ATP-Finale in London: Djokovic besiegt Federer

Novak Djokovic hat in einem dramatischen Match im Endspiel des ATP-Tour-Finals in London gegen Roger Federer gewonnen. Der Schweizer zeigte Nerven und vergab zwei Satzbälle - was Djokovic zu nutzen wusste.

Tennisprofi Djokovic: "Wir haben uns beide heute zum Maximum gepusht ..." Zur Großansicht
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Tennisprofi Djokovic: "Wir haben uns beide heute zum Maximum gepusht ..."

Hamburg - Der Weltranglistenerste Novak Djokovic hat beim letzten Tennis-Turnier des Jahres in London triumphiert. Der Serbe bezwang im Endspiel des ATP-Tour-Finals Titelverteidiger Roger Federer in einem hochklassigen Match 7:6 (8:6), 7:5. Für den 25-Jährigen war es der zweite Erfolg beim Turnier der acht Saisonbesten nach 2008. Ohne eine einzige Niederlage sicherte sich Djokovic 1,76 Millionen Dollar Preisgeld.

"Wir haben uns beide heute zum Maximum gepusht. Ich hatte eine fantastische Saison und könnte das Jahr nicht schöner beenden als so", sagte Djokovic nach der Partie. "Ich gratuliere Novak zu einem großartigen Jahr, zu einem großartigen Turnier und einem großartigen Match. Ich kann nicht besser spielen als heute", musste Federer anerkennen.

Dabei hatte die Nummer zwei der Welt die Mehrheit der 17.800 Zuschauer in der ausverkauften Londoner Arena auf seiner Seite. Entsprechend legte er los: Nach acht Minuten stand es 3:0 für Federer. Doch dann kämpfte sich Djokovic ins Match. Ihm gelang das Rebreak zum 2:3 - und von da an begann ein hochspannendes und hochklassiges Endspiel. Djokovic konnte Federer zum 5:4 erneut das Service abnehmen, kassierte aber einen Aufschlagverlust. Er stürzte, musste sich Schürfwunden am Ellbogen behandeln lassen, um dann in einem dramatischen Tiebreak schließlich seinen insgesamt dritten Satzball zu nutzen.

Aber Federer schlug sofort mit einem Break zum 1:0 zurück. Diesen Vorteil konnte er aber im zweiten Durchgang wieder nicht halten - bei 5:4 und 40:15 vergab er sogar zwei Satzbälle. Der Serbe war am Ende der Nervenstärkere der beiden und spielte nahezu fehlerlos. Er verwandelte nach 2:14 Stunden Spielzeit seinen ersten Matchball mit einem Rückhand-Longline-Passierball.

Mit seinem Erfolg feierte Djokovic den sechsten Turniersieg 2012 und seinen insgesamt 34. Karriere-Titel. Im direkten Duell mit Federer verkürzte er auf 13:16. Der Schweizer bleibt mit sechs Titeln allerdings Rekordchampion des Turniers der acht Saisonbesten (2003, 2004, 2006, 2007, 2010 und 2011) - hinter ihm folgen in der ewigen Bestenliste Ivan Lendl und Pete Sampras (je fünf).

lei/dpa

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Legendäre Tennisspieler: Spiel, Satz und Schlägerbruch

Sieger ATP World Tour Finals seit 2000
Jahr* Ort Sieger
2013 London Novak Djokovic
2012 London Novak Djokovic
2011 London Roger Federer
2010 London Roger Federer
2009 London Nikolai Dawydenko
2008 Shanghai Novak Djokovic
2007 Shanghai Roger Federer
2006 Shanghai Roger Federer
2005 Shanghai David Nalbandian
2004 Houston Roger Federer
2003 Houston Roger Federer
2002 Shanghai Lleyton Hewitt
2001 Sydney Lleyton Hewitt
2000 Lissabon Gustavo Kuerten
*seit 2009 ATP World Tour Finals, davor von 2000 bis 2008 Tennis Masters Cup
Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.