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ARD-Sportkoordinator Balkausky: "Der Kampf um Sportrechte hat eine neue Dimension"

Olympische Ringe: Ab 2018 bei Eurosport zu sehen Zur Großansicht
DPA

Olympische Ringe: Ab 2018 bei Eurosport zu sehen

Ab 2018 überträgt der Spartensender Eurosport die Olympischen Spiele. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky ist über die Entscheidung des IOC nicht verwundert - kündigt aber mögliche Konsequenzen für die weitere Berichterstattung an.

Der Verkauf der Olympia-Rechte durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) an Discovery stellt die öffentlich-rechtlichen Sender vor die Frage nach der Zukunft ihrer Sportberichterstattung. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky, 53, erklärt im Interview, woran es aus seiner Sicht lag, dass ARD und ZDF außen vor blieben, und welche Auswirkungen das hat.

Frage: Warum war die Überraschung nach dem Verkauf der Olympia-Medienrechte an Discovery so groß?

Balkausky: Dass das IOC diese Entscheidung getroffen hat, ist grundsätzlich nicht überraschend. Lediglich der Zeitpunkt, nämlich nur genau zwei Wochen nach Ablauf der Abgabefrist von Angeboten, ist für alle Interessenten überraschend gewesen. Das ist ungewöhnlich kurzfristig. Wir respektieren den Verkauf der europaweiten Übertragungsrechte an Discovery und Eurosport als Entscheidung des IOC für eine Neuorientierung bei der Vergabe seiner Medienrechte. Aber das IOC sollte sich selbst fragen, ob es nicht partnerschaftlicher gewesen wäre, ARD und ZDF nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit deutlich früher als die breite Öffentlichkeit über den Verkauf an Discovery zu informieren.

Frage: Wie interpretieren Sie die Entscheidung des IOC?

Balkausky: Der Kampf um hochwertige Sportrechte hat - nicht erst seit der Vergabe der Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele - eine neue Dimension erfahren. Er belegt, dass der angebliche Vorsprung öffentlich-rechtlicher Sender durch Beitragsgelder bei der Vergabe von Sportrechten eine Mär ist.

Frage: Wie sehen Ihre nächsten Schritte aus?

Balkausky: Wir werden in den kommenden Monaten sehen, welche Auswirkungen die Vergabe an Discovery hat. Und wir eruieren, ob und, wenn ja, welche Rechte für den deutschen Markt verfügbar sein könnten.

Frage: Welche Bedeutung hat der Deal für die Berichterstattung der olympischen Sportarten abseits der Spiele?

Balkausky: Die Berichterstattungsstrategie von ARD und ZDF basierte bislang darauf, Olympia-Sender zu sein und den olympischen Kernsportarten auch in der Zeit zwischen den Spielen ein massenattraktives Programmumfeld anzubieten. Ob dies auch in Zukunft sinnvoll erscheint, werden wir in den kommenden Monaten prüfen müssen. Insbesondere die aufwendigen Fernsehproduktionen nationaler Sportevents sind in Zeiten immer knapper werdender Etats zu überdenken.

Frage: Wieso verlieren die öffentlichen-rechtlichen Sender immer häufiger Rechte wie Fußball-EM-Qualifikationsspiele an RTL oder Olympia an Discovery?

Balkausky: Weil dem Sport in Zeiten der immer größeren Aufsplittung des Medienmarktes eine wachsende Rolle zukommt. IOC-Präsident Thomas Bach hat betont, dass die Flexibilität von Discovery insbesondere im Bereich Online und Social Media ein wesentliches Argument für die Vergabe gewesen sei. Dort drohen ARD und ZDF aufgrund der rechtlichen Restriktionen immer weiter zurückzufallen. Außerdem kann das öffentlich-rechtliche Konstrukt keine unternehmerischen Entscheidungen mit frei verfügbarem Kapital wie die Discovery-Gruppe oder andere Global Player treffen.

Die Fragen stellte Michael Rossmann, dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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    Seite 1    
1. Der Herr kann ja gerne
Lankoron 30.06.2015
zu einem der Werbefinanzierten Sender wechseln, wenn ihm die unternehmerischen Entscheidungen fehlen. Allerdings wäre er dort auch für Misserfolge haftbar. Und welche "Olympischen Kernsportarten" werden denn übertragen...mal hier ein wenig Leichtathletik (wenn sie nicht grad mit was anderem kollidiert) und ansonsten vom Sommersport nur kurze und kürzere Zusammenfassungen vom Schwimmen oder Rudern. Von Turnen, Schießen, Kampfsportarten, Radsport sieht man gar nix. Lediglich die Wintersportarten werden ausgiebig übertragen...
2.
cosmo9999 30.06.2015
dann müßte man mal den aufgeblähten Apparat abspecken. Seit Wochen nur Wiederholungen aber Milliarden kassieren
3. Halb so wild...
mp4-15 30.06.2015
... und ich finds eher gut, dieser blatterähnlichen Band kein Geld in den Rachen zu stecken. Letztlich würde ich dazu raten, mal 10 Jahre auf Olympia zu verzichten, danach sieht man weiter...
4. Die Öffentlich Rechtlichen und das Geld
modellflieger 30.06.2015
Die Herrn und Damen von ARD und ZDF haben nicht genügend Geld für die Rechte, weil sie es für sich und den aufgeblähten Apparat brauchen. Es wird durch den Zwangsbeitrag mehr Geld als früher eingenommen. Wo ist das geblieben?
5.
zabbel 30.06.2015
Wie will man eigentlich Nachwuchs für die Randsportarten begeistern wenn noch nichtmal die olympischen Wettbewerbe einen angemessenen Stellenwert in der Berichterstattung mehr bekommen?
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