Australian Open 2019 Spielplan, Favoriten, Rekorde

Das erste Tennis-Highlight der laufenden Saison: Vom 14. bis zum 27. Januar finden in Melbourne die Australian Open statt. Auch zwei Deutsche dürfen sich Hoffnungen machen. Alles Wissenswerte zum Turnier in Down Under.

Roger Federer in Melbourne
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Roger Federer in Melbourne


Australian Open

Die Australian Open zählen zu den großen Highlights der Tennis-Saison. Vom 14. bis zum 27. Januar findet in Melbourne das erste von insgesamt vier Grand-Slam-Turnieren statt. Es wird auf Hartplatz gespielt, bis 1988 wurden die Sieger in Down Under noch auf Rasen ermittelt. Novak Djokovic und Roger Federer sind mit sechs Siegen die erfolgreichsten Spieler der Geschichte bei den Australian Open, Federer geht als Titelverteidiger ins Turnier und gilt auch in diesem Jahr als Mitfavorit. Bei den Frauen ist Serena Williams mit sieben Titeln die beste Spielerin der Open Era. Im vergangenen Jahr triumphierte Caroline Wozniacki - zum ersten Mal in ihrer Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier.

Wie stehen die Chancen der Deutschen?

Nach seinem Sieg bei den ATP-Finals soll Alexander Zverev auch bei Grand-Slam-Turnieren der Durchbruch gelingen. In Australien ist der 21-Jährige bislang nie über die dritte Runde hinausgekommen. Gut möglich, dass sich das in diesem Jahr ändert. Hinter Djokovic und Federer zählt er zum erweiterten Favoritenkreis. Zverev ist an Position vier gesetzt und würde den großen Stars damit zumindest bis zu einem möglichen Halbfinale aus dem Weg gehen.

Auch bei den Frauen darf sich eine Deutsche Hoffnungen auf den Titel machen. Angelique Kerber ist nach ihrem historischen Wimbledon-Triumph momentan Weltranglistenzweite. In Australien, wo Kerber 2016 ihren ersten Major-Sieg feiern konnte, ist auch ihr neuer Trainer Rainer Schüttler an ihrer Seite.

Roger Federer nach seinem Triumph 2018
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Roger Federer nach seinem Triumph 2018

Der Modus

Bei den Frauen gilt der sogenannte "Best-of-Three"-Modus. Er besagt, dass die Spielerin gewinnt, die zuerst zwei Sätze für sich entschieden hat. Bei einem möglichen Spielstand von 6:6 im entscheidenden dritten Satz würde es in diesem Jahr erstmals in der Geschichte des Turniers nicht so lange weitergehen, bis eine Spielerin zwei Spiele Vorsprung hat. Stattdessen wird ein Match-Tie-Break gespielt - doch allerdings nicht bis sieben, sondern bis zehn. Auch bei den Männern gilt diese Modifizierung, die dafür sorgen soll, dass die Partien verkürzt werden. Allerdings spielen die Männer im "Best-of-Five"-Modus. Dies bedeutet, dass ein Profi mindestens drei Sätze gewinnen muss, um die nächste Runde zu erreichen. Somit käme es erst in einem möglichen fünften Satz zum neu eingeführten Match-Tie-Break.

Wo kann ich das Turnier im TV verfolgen?

Wie in jedem Jahr berichtet Eurosport täglich von dem Turnier aus Melbourne. In der ersten Woche beginnen die Übertragungen schon um 1 Uhr nachts. Wer alle Spiele verfolgen will, braucht den Eurosport-Player. Hier können die Nutzer selbst auswählen, welches Spiel sie sehen wollen.

Die Hitze-Regel

Traditionell sind die Profis im australischen Sommer extremen Temperaturen ausgesetzt. Um die Spieler zu schützen, wurde bereits 1998 die sogenannte "Extreme Heat Policy" eingeführt. Diese Regelung besagt, dass Partien unterbrochen werden müssen, wenn die Temperaturen auf über 40 Grad Celsius steigen. Auf den großen Anlagen ist es mitunter noch deutlich heißer. Deshalb wird in diesem Jahr erstmals auch eine "Heat Stress Scale" (Hitzebelastungsskala von 1-5) eingeführt. Erreicht die Skala eine vier, kann bei den Frauen nach dem zweiten Satz eine längere Pause eingelegt werden, bei den Männern hingegen erst nach dem dritten Satz. Sollte sogar die fünfte Stufe erreicht werden, besteht die Möglichkeit, die Partie zu unterbrechen. Einfluss auf die Skala haben die klimatischen Faktoren Lufttemperatur, Strahlungswärme der Sonne, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit.

Die Titelverteidigerin: Caroline Wozniacki
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Die Titelverteidigerin: Caroline Wozniacki

Zahlen und Fakten

Die Australian Open finden im Melbourne Park statt, welcher ungefähr 20 Hektar groß ist. Er bietet Platz für drei große Arenen. Die größte ist die Rod Laver Arena (14.820 Zuschauer) - benannt nach der australischen Tennis-Legende Rod Laver. Die Hisense Arena (10.000 Zuschauer) und die Margaret Court Arena (7.500 Zuschauer) gehören ebenfalls zu den großen Stadien und verfügen ebenso über ein ausfahrbares Dach wie die Rod Laver Arena. Das Tennisturnier ist die größte regelmäßig stattfindende Veranstaltung Australiens, zieht jährlich mehr als 600.000 Zuschauer an und ist mit rund 35 Millionen Euro dotiert. Der Sieger bekommt knapp 2,5 Millionen Euro.

Der Spielplan

Männer (Achtelfinale)

Novak Djokovic (Nr. 1/Serbien) - Daniil Medwedew (Nr. 15/Russland)
Rafael Nadal (Nr. 2/Spanien) - Tomas Berdych (Tschechien)
Roger Federer (Nr. 3/Schweiz) - Stefanos Tsitsipas (Nr.14/ Griechenland)
Alexander Zverev (Nr. 4/Deutschland) - Milos Raonic (Nr. 16/Kanada)
Marin Cilic (Nr. 6/Kroatien) - Robero Bautista-Agut (Nr. 22/Spanien)
Kei Nishikori (Nr.8/Japan) - Pablo Carreno Busta (Nr.23/Spanien)
Borna Coric (Nr. 11/Kroaien) - Lucas Pouille (Nr.22/Frankreich)
Grigor Dimitrow (Nr.20/ Bulgarien) - Frances Tiafoe (USA)

Frauen (Achtelfinale)

Simona Halep (Nr. 1/Rumänien) - Serena Williams (Nr16/USA)
Angelique Kerber (Nr. 2/Deutschland) - Danielle Collins (USA)
Naomi Osaka (Nr. 4/Japan) - Anastasija Sevastova (Nr.13/Lettland)
Sloane Stephens (Nr. 5/USA) - Anastasia Pavlyuchenkova (Russland)
Elina Svitolina (Nr.6/Ukraine) - Madison Keys (Nr.17/USA)
Karolina Pliskova (Nr.7/Tschechien) - Garbine Muguruza (Nr. 18/Spanien)
Petra Kvitova (Nr.8/Tschechien) - Amanda Anisimova (USA)
Ashleigh Barty (Nr. 15/Australien) - M. Scharapowa (Nr. 30/Russland)


Alle Sieger seit der "Open Era"

Männer:

