Hamburg - Nach 100 Metern trennte sie weniger als ein Millimeter: Bei den US-Trials kamen die beiden Läuferinnen Allyson Felix und Jeneba Tarmoh im Sprintfinale zeitgleich ins Ziel. Auch nach mehreren Auswertungen des Zielfotos konnten die Kampfrichter nicht ausmachen, welche der beiden Sprinterinnen auf dem dritten Platz landete und damit den letzten Olympiastartplatz in dieser Disziplin ergatterte. Zwischenzeitlich stand selbst ein Münzwurf als letztes Mittel zur Entscheidungsfindung im Raum. Das ist nun vom Tisch: Stattdessen soll ein Ausscheidungsrennen zwischen Felix und Tarmoh am Montagnachmittag (Ortszeit) die Entscheidung bringen.
Tarmoh, die zunächst mit einem Vorsprung von 0,0001 Sekunden zur Drittplatzierten gekürt worden war, ist gar nicht glücklich über die Entscheidung: "Tief in meinem Herzen spüre ich, dass ich den dritten Platz verdient hatte. Ich fühle mich fast, als hätte man mich bestohlen," sagte sie. Der US-Leichtathletikverband habe sie gezwungen, dem Entscheidungslauf zuzustimmen. Andernfalls hätte sie Felix ihren Startplatz kampflos überlassen. Ihre Konkurrentin und Trainingspartnerin sagte: "Es ist, wie es ist. Ich denke, wir fühlen uns beide nicht toll damit."
Felix, die bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften seit 2004 insgesamt neun Goldmedaillen gewonnen hat, bewies am Wochenende ihre glänzende Form. In 21,69 Sekunden lief sie bei den Trials über 200 Meter die schnellste Zeit seit 14 Jahren.
Auch ihre Gegnerin Tarmoh wird in jedem Fall an den Spielen in London teilnehmen. Sie gehört zum 4x100-Meter-Staffel-Team der USA.
syd/Reuters/AP
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