+++ America's Cup live +++ So läuft das Rennen zwischen den USA und Neuseeland

Vor der Küste Bermudas kämpfen Titelverteidiger Oracle (USA) und Neuseeland um den 35. America's Cup. Es ist die Neuauflage des Finals von 2013. Verfolgen Sie die ersten Rennen im Livestream und High-Liveticker.


Für morgen wird stärkerer Wind erwartet. Es kann also spannend werden. Natürlich berichten wir auch live von den Matches 3 und 4. Ich melde mich am Sonntag um 19:00 Uhr wieder an dieser Stelle. Für heute danke ich für das Interesse und die Aufmerksamkeit und wünsche noch einen schönen Abend!
Heavier wind tomorrow. #DontGetExcitedYet #Remember2013 #AmericasCup t.co/lT0KcMRGNg
Jimmy Spithill und Team Oracle haben vor den nächsten beiden Rennen morgen viel zu tun. In der Analyse muss sich der Titelverteidiger vor allem fragen, warum Team Neuseeland so viel schneller unterwegs war. (Foto: AFP)
 
Die Zahlen zum zweiten Match zeigen vor allem die Geschwindigkeitsvorteile der Neuseeländer. (Quelle: americascup.com)
 
Light air favouring @EmiratesTeamNZ, who are heading towards a 1-0 lead at the end of race day 1 #AmericasCup t.co/XPHLinCMXZ
Das war eine echte Machtdemonstration von Peter Burling und seinem Team Neuseeland! Burlings Boot hatte nicht nur wesentlich mehr Tempo, er zeigte auch sehr gute Manöver, konnte anders als in der Qualifikation den Start gewinnen und behielt auch unter Druck die Nerven. Starkes Matchracing des 26-jährigen Olympiasiegers!
Two races and two wins for @EmiratesTeamNZ today, setting a strong tone for the regatta. #AmericasCup… t.co/T3EE6oIcjm
Mit einer Endgeschwindigkeit von über 28 Knoten fliegen die Kiwis über die Ziellinie und fährt den nächsten Sieg ein. Team Neuseeland gewinnt auch Match 2 und geht insgesamt 1:0 in Führung.
Losing over 300 metres in one gybe. Last time I managed that I'd turned the spinnaker into an anchor 🤣⛵️😂 #AC35 #AmericasCup
So ist der Segelsport: In einem Moment hätte es fast gekracht, weil die beiden Boote so nah beieinander waren - und kurz darauf hat Team Neuseeland wieder 300 Meter Vorsprung, weil Team Oracle in eine Flaute fährt und kurz stehen bleibt.
Jetzt dreht der Wind, dadurch kommt Team Oracle wieder richtig nach an das neuseeländische Boot heran. Bei der Wende an Gate 5 kommt es fast zur Kollision. Oracle protestiert gegen das Manöver der Kiwis, doch dem Protest wird nicht stattgegeben. Peter Burling setzt sein Boot auf und verliert so Tempo, bleibt aber in Führung.
Besonders frustrierend dürfte für Jimmy Spithill sein, dass sich Team Oracle bislang keinen Fehler leistet und trotzdem mit deutlichem Abstand hinterhersegelt.
Bei Team Oracle gab es keine Wechsel. An Bord ist dieselbe Crew wie bei Match 1 - und sie ist genauso chancenlos. Hier nochmal das Personal des zweiten Rennens in beiden Booten. (Quelle: americascup.com)
 
Bei Team Neuseeland wurde vor dem zweiten Rennen Radprofi Simon Van Velthooven durch den Ruderer Joe Sullivan ersetzt. Die Auswechslung macht sich in der Geschwindigkeit aber nicht bemerkbar.
So nah waren die beiden Boote nur beim Start zusammen. Seitdem segelt Team Neuseeland einsam an der Spitze auf und davon. (Foto: AFP)
 
Make them eat your seaspray @EmiratesTeamNZ ... #AmericasCup #ETNZ
Es ist überaus beeindruckend, wie viel Tempo Team Neuseeland macht und wie Peter Burling sein Boot bei Höchstgeschwindigkeit nur auf den Foils manövriert. Jimmy Spithill würde sich davon vielleicht gerne etwas abgucken, aber er liegt soweit zurück, dass er das neuseeländische Boot kaum noch sehen kann. An Gate 3 hat Team Oracle schon wieder über eine Minute Rückstand.
Another great start for @EmiratesTeamNZ, and Race 2 is on! #AmericasCup #ThereIsNoSecond t.co/6FtzJfmIGU
Auf dem Weg zu Gate 2 ist Team Neuseeland fast vier Knoten schneller als Team Oracle. Wieder fliegen die Kiwis den Amerikanern förmlich davon.
Das zweite Rennen hat begonnen! Einen weiteren Fehlstart leistet sich Jimmy Spithill nicht, aber er muss Peter Burling und Team Neuseeland erneut passieren lassen. Team Neuseeland liegt an der ersten Tonne in Führung.
Werfen wir vor dem zweiten Rennen einen Blick auf das Personal in beiden Booten: Team Neuseeland ist stolz darauf, auch tatsächlich nur Neuseeländer einzusetzen. Gemeinsam mit Skipper Peter Burling und seiner "rechten Hand" Blair Tuke ist neben dem 15-fachen Weltmeister (in der Tornado- und A-Klasse) Glenn Ashby, Andy Maloney und Josh Junior mit Simon Van Velthooven auch ein Bahnradprofi mit an Bord. Van Velthooven gewann bei den Olympischen Spielen 2012 die Bronzemedaille im Keirin.
Ein Blick auf die Zahlen zum ersten Match: Team Neuseeland hatte die höher Geschwindigkeit, Oracle wählte den deutlich längeren Weg. (Quelle: americascup.com)
 
Bemerkenswert an diesem ersten Rennen war der Fehlstart von Jimmy Spithill. Dass ein so erfahrener Skipper, der den America's Cup schon zweimal gewinnen konnte und zu den besten Startern der Welt gehört, sich einen derartigen Fauxpas landet, zeigt, wie hoch die Anspannung in beiden Teams ist.
...and then you remember the worst rule in sport and the score is still only 0-0 #AmericasCup #ETNZ
.@EmiratesTeamNZ off to a flying start, winning Race 1 of the America's Cup Match presented by Louis Vuitton.… t.co/0XLtFeT1AR
Team Neuseeland rettet den Vorsprung ins Ziel und gewinnt Match 1! Allerdings sind am Ende von den zwischenzeitlich knapp zwei Minuten Vorsprung nur 30 Sekunden geblieben. Die Zeitabstände sind am Ende egal, wichtig ist der erste Punkt. Damit gleichen die Kiwis zum 0:0 aus. Denn der eine Bonuspunkt, den sich Oracle durch den Erfolg in der Qualifikation gesichert hatte, wurde als Minuspunkt für den Challenger gezählt. Jetzt kann das Finale also so richtig starten.
So sehen Sieger aus: Neuseelands Skipper Peter Burling hat den Fehlstart von Team Oracle gnadenlos ausgenutzt und das erste Rennen dominiert. Der Patzer am letzten Gate blieb ohne Folgen. (Foto: AFP)
 
Beim Manöver an Gate 6 setzt Team Neuseeland auf und bleibt komplett stehen. Solche Fehler sollte Peter Burling tunlichst vermeiden. Nur wegen des enormen Vorsprungs bleiben die Kiwis in Führung.
Team Oracle ist inzwischen zwar wieder auf den Foils, fährt den Kiwis aber mit beachtlichem Abstand hinterher. (Foto: AFP)
 
An Gate 5 hat Team Neuseeland fast zwei Minuten Vorsprung. Das sieht nach einem überzeugenden ersten Sieg für die Herausforderer aus.
Der Wind flaut etwas ab. Das macht sich sofort bemerkbar. Die Boot bleiben nicht auf den Foils, sondern setzen auf. Jetzt ist es an den Skippern, eine gute Böe zu finden.

Sailing Foiling Fail Compilation [2017]

Dass so etwas sogar dem Olympiasieger passiert, dürfte die vielen Segler beruhigen, denen schon ähnliche Fauxpas passiert sind.
Das Hochgeschwindigkeits-Segeln auf den Foils - die Katamarane erreichen in der Spitze über 90 km/h - ist natürlich nicht ganz ungefährlich. Im Challenger Playoff Halbfinale gegen Großbritannien ist Peter Burling in der Vorstartphase spektakulär gekentert und im wahrsten Wortsinn baden gegangen.
 
Bei Gate 2 hatte Team Oracle eine halbe Minute Rückstand, bei Gate 3 sind es schon 46 Sekunden. Die Neuseeländern fliegen im wahrsten Sinne des Wortes davon.
I think we're going to need Peter Burling to take a dip to win this. #americascup
Der technologische Vorsprung macht sich im ersten Rennen bemerkbar. Nicht nur wegen des Fehlstarts führt Team Neuseeland mit deutlichem Vorsprung. Die Kiwis haben auch eine bessere "Fly Time". Die Foils übernehmen die komplette Arbeit, die Rumpfe berühren das Wasser fast nie. In der Qualifikation gelang den Neuseeländern ein "perfektes Rennen" mit 100 Prozent "Fly Time". Im ersten Finale liegen sie bei starken 94 Prozent.
Die Boote werden rein mechanisch mit einem komplexen Hydrauliksystem manövriert. Um das Öl durch die Hydraulik zu befördern, setzen die meisten Teams auf klassische Grinder - also Kurbeln, die mit den Armen betrieben werden. Nur Team Neuseeland setzt auf eine innovative Velotechnologie. Die Teammitglieder sitzen auf Fahrrädern und machen sich zunutze, dass starke Beine mehr Kraft erzeugen können als starke Arme. So kann Team Neuseeland sehr schnell manövrieren.
Spithill ist der Startlinie schon früh sehr nah - zu nah! Der australische Skipper des Oracle Teams leistet sich einen Fehlstart! Damit muss er Team Neuseeland jetzt zwei Bootslängen Vorsprung lassen. Das könnte schon eine Vorentscheidung für das erste Rennen bedeuten.
Die wichtige Vorstartphase läuft bereits. Jimmy Spithill gilt als einer der besten Starter der Welt. Peter Burling hat mit seinen Neuseeländern dagegen im Challenger Playoff Finale gegen Schweden meist den schlechteren Start erwischt, sich dann aber auf der Kreuz durch die höhere Endgeschwindigkeit durchgesetzt.
Gesegelt wird mit Katamaranen vom Typ ACC, die mithilfe von unter dem Rumpf befestigten Tragflächen, sogenannten Foils, über das Wasser gleiten. Die Boote sind 15 Meter lang und haben ein Gewicht von 2,5 Tonnen.
Oracle konnte die Regeln modifizieren, weil beim America's Cup traditionell der Titelverteidiger das Segelrevier und den genauen Rennmodus vorgibt. Das sorgte im Vorfeld für Unstimmigkeiten zwischen den beiden Finalteilnehmern. Denn Team Oracle hat gemeinsam mit den fünf anderen Challengern schon eine Absichtserklärung darüber unterzeichnet, dass und in welcher Form der America's Cup 2019 und 2021 ausgetragen werden soll. Für die Neuseeländer, die als einziges Team nicht unterschrieben, ist das ein Affront. Schließlich glauben die Kiwis daran, dass sie den Cup nach Neuseeland holen und dann ihrerseits über die Details zur nächsten Austragung entscheiden.
Kurz zum Modus: Defender Oracle geht mit einem Punkt Vorsprung in die Finalserie. Das liegt an einer Regeländerung, die der Titelverteidiger vor der 35. Ausgabe des America's Cup durchgesetzt hatte. Trotz der schon feststehenden Final-Qualifikation durfte das amerikanische Team in der ersten Qualifikationsrunde antreten und sich dort durch einen Sieg diesen einen Punkt Vorsprung sichern. Das heißt: Oracle braucht sieben Einzelsiege zum Gewinn der Regatta, während das Team Neuseeland acht Rennen für sich entscheiden müsste.
 
...aber die Antwort von Blair Tuke, dem kongenialen Partner von Burling und Foil Trimmer, ließ nicht lange auf sich warten.
 
Vor dem Duell lieferte sich die beiden Skipper auf Instagram eine unterhaltsame Auseinandersetzung. Zunächst veröffentlichte Jimmy Spithill eine Karikatur davon, wie er sich das Finale vorstellt...
Der Skipper der Neuseeländer hieß 2013 noch Dean Barker. Er wurde mittlerweile durch den 26-Jährigen Peter Burling ersetzt, der gemeinsam mit Blair Tuke schon so ziemlich alles gewonnen hat, was man als Segler gewinnen kann. Von 2013 bis 2016 wurden die beiden viermal in Folge Weltmeister in der 49er Klasse. Das war zuvor noch keinem Segler gelungen. Ebenfalls in der 49er Klasse gewannen Burling und Tuke 2016 in Rio de Janeiro, als sie auch Fahnenträger des neuseeländischen Teams waren, die olympische Goldmedaille. Jetzt wollen sie sich mit dem Gewinn des America's Cup endgültig unsterblich machen.

What the America's Cup Means to Jimmy Spithill, ORACLE TEAM USA Skipper/Helmsman

2013 hatte Oracle in einer der größten Aufholjagden der Sportgeschichte sensationell einen 1:8-Rückstand noch in einen 9:8-Sieg gedreht. Jimmy Spithill führte sein Team wie schon 2010 gegen die Schweizer Alinghi zum Sieg. In diesem Jahr will Spithill den "Threepeat" schaffen.
Titelverteidiger Oracle Team USA mit Skipper Jimmy Spithill bekommt es wie schon beim 34. America's Cup 2013 mit Emirates Team Neuseeland zu tun. Die Neuseeländer um Skipper Peter Burling hatten sich im Challenger Playoff Finale gegen Schweden durchgesetzt.
Vor dem ersten Rennen, das für 19:12 Uhr unserer Zeit (14:12 Uhr Ortszeit vor der Nordküste Bermudas) terminiert ist, empfehle ich zur Einstimmung den sehr lesenswerten Vorbericht von Klaus Brinkbäumer

America's Cup: Wie ein Tretboot fliegen lernt - SPIEGEL ONLINE - Sport

SPIEGEL ONLINE"Oh, oh, shit", waren die letzten Worte aus dem Bordmikrofon. Dann kenterte der Katamaran vom Team Neuseeland. Beim 35. America's Cup will die Crew um Peter Burling jetzt ihr Verlierertrauma bewältigen.
Da ist das Ding! Im Original war die "bodenlose Kanne" 67,6 Zentimeter hoch. Seit 1958 hat sie einen Boden oder genauer einen 17,8 Zentimeter hohen Sockel. Seit der "Great Exhibition" 1851 wetteifern Segler um diesen Pokal. (Quelle: AFP)
 
Wenn Teams aus aller Welt mehrere hundert Millionen Dollar investieren, nur um einen alten Krug ("auld mug") mit nach Hause zu nehmen, dann nennt man das "America's Cup". Im Finale der 35. Auflage der traditionsreichsten Segel-Regatta der Welt muss das US-amerikanische Team Oracle seinen Titel gegen Team Neuseeland verteidigen. Hallo, herzlich Willkommen und Mast- und Schotbruch allerseits!


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