Armstrong-Dopingaffäre: Streit zwischen Wada und UCI eskaliert

Wada-Boss Fahey: Von Zusammenarbeit mit dem UCI weit entfernt Zur Großansicht
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Wada-Boss Fahey: Von Zusammenarbeit mit dem UCI weit entfernt

Der Anti-Dopingkampf im Radsport wird auch künftig ohne Beteiligung des Weltverbandes stattfinden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur will mit dem UCI nicht in einer Wahrheitskommision kooperieren. Grund sei laut Wada die "einseitige und arrogante Haltung" des UCI.

Hamburg - Der Streit zwischen der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada und dem Weltradsportverband UCI im Zuge des Skandals um Lance Armstrong hat sich weiter verschärft. Wada-Präsident John Fahey erteilte der UCI am Dienstag eine klare Absage für eine mögliche Zusammenarbeit in einer sogenannten Wahrheits- und Versöhnungskommission. Die Wada habe es in der Vergangenheit nicht getan und werde auch künftig "keine Zusammenarbeit mit der UCI eingehen, solange diese ihre einseitige und arrogante Haltung fortsetzt", sagte Fahey in einer Stellungnahme.

Hintergrund ist die UCI-Mitteilung vom Montag bezüglich der Auflösung der Kommission zur Aufarbeitung der Dopingaffäre um Armstrong. Stattdessen sei in Zusammenarbeit mit der Wada eine sogenannte Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission installiert worden. Diese Mitteilung sei nicht nur falsch, sondern auch trügerisch, ergänzte Fahey, der beklagte, dass es keinen Dialog mit der UCI gegeben habe.

Zugleich kritisierte Fahey, dass die UCI die Verantwortung gegenüber ihrer Sportart ignoriere, indem sie eine Untersuchung zu einer möglichen Komplizenschaft im Fall Armstrong nicht zu Ende bringe. Kritik gab es auch vom dreiköpfigen Gremium, das im Auftrag der UCI den Fall Armstrong untersuchen sollte, seine Arbeit aber nicht beenden konnte.

"Dieses Versagen zu kooperieren, macht unsere Arbeit unmöglich"

"Als die Kommission gegründet wurde, hat (der UCI-Vorsitzende) Pat McQuaid erklärt, dass die UCI voll kooperieren wird und der Kommission alles zur Verfügung stellt, was sie benötigt. Weder die UCI noch Interessengruppen haben ausreichend kooperiert. Dieses Versagen zu kooperieren, macht unsere Arbeit unmöglich. Daher wird die vorgeschlagene mündliche Verhandlung am 31. Januar nicht stattfinden", hieß es in einer Stellungnahme.

Die UCI hatte die Kommission im vergangenen Jahr selbst ins Leben gerufen, nachdem Vorwürfe einer möglichen Vertuschung positiver Armstrong-Proben durch den Weltverband laut geworden waren. Hintergrund sind unter anderem Armstrong-Spenden in Höhe von 125.000 Dollar an die UCI.

Weiterer Streitpunkt zwischen UCI und Wada waren jüngst die Äußerungen des früheren Präsidenten Hein Verbruggen, wonach es gängige Praxis bei den Sportverbänden gewesen sei, verdächtigen Fahrern mitzuteilen, dass sie unter Beobachtung stünden. Dieser Ansatz stehe im völligen Gegensatz zu einem effektiven Anti-Doping-Kampf, hieß es von der Wada.

luk/sid/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Wer meint,
si tacuisses 30.01.2013
Zitat von sysopAPDer Anti-Dopingkampf im Radsport wird auch künftig ohne Beteiligung des Weltverbandes stattfinden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur will mit dem UCI nicht in einer Wahrheitskommision kooperieren. Grund sei laut Wada die "einseitige und arrogante Haltung" des UCI. http://www.spiegel.de/sport/sonst/armstrong-dopingaffaere-streit-zwischen-wada-und-uci-eskaliert-a-880440.html
es gehe um Sport: nein es gehe um ehrliche Leistungen: nein es gehe ausgerechnet in diesem Sport anständig zu: nein es seien nur Einzelfälle: nein es sei ohne Wissen der Funktionäre geschehen: nein es gehe ausschließlich um Geld: ja. es sei dem ÖRR egal wie dort manipuliert wurde: ja es gehe in Zukunft genauso weiter: ja
2. Wie schon gesagt
Nonvaio01 30.01.2013
Zitat von sysopAPDer Anti-Dopingkampf im Radsport wird auch künftig ohne Beteiligung des Weltverbandes stattfinden. Die Welt-Anti-Doping-Agentur will mit dem UCI nicht in einer Wahrheitskommision kooperieren. Grund sei laut Wada die "einseitige und arrogante Haltung" des UCI. http://www.spiegel.de/sport/sonst/armstrong-dopingaffaere-streit-zwischen-wada-und-uci-eskaliert-a-880440.html
einfach keine sportler die bei der UCI gemeldet sind mehr bei Olympia oder sinstigen Veranstaltungen die nicht von der UCI sind zulassen. Dann ist die UCI am ende und das wars. Ich wueder mit dem kasperle verein auch nicht zusammen Arbeiten. das ist als wenn Mutter Theresa mit Hitler zusammen Arbeiten soll um die Slums in Indien zu saeubern, jeder haette da wohl seine eigenen vorstellungen. Die UCI ist nur am vertuschen interessiert, die WAD eher an aufklaerung.
3. wie lustig
msw04 30.01.2013
Also der Slogan: "Wahrheits- und Versöhnungs-Kommission" reiht sich bei mir schnell im Ranking der volksverdummensten Sprüche direkt hinter: "Brutalstmögliche Aufklärung" ein. Diese Leute sind sich für nichts zu dumm, zu dreist, zu unverfroren, um solche verbalen Blendgranaten abzufeuern.
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