Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Handballer im Kanzleramt: Europameister mit Raute

DPA

Jetzt auch noch ins Kanzleramt: Zum krönenden Abschluss der Feierlichkeiten nach dem EM-Titel wurden die deutschen Handballer von Angela Merkel empfangen. Und nutzten dies für einen kleinen Gag.

Eigentlich ist die Raute eine taktische Formation, die man aus dem Fußball und nicht aus dem Handball kennt. Aber besondere Ereignisse verlangen besondere Maßnahmen: Also formten der Kapitän der Handball-Nationalmannschaft, Uwe Gensheimer, und Kollege Johannes Sellin beim Fototermin im Kanzleramt mit Angela Merkel ihr Hauptarbeitsinstrument, die Hände, zur Raute - die klassische Haltung der Bundeskanzlerin.

Merkel hatte die Handballer am Mittwoch zum Empfang geladen - Teil der Gratulationstour, die die Europameister aus dem Januar seit dem sensationell errungenen EM-Titel mitmachen. Gensheimer und Sellin standen beim offiziellen Foto direkt neben der Kanzlerin - da konnte man sich den Rauten-Gag nicht entgehen lassen: "Eigentlich wollten wir das alle machen, aber ich wurde da von der Mannschaft ein bisschen im Stich gelassen", so der Kapitän, der bei der EM selbst verletzungsbedingt gefehlt hatte.

Weniger originell zeigte man sich bei der Wahl des Gastgeschenks für die Regierungschefin: Merkel bekam ein von allen Spielern signiertes Deutschland-Trikot mit der Nummer eins auf dem Rücken und dem Schriftzug "Merkel".

Links Bundeskanzlerin, rechts Handball-Europameister Zur Großansicht
DPA

Links Bundeskanzlerin, rechts Handball-Europameister

"Seien Sie stolz auf das, was Sie erreicht haben", sagte Merkel: "Sie haben große Freude verbreitet und eine Sportart, die sonst nicht ganz so im Mittelpunkt steht, gut vertreten."

Der Handballbund nutzte die 15-minütige Feierstunde für eine Bitte an die Politik um weitere Unterstützung im Kampf um mehr öffentliche Wahrnehmung. "Wir hoffen, dass die WM 2017 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen wird", sagte DHB-Chef Andreas Michelmann: "Falls wir es allein nicht schaffen können, bitten wir um Hilfe."

Am Freitag treffen sich die Spitzenfunktionäre des DHB mit Weltverbandspräsident Hassan Moustafa in Leipzig zu Sondierungsgesprächen, um eine Lösung im TV-Streit zu finden. Nach derzeitigem Stand wird die WM in Frankreich im kommenden Jahr nicht im Free-TV zu sehen sein. Wie schon bei der WM 2015 in Katar erlaubt der Rechteinhaber beIN Sports, eine Tochtergesellschaft von Al Jazeera, keine Übertragung auf unverschlüsselten Satellitensendern.

Mit dem Empfang im Kanzleramt ist nun auch Schluss mit den Festivitäten. Mit den beiden Testspielen gegen Vizeweltmeister Katar am Freitag in Leipzig (18 Uhr, ARD) und am Sonntag in Berlin (15 Uhr, Sport1) beginnt die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Rio.

"Man soll Siege nicht zu lange feiern", sagte Bundestrainer Sigurdsson und rief vor den Duellen mit Katar den Kampf um die Kaderplätze für Olympia aus. "Für mich gibt es bei den Nominierungen nicht die Trennung zwischen Europameistern und anderen", sagte der Isländer der "Handballwoche": "Ich schaue nur auf die Leistung." Nur 14 Spieler dürfen im Sommer mit zu den Spielen.

aha/sid

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: