America's Cup 2017 Der Titelverteidiger segelt hinterher

Neuseeland lässt den USA im Kampf um den 35. America's Cup bislang keine Chance. Team Oracle war auch am zweiten Tag deutlich langsamer als der Herausforderer.

AP

Emirates Team Neuseeland hat auch das dritte und vierte Rennen beim 35. America's Cup im Großen Sund der Bermudainseln klar gewonnen. Das Team um Skipper Peter Burling war wie schon am ersten Finaltag deutlich schneller als Titelverteidiger Oracle aus den USA. Da sie mit einem Minuspunkt gestartet waren, führen die Kiwis 3:0 und müssen zum Gesamtsieg noch vier weitere Rennen gewinnen.

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Oracle weiter chancenlos: Spektakuläre Flug-Show vor Bermuda

Das neuseeländische Boot "Aotearoa" erreichte in bislang allen Rennen eine höhere Durchschnitts- und Endgeschwindigkeit als die vom erfahrenen australischen Skipper Jimmy Spithill gesteuerte "17" des Team Oracle. Im dritten Durchgang verlor Spithill erneut den Start gegen Burling, der den daraus entstandenen Vorsprung im weiteren Rennverlauf kontinuierlich ausbaute.

Zu einer brenzligen Situation kam es an Gate 5, als Neuseeland mit großem Vorsprung wendete und im Anschluss fast mit dem gegnerischen Boot kollidiert wäre, das noch auf dem Weg zur Wende war. Team Oracle, das in diesem Moment Vorfahrt hatte, legte Protest ein, der von der Rennleitung aber zurückgewiesen wurde. Burling brachte die nie gefährdete Führung ins Ziel.

Noch deprimierender verlief aus Sicht von Spithill das vierte Rennen, in dem Oracle den besseren Start erwischte, aber trotzdem schon auf dem Weg zur ersten Zwischenzeitnahme vom schnelleren Emirates-Boot distanziert wurde. Obwohl sich Spithill keine großen Fehler erlaubte, baute Burling seinen Vorsprung weiter aus und kam über eine Minute vor dem Titelverteidiger ins Ziel.

"Vier Punkte haben wir, vier brauchen wir noch", sagte Burling, der 2016 in der 49er Klasse Olympiasieger geworden war. "Wir sind froh, dass wir bislang so gut in der Spur sind. Aber wir machen uns keine Illusionen darüber, was noch kommen kann." Den 34. America's Cup hatte Oracle unter Spithill nach einem 1:8-Rückstand noch 9:8 gewonnen.

"Wir kennen diese Situation und wissen, was wir zu tun haben", sagte Spithill. Er und sein Team haben fünf Tage Zeit, um die nötigen Anpassungen am Boot und an der Taktik vorzunehmen. Die traditionsreichste Segelregatta der Welt wird am kommenden Samstag (24. Juni, 19 Uhr; High-Liveticker und Livestream SPIEGEL ONLINE) fortgesetzt.

mmm/dpa



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