Ironman auf Hawaii: Höllentrip im Paradies

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Wettlauf um die Krone: Der deutsche Triathlet Andreas Raelert will den Ironman auf Hawaii gewinnen. Reicht es nach zwei dritten und einem zweiten Platz beim härtesten Rennen der Welt diesmal für den Titel?

Ironman Hawaii: Quälen für die Krone Fotos
REUTERS

Die Tortur beginnt mit einem Sprung ins Wasser: 3,86 Kilometer schwimmen die Triathleten durch die Kailua Bay. Dann aufs Fahrrad, 180,2 Kilometer von Kona nach Hawi und zurück, bei teilweise heftigem Gegenwind. Und wenn man das überstanden hat, tja, dann läuft man noch einen Marathon, schlappe 42,195 Kilometer durch die Einsamkeit einer Lavawüste. Die Beine sind taub, die Gedanken nur noch auf den nächsten Schritt konzentriert.

Warum tut man sich das an, Andreas Raelert?

"Das Gefühl, wenn man die Ziellinie überquert, vorher vier Minuten pro Kilometer gebraucht hat, und dann für 500 Meter acht Minuten benötigt, ist unbeschreiblich", sagt Raelert SPIEGEL ONLINE: "Bis dahin blendet man alles aus, man ist auf das Rennen fokussiert, der Kopf ist der entscheidende Antriebsfaktor."

Andreas Raelert, 36 Jahre, 1,84 Meter groß, 72 Kilogramm schwer, ist derzeit Deutschlands bester Triathlet über die Ironman-Distanz. Das Rennen auf Hawaii, seit 1978 jährlich ausgetragen, bei Temperaturen von oft bis zu 40 Grad Celsius, ist der bekannteste und spektakulärste Ironman-Wettbewerb der Welt.

Zweimal Dritter, einmal Zweiter

Raelert ist schon dreimal angetreten auf Hawaii, in seinem ersten Rennen schaffte er gleich eine Sensation: Als "Rookie" wurde er 2009 Dritter hinter den Top-Favoriten Craig Alexander (drei Hawaii-Siege) und Chris Leto. "An den Zieleinlauf erinnere ich mich nur schemenhaft. Das Rennen hätte keinen Meter länger sein dürfen", sagte er damals der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Im Jahr darauf wurde Raelert sogar Zweiter hinter dem Australier Chris McCormack. "Er ist eines der größten Talente, die der Triathlonsport je hervorgebracht hat", sagte der Sieger später über den unterlegenen Raelert. 2011 landete der Deutsche wieder auf Rang drei.

In diesem Jahr will Raelert jedoch mehr, er möchte endlich als Sieger in Kailua-Kona einlaufen. "Es ist unser Traum, dass irgendwann einmal der Name Raelert in der Ergebnisliste ganz oben steht", sagt er. Erstmals startet auch Raelerts vier Jahre jüngerer Bruder Michael an diesem Wochenende auf Hawaii (ab 18.30 Uhr MESZ, Liveticker SPIEGEL ONLINE), im Juni hat dieser erstmals die Ironman-Distanz absolviert.

Über seinen Bruder sagt Andreas Raelert: "An Michael ist nicht nur sein enormes Talent, sondern auch seine enorme Leidensfähigkeit bewundernswert." Die wird er brauchen, denn das Rennen auf Hawaii ist "extrem, was die klimatischen Bedingungen angeht."

Raelert hält den Weltrekord über die Ironman-Distanz

Hitze, Gegenwind, hohe Luftfeuchtigkeit, eine hohe Renngeschwindigkeit, das alles sind Gefahren für die Athleten - für den Körper und die Renntaktik. "In einem solchen Rennen gehen alle an ihre persönliche Grenze, körperlich und mental", sagt Andreas Raelert: "Ich glaube, dass man auf Hawaii nur gewinnen kann, wenn man einen perfekten Tag hat."

Damit der Tag tatsächlich perfekt wird, hat Raelert in Kalifornien trainiert, um sich schon einmal an die Hitze zu gewöhnen und von der geringeren Zeitumstellung zu profitieren. Doch wenn man es genau nimmt, bereitet sich Raelert schon viel länger vor, fast zwanzig Jahre.

Als seine Eltern 1992 von Rostock nach Drage nahe Hamburg zogen, blieb Raelert freiwillig an der Ostseeküste, um bei der SG Fiko Rostock seine sportliche Triathlon-Grundausbildung zu vervollständigen. Während viele Triathleten aus einer der drei Disziplinen kommen und später auf den Dreikampf umsatteln, ist Raelert in allen Teilbereichen perfekt ausgebildet. "Schwimmen, Radfahren und Laufen favorisiere ich in gleicher Weise", sagt Andreas Raelert.

Schon in jungen Jahren war er auf Erfolge fokussiert - und die kamen: Deutscher Juniorenmeister 1996, Zweiter bei der Junioren-WM im selben Jahr, Platz sechs bei den Olympischen Spielen 2004, zahlreiche Top-Ten-Platzierungen im Weltcup, Zudem die Ironman-Siege in Arizona 2008 oder bei der EM 2010. Seit dem 10. Juli 2011 hält er die Weltrekordzeit auf der Langdistanz: 7:41:33 Stunden.

Doch der Ironman auf Hawaii ist eine andere Nummer. Früher dominierten die Amerikaner hier, seit 2006 triumphierten stets Australier. Deutsche Erfolge auf Hawaii sind selten, doch gegeben hat es sie: Normann Stadler 2004 und 2006, dazwischen Faris al-Sultan. "Wir haben viel investiert in den vergangenen Monaten und Jahren", sagt Raelert. Er will nun endlich die Krone von Kailua-Kona. Da können ihn auch Lavawüsten und Gegenwind nicht beirren.

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1.
prince62 13.10.2012
Zitat von sysopWettlauf um die Krone: Der deutsche Triathlet Andreas Raelert will den Ironman auf Hawaii gewinnen. Reicht es nach zwei dritten und einem zweiten Platz beim härtesten Rennen der Welt diesmal für den Titel? Andreas Raelert will Ironman Hawaii gewinnen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/andreas-raelert-will-ironman-hawaii-gewinnen-a-859692.html)
Gibt es da auch ernstzunehmende Dopingkontrollen?
2.
grana 13.10.2012
Zitat von sysopWettlauf um die Krone: Der deutsche Triathlet Andreas Raelert will den Ironman auf Hawaii gewinnen. Reicht es nach zwei dritten und einem zweiten Platz beim härtesten Rennen der Welt diesmal für den Titel? Andreas Raelert will Ironman Hawaii gewinnen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/andreas-raelert-will-ironman-hawaii-gewinnen-a-859692.html)
Der Ironman ist laut einem bekannten Sportmediziner so gut für die Gesundheit wie Rauchen und Saufen zusammen.
3.
TheZioWolf 13.10.2012
Zitat von granaDer Ironman ist laut einem bekannten Sportmediziner so gut für die Gesundheit wie Rauchen und Saufen zusammen.
Rauchen und saufen kann jeder, wieviele können den Ironman in Hawaii auch nur beenden? Es gibt kaum eine Sportart die Sportmediziner für gesund halten, Sport produziert für sie Patienten. Gerade im Zusammenhang mit Ultradistanzlaufen bin ich doch dazu gekommen auf Sportmediziner nur noch eingeschränkt zu hören.
4. 1997 vergessen!?
theanderer 13.10.2012
"Deutsche Erfolge auf Hawaii sind selten, doch gegeben hat es sie: Normann Stadler 2004 und 2006, dazwischen Faris al-Sultan." Also etwas mehr Recherche könnte man ja schon erwarten - 1997 war z.B. das deutsche Jahr auf Hawaii schlechthin 1. Platz Thomas Hellriegel, 2. Platz Jürgen Zäck und 3. Platz Lothar Leder... traurig das selbst solche Erfolge scheinbar eine journalistische Halbwertszeit von unter 10 Jahren haben...
5. gute Güte,
Gertrud Stamm-Holz 13.10.2012
Zitat von granaDer Ironman ist laut einem bekannten Sportmediziner so gut für die Gesundheit wie Rauchen und Saufen zusammen.
jetzt geht das wieder los. Wird einer von den Teilnehmern zwangsrekrutiert und über die Distanz gejagt? Nein? Das lassen Sie die Leute bitte machen. Gesund oder nicht, hilfreich, sinnvoll, das spielt alles keine Rolle. Die Sportler wollen das, also tun sie das. Haben Sie sonst noch was auf der Bewertungsskala?
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Ironman Hawaii
  • DPA
    Der Ironman Hawaii ist der älteste Ironman und wird jährlich seit 1978 ausgetragen. Aufgrund des besonderen Klimas auf der Inselgruppe im Pazifik gilt der Triathlon als der härteste der Welt. Die Athleten müssen 3,86 Kilometer schwimmen, 180,2 Kilometer radfahren und 42,2 Kilometer laufen. Start- und Zielort ist Kailua-Kona auf der Insel Big Island. Erfolgreichste Starter bei den Männern sind die beiden Amerikaner Dave Scott und Mark Allen mit je sechs Siegen, bei den Frauen triumphierte Paul Newby-Fraser aus Simbabwe achtmal. Deutschland konnte bislang vier Erfolge feiern. 1997 gewann Thomas Hellriegel - damals mit Jürgen Zäck und Lothar Leder sogar vor zwei weiteren Deutschen. Die weiteren Erfolge holten Normann Stadler (2004 und 2006) und Faris al-Sultan (2005). Rekordzeiten auf dem aktuellen Kurs sind 8:04:08 Stunden von Luc Van Lierde (1996) bei den Männern und 8:52:02 von Christie Wellington bei den Frauen (2009).

Fotostrecke
Ironman auf Hawaii: Rekordsieger und ein deutscher Hattrick
Sieger des Ironman Hawaii seit 2000
Jahr Männer Frauen
2013 F. van Lierde (BEL) M. Carfrae (AUS)
2012 P. Jacobs (AUS) L. Cave (GBR)
2011 C. Alexander (AUS) C. Wellington (GBR)
2010 C. McCormack (AUS) M. Carfrae (AUS)
2009 C. Alexander (AUS) C. Wellington (GBR)
2008 C. Alexander (AUS) C. Wellington (GBR)
2007 C. McCormack (AUS) C. Wellington (GBR)
2006 N. Stadler (GER) M. Jones (AUS)
2005 F. Al-Sultan (GER) N. Badmann (SUI)
2004 N. Stadler (GER) N. Badmann (SUI)
2003 P. Reid (CAN) L. Bowden (CAN)
2002 T. DeBoom (USA) N. Badmann (SUI)
2001 T. DeBoom (USA) N. Badmann (SUI)
2000 P. Reid (CAN) N. Badmann (SUI)