erstmals in dieser Saison ein Halbfinale erreicht. Dort war er an Rafael Nadal gescheitert, der anschließend auch das Finale gegen Zverev für sich entschieden hatte.

krä/sid

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kopi4 30.05.2018
1.
Drei Sätze hatte ich den Eindruck, Eurosport überträgt Zverevs erste Runde von 2017. Verlorener erster Satz, Comeback im zweiten, den dritten wieder verloren. Das er,anders als gegen Verdasco 2017, nochmal die Wende schaffte kann man als positive Entwicklung sehen.Das Lajovic ab dem 4.Satz körperliche Probleme bekam spielte aber wohl die größere Rolle.
jean-baptiste-perrier 30.05.2018
2. A propos körperliche Probleme
Er hat sich durchgekämpft und am Ende dann stark dominiert. Schön und gut. Bloß als Weltranglistendritter (inklusive beachtlicher Erfolge auf Sand) ist so ein Fünfsatz-Marathon gegen einen mittelklassigen Gegner bereits in der zweiten Runde natürlich ein Schuss ins eigene Knie. Hoffentlich tut er sich in den nächsten Runden leichter, sonst ist der Akku leer, wenn es gegen die richtig guten Gegner geht. Runde überstanden! Ansonsten im Hinblick auf die zweite Woche war das wieder ein Rückschritt! Alles bezogen auf Sascha Zverevs eigene Ambitionen bereits jetzt auch schon um Grand Slam Titel mitspielen zu können.
Rebierhcs 31.05.2018
3. Hoffnung?!
Ein mittelmäßiger Gegner der volles Risiko geht und "Alles oder nichts" spielt sowie dabei auch noch das Meiste trifft ist immer gefährlich, wenn der Favorit nicht seinen besten Tag hat. Lajovic hat sich dabei aber so ausgepowert und all sein Glück aufgebraucht, dass Satz 4 und 5 dann das reale Kräfteverhältnis spiegelte. Gut ist, dass Zverev sich durchgebissen hat, dies hat er bei GS bislang nicht so oft gezeigt. Ist aber auch nicht weiter schlimm, da das bei Best of 5 nur die allerbesten schon früh in der Karriere hinkriegen. In jungen Jahren fehlt die Grundlagenausdauer um das mental zu überstehen. Insofern könnte Zverev nun einen Schritt weiter sein. Das war ein Warnschuss, genauso wie Nadal ihn erhalten hat...geschenkt kriegen beide nix, sie müssen absolut fokusiert bleiben.
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