ATP World Tour Finals Balljunge patzt, Federer auch - Zverev im Endspiel

Im Halbfinale der ATP Finals setzte sich Alexander Zverev gegen Roger Federer durch. Im entscheidenden Tiebreak des zweiten Satzes unterlief zunächst dem Balljungen ein Fehler und dann Federer.

Alexander Zverev
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Alexander Zverev


Alexander Zverev hat das Halbfinale der ATP Finals in London gegen Roger Federer gewonnen. 7:5, 7:6 (7:5) gewann Zverev gegen den 20-fachen Grand-Slam-Sieger. Im Finale trifft der Deutsche am Sonntag auf den Gewinner des zweiten Halbfinales zwischen Novak Djokovic und Kevin Anderson. Der Schlüsselmoment des Spiels: Im Tiebreak des zweiten Satzes unterlief erst einem Balljungen und dann Federer ein Fehler.

Zverev steht als erster Deutscher seit Boris Becker im Finale eines Abschlussturniers der Tennissaison. 1996 hatte Becker das Finale gegen Pete Sampras verloren.

Im ersten Satz dauerte es elf Spiele bis zum ersten Break, das zugleich den ersten Satz für Zverev bedeutete. Im zweiten Satz breakte Federer den Deutschen dagegen früh, konnte die 2:1-Führung aber nur ein Spiel halten und kassierte das direkte Re-Break.

Die Entscheidung fiel erst im Tiebreak. Beim Stand von 4:3 für Federer im entscheidenden Spiel schlug Zverev zum zweiten Mal auf. Während der Rallye ließ ein Balljunge einen Ball fallen, der Ballwechsel wurde abgebrochen. Statt eines möglichen 5:3 für Federer bekam Zverev zwei neue Aufschläge zugesprochen - und schlug mit dem ersten direkt ein Ass. Als Federer beim Stand von 5:4 auch noch einen freien Volley in das Netz spielte, kam Zverev zum Matchball - und gewann das Spiel.

Roger Federer
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Roger Federer

Nach der Partie buhten einige Zuschauer wegen der Entscheidung des Schiedsrichters. "Ich wollte niemanden verärgern", sagte der sichtlich aufgelöste Zverev. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin gerade ein bisschen verloren." Die Fans im Stadion jubelten dem Deutschen daraufhin zu.

Federer nahm sein Gegenüber in Schutz. "Er hat sich am Netz bei mir entschuldigt. Ich sagte ihm: 'Du brauchst dich nicht entschuldigen. Glückwunsch zu einem starken Match und einem starken Turnier'", sagte der Schweizer. "Er konnte nichts dafür", fügte Federer hinzu: "Es gibt eine Regel, dass die Punkte in einem solchen Fall wiederholt werden."

Zverev hatte sich in der Gruppenphase mit Siegen gegen Marian Cilic und John Isner für das Halbfinale qualifiziert. Gegen Djokovic verlor der 21-Jährige. Im Finale könnte es zur Revanche kommen.

hba



insgesamt 8 Beiträge
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Endlager 17.11.2018
1. Zverev war der bessere Spieler, und hat verdient gewonnen!
Entscheidend war vielmehr der Aufschlag von Zverev, und ganz gewiss nicht dass Missgeschick des Balljungen. Es spricht für sich, dass der Autor Zveres Sieg erst an dritter Stelle im Titel setzt, und ihn als "Patzer" von Federer und Fehler des Balljungen verstanden haben will. Unseriös.
ONV 17.11.2018
2. Herzlichen Glückwunsch
Da kann man wirklich nur gratulieren. Mit 21 Jahren im Finale des Abschlussturniers der besten 8 Tennisspieler der Welt zu stehen, ist einfach nur eine großartige Leistung. Und den 20-fachen Grand-Slam-Sieger Federer dabei im Halbfinale zu schlagen, macht es noch etwas beeindruckender. Zwerev hat einfach beeindruckendes Tennis gespielt: Meistens druckvoll von der Grundlinie, aber auch gar nicht so selten am Netz. Er hat sehr gut aufgeschlagen und extrem wenig Fehler produziert. Und so hat es am Ende eben knapp gereicht. Da kann man ihm nur wünschen, dass er morgen noch mal alle Reserven zusammenkratzt, und ein gutes Match zum Abschluss einer ebenso guten Saison abliefert. Und dann ab in den Urlaub. Ich werde es mir auf jeden Fall anschauen und ihm die Daumen drücken.
EconomistGI 17.11.2018
3. Unsinnige Regel
Wenn ein Ballwechsel nach dem zweiten Aufschlag durch ein externes Ereignis (hier: Balljunge läßt einen Ball fallen) vom Schiedsrichter abgebrochen wird, wieso werden dann dem Aufschläger zwei Aufschlagmöglichkeiten eingeräumt, anstatt bloß den zweiten Aufschlag zu wiederholen? Finde ich unfair gegenüber dem Rückschläger, da der Aufschlagende ja seinen ersten schon versiebt hat.
bommerlunder 17.11.2018
4. Kein Unsinn
Zitat von EconomistGIWenn ein Ballwechsel nach dem zweiten Aufschlag durch ein externes Ereignis (hier: Balljunge läßt einen Ball fallen) vom Schiedsrichter abgebrochen wird, wieso werden dann dem Aufschläger zwei Aufschlagmöglichkeiten eingeräumt, anstatt bloß den zweiten Aufschlag zu wiederholen? Finde ich unfair gegenüber dem Rückschläger, da der Aufschlagende ja seinen ersten schon versiebt hat.
Der zweite Aufschlag wird normalerweise direkt nach dem ersten gespielt. Wenn der Aufschlag lange Zeit nach dem ersten gespielt werden muss, wäre er schwieriger und führt häufiger zum Fehler. Deshalb wird der erste Aufschlag wiederholt, damit der Aufschläger keinen Nachteil hat durch einen evtl. Doppelfehler. Eine sinnvolle Regel also.
gammoncrack 17.11.2018
5. Die Regel lautet:
Der Punkt muss wiederholt werden. Dazu gehört nun einmal auch der erste Aufschlag. @EconomistGI Wenn ein Fußballspiel, aus welchen Gründen auch immer, in der 70. Minute abgebrochen wird und wiederholt werden muss, beginnt man ja auch nicht mit der 2. Halbzeit.
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