2018: Roger Federer - Marin Cilic 6:2, 6:7, 6:3, 3:6, 6:1
2017: Roger Federer - Rafael Nadal 6:4, 3:6, 6:1, 3:6, 6:3
2016: Novak Djokovic - Andy Murray 6:1, 7:5, 7:6 '
2015: Novak Djokovic - Andy Murray 7:6, 6:7, 6:3, 6:0
2014: Stan Wawrinka - Rafael Nadal 6:3, 6:2, 3:6, 6:3
2013: Novak Djokovic - Andy Murray 6:7, 7:6, 6:3, 6:2
2012: Novak Djokovic - Rafael Nadal 5:7, 6:4, 6:2, 6:7, 7:5
2011: Novak Djokovic - Andy Murray 6:4, 6:2, 6:3
2010: Roger Federer - Andy Murray 6:3, 6:4, 7:6
2009: Rafael Nadal - Roger Federer 7:5, 3:6, 7:6, 3:6, 6:2
2008: Novak Djokovic - Jo-Wilfried Tsonga 4:6, 6:4, 6:3, 7:6
2007: Roger Federer - Fernando Gonzalez 7:6, 6:4, 6:4
2006: Roger Federer - Marcos Baghdatis 5:7, 7:5, 6:0, 6:2
2005: Marat Safin - Lleyton Hewitt 1:6, 6:3, 6:4, 6:4
2004: Roger Federer - Marat Safin 7:6, 6:4, 6:2
2003: Andre Agassi - Rainer Schüttler 6:2, 6:2, 6:1
2002: Thomas Johansson - Marat Safin 3:6, 6:4, 6:4, 7:6
2001: Andre Agassi - Arnaud Clement 6:4, 6:2, 6:2
2000: Andre Agassi - Yevgeny Kafelnikov 3:6, 6:3, 6:2, 6:4
1999: Yevgeny Kafelnikov - Thomas Enqvist 4:6, 6:0, 6:3, 7:6
1998: Petr Korda - Marcelo Rios 6:2, 6:2, 6:2
1997: Pete Sampras - Carlos Moya 6:2, 6:3, 6:3
1996: Boris Becker (Deutschland) - Michael Chang 6:2, 6:4, 2:6, 6:2
1995: Andre Agassi - Pete Sampras 4:6, 6:1, 7:6, 6:4
1994: Pete Sampras - Todd Martin 7:6, 6:4, 6:4
1993: Jim Courier - Stefan Edberg 6:2, 6:1, 2:6, 7:5
1992: Jim Courier - Stefan Edberg 6:3, 3:6, 6:4, 6:2
1991: Boris Becker (Deutschland) - Ivan Lendl 1:6, 6:4, 6:4, 6:4
1990: Ivan Lendl - Stefan Edberg 4:6, 7:6, 5:2 Aufgabe
1989: Ivan Lendl - Miloslav Mecir 6:2, 6:2, 6:2
1988: Mats Wilander - Pat Cash 6:3, 6:7, 3:6, 6:1, 8:6
1987: Stefan Edberg - Pat Cash 6:3, 6:4, 3:6, 5:7, 6:3
1986: Kein Turnier, da Umstellung auf neuen Austragungstermin
1985: Stefan Edberg - Mats Wilander 6:4, 6:3, 6:3
1984: Mats Wilander - Kevin Curren 6:7, 6:4, 7:6, 6:2
1983: Mats Wilander - Ivan Lendl 6:1, 6:4, 6:4
1982: Johan Kriek - Steve Denton 6:3, 6:3, 6:2
1981: Johan Kriek - Steve Denton 6:2, 7:6, 6:7, 6:4
1980: Brian Teacher - Kim Warwick 7:5, 7:6, 6:3
1979: Guillermo Vilas - John Sadri 7:6, 6:3, 6:2
1978: Guillermo Vilas - John Marks 6:4, 6:4, 3:6, 6:3
1977: Roscoe Tanner - Guillermo Vilas 6:3, 6:3, 6:3
1977: Vitas Gerulaitis - John Lloyd 6:3, 7:6, 5:7, 3:6, 6:2
1976: Mark Edmondson - John Newcombe 6:7, 6:3, 7:6, 6:1
1975: John Newcombe - Jimmy Connors 7:5, 3:6, 6:4, 7:5
1974: Jimmy Connors - Phil Dent 7:6, 6:4, 4:6, 6:3
1973: John Newcombe - Onny Parun 6:3, 6:7, 7:5, 6:1
1972: Ken Rosewall - Mal Anderson 7:6, 6:3, 7:5
1971: Ken Rosewall - Arthur Ashe 6:1, 7:5, 6:3
1970: Arthur Ashe - Dick Crealy 6:4, 9:7, 6:2
1969: Rod Laver - Andres Gimeno 6:3, 6:4, 7:5

Frauen:

2018: Caroline Wozniacki - Simona Halep 7:6, 3:6, 6:4
2017: Serena Williams - Venus Williams 6:4, 6:4
2016: Angelique Kerber (Deutschland) - Serena Williams