Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Team Oracle vor Sensation: "Einfach nur phantastisch"

Von

Es ist die spannendste Aufholjagd in der Geschichte des America's Cup: Das Team Oracle aus den USA hat einen 1:8-Rückstand in ein 8:8 verwandelt. Vor der ultimativen Entscheidung, die in der Nacht auf Donnerstag fällt, zeigen selbst die härtesten Seemänner Emotionen.

So oft hat man die elf Oracle Männer an Bord des Katamarans mit dem Namen "17" noch nicht jubeln sehen. Zu schlecht waren sie in das 34. America's Cup Duell gestartet, zu viel Hohn mussten sie ertragen, zu viel Reputation hatten sie durch den Betrugsskandal verloren.

Die Männer konnten nur ihren Job erledigen, auf Geistesblitze ihres Design-Teams und Fehler der Gegner vom Team New Zealand warten. Niemand setzte mehr einen Cent auf die Möglichkeit, dass der America's Cup beim Titelverteidiger in den USA verbleiben könnte. Aber am Dienstag klatschten sie sich ab, hüpften auf dem Katamaran-Trampolin und zeigten erstaunliche Emotionen für harte Seemänner.

Nach dem Ausgleich sagte Oracle-Skipper Jimmy Spithill: "Was uns Vertrauen schenkt, ist die Tatsache, dass wir das Boot sehr stark verbessern konnten. Wir können den morgigen Tag kaum abwarten, es wird der aufregendste unseres Lebens werden."

Fotostrecke

18  Bilder
America's Cup in San Francisco: Vom Winde verweht
Dabei ist ihnen jetzt schon Unglaubliches gelungen. Nach sieben Siegen in Folge gegen Neuseeland haben sie das ultimative The-winner-takes-all-Match erzwungen. Wer das nächste Rennen gewinnt, hat die bedeutendste Segel-Trophäe der Welt errungen.

Jeder normale Mensch würde unter dem Druck eines 1:8-Rückstandes einknicken. Aber Tag für Tag stemmt sich das Oracle-Team aufs Neue gegen die schon fast sicher scheinende Niederlage. Siebenmal wehrte es die Pleite ab. Jetzt hat es sich mit dem 8:8 den ersten eigenen Matchball erkämpft.

Aggressives Startmanöver der Neuseeländer

Es war ein hartes Stück Arbeit bei besten Windbedingungen in der Bucht von San Francisco, zwischen Golden Gate Bridge und Alcatraz am oberen Ende des Windlimits. Dabei nutzte Spithill im 17. Rennen auf beeindruckende Weise den ständig wechselnden Vorteil, als erstes Boot in die Box eintauchen zu dürfen.

Kiwi-Steuermann Dean Barker wollte diesmal mit einer sehr aggressiven Startvariante seinen Gegner überraschen, nachdem er zuvor im Gefühl eines sicheren Punktevorsprungs eher konservative Eröffnungsspielarten gewählt hatte.

Er griff Spithill sehr früh während des zweiminütigen Countdowns an, positionierte sich vor dem Gegner, geriet aber zu früh in die Nähe der Startlinie, Spithill drängte ihn von hinten, die Gefahr eines Frühstarts drohte. Barker musste bremsen, das US-Boot quetschte seine Bugspitzen zwischen Kiwis und Start, holte sich das Vorfahrtsrecht und Barker konnte sich nur noch mit einem Foul helfen. Die Schiedsrichter verhängten zwei Strafen - und besiegelten so das Rennen.

"Das ist einer der unglaublichsten Tage meines Lebens", sagte Spithill, "das Boot ist einfach nur phantastisch." Seine Mannschaft habe wieder hervorragend gekämpft: "Dass wir von hinten nach vorne gefahren sind, ist sehr beruhigend für Mittwoch. Wir sind auf alles vorbereitet, wir kämpfen bis aufs Letzte."

In der Nacht wird es nun definitiv eine Entscheidung geben - wenn der Wind mitspielt.

