Kartellrechtsverfahren DOSB-Präsident Hörmann zieht Einspruch gegen Bußgeld zurück

Alfons Hörmann entgeht dem Gerichtsverfahren wegen illegaler Preisabsprachen. Der DOSB-Präsident hat seinen Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid zurückgezogen und zahlt nun 150.000 Euro plus Zinsen.

DOSB-Präsident Hörmann: 150.000 Euro
DPA

DOSB-Präsident Hörmann: 150.000 Euro


Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, hat seinen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid des Bundeskartellamtes zurückgezogen. Damit entgeht der 54-Jährige einem Gerichtsprozess, der am kommenden Montag beginnt. "Die zwischenzeitlichen Entwicklungen haben es für mich nun richtig erscheinen lassen, den Einspruch gegen den mich betreffenden Bußgeldbescheid zurückzunehmen", schrieb Hörmann in einem Brief an die DOSB-Mitglieder.

Er sei "erleichtert, dass das Verfahren damit für mich beendet ist, andererseits geht mir damit die Chance verloren, die damaligen Vorgänge unter meiner Mitwirkung gerichtlich klären zu lassen, was ich bedaure". Mit der außergerichtlichen Lösung könne er sich "nun weiter voll auf die Arbeit im DOSB und damit auf die Entwicklung der Olympiabewerbung konzentrieren", sagte Hörmann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Als Grund für den Rückzug des Einspruchs gab er an, dass es einen DOSB-Präsidenten vor Gericht nicht geben werde.

Das Bundeskartellamt hatte 2008 Bußgelder in Höhe von 150.000 Euro gegen Hörmann und 66 Millionen Euro gegen die Firma Creaton AG verhängt, deren Vorstandsvorsitzender Hörmann damals war. Dagegen hatte Hörmann zunächst Einspruch erhoben und die Vorwürfe stets bestritten. Nun wird er die Summe sowie rund 75.000 Euro Zinsen zahlen.

"Ich bleibe dabei, dass es keine Kartellabsprache im eigentliche Sinne gegeben hat. Ich habe mich wohl im Grenzbereich bewegt und muss bei selbstkritischer Betrachtung einen Fehler eingestehen", so Hörmann.

max/dpa/sid



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