Ausführliche Analysen, Interviews und Videos zum America's Cup finden Sie auf www.segelreporter.com.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Interessierts?
kurswechsler 25.09.2013
Wenn´s halt nur jemanden interessieren würde, was diese Superreichen mit ihren Segelgöttern dort treiben.
2. Fake-Wettkampf
Andiken 25.09.2013
Das ganze erscheint mir immer mehr als ein Fake. Vor dem 1. Rennen hätte niemand einen Pfifferling auf die Kiwis gegeben - und dann gewinnen diese einige Rennen. Aber nicht, weil sie so gut sind - sondern weil Oracle auf dem Amwindkurs grottenschlecht segelt. Wie bitte : Auf dem Kurs, auf dem sich Oracle Tag und Nacht vorbereiten konnte, verbocken die jede Wende ? Was wäre denn gewesen, wenn Oracle von Anfang an gewonnen hätte ? Dann wäre der Spaß nach vier Tagen vorbei gewesen ! Viel zu wenig für den ganzen Aufwand, für die neue Rennserie, für die Häme, die über Larry Ellison niedergegangen ist - nein, da mußte etwas Spannung her. Interessante Rennserie - aber Team Oracle segelt in einer anderen Liga.
3. Da dürfte
LJA 25.09.2013
Oracle-Chef Larry Ellison, der selbst ein begeisterter Segler ist und nichts so haßt, wie zu verlieren, ein wenig an den richtigen Strippen gezogen haben. Merkwürdig, dass diese Veranstaltung unter der Rubrik "Sport" gebracht wird.
4. Geld gegern Herz
holger.kleinschmidt 25.09.2013
Es ist zwar schon eine beeindruckende Aufholjagd, die Oracle hier hingelegt hat, aber lettendlich ist dies wohl weniger dem Können der Segler geschuldet als dem massiven Einsatz von Ressourcen. Oracle hat in der letzten Woche 15 neue Meßbriefe für ihren Kat eingereicht. Hier sieht man, dass bei einem Budget von 200 Mio Dollar gegen die 60 Mio Dollar von Team New Zealand, Larry Ellison bestimmt nochmal einiges Geld nachgeschossen hat. Von einem Team USA zu sprechen ist wohl auch eher falsch. An Bord ist gerade mal ein Amerikaner. Da fiebert man lieber mit den Neuseeländern mit, hinter denen wirklich ein ganzes Land steht.
5. Diese beiden Boote
powerranger 25.09.2013
sehen einfach nur weltklasse aus...irgendwo schon fast eine Mischung aus Flugzeug und Tragflächenboot. Eine Augenweide.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Gefunden in...
Segelreporter.com

Mastbrüche auf hoher See, waghalsige Manöver, egal bei welchem Seegang: Das Portal Segelreporter.com berichtet über die Highlights, Persönlichkeiten und die schillernden Momente des Segelsports.

http://segelreporter.com


America's Cup - Alle Sieger
Auflage Jahr Team
34 2013 Oracle (USA)
33 2010 BMW Oracle (USA)
32 2007 Alinghi (SUI)
31 2003 Alinghi (SUI)
30 2000 Team New Zealand (NZL)
29 1995 Team New Zealand (NZL)
28 1992 America³ (USA)
27 1988 Stars & Stripes (USA)
26 1987 Stars & Stripes (USA)
25 1983 Australia II (AUS)
24 1980 Freedom (USA)
23 1977 Courageous (USA)
22 1974 Courageous (USA)
21 1970 Intrepid (USA)
20 1967 Intrepid (USA)
19 1964 Constellation (USA)
18 1962 Weatherly (USA)
17 1958 Columbia (USA)
16 1937 Ranger (USA)
15 1934 Rainbow (USA)
14 1930 Enterprise (USA)
13 1920 Resolute (USA)
12 1903 Reliance (USA)
11 1901 Columbia (USA)
10 1899 Columbia (USA)
09 1895 Defender (USA)
08 1893 Vigilant (USA)
07 1887 Volunteer (USA)
06 1886 Mayflower (USA)
05 1885 Puritan (USA)
04 1881 Mischief (USA)
03 1876 Madeleine (USA)
02 1871 Columbia und Sappho (USA)
01 1870 Magic (USA)
1851 America (USA)


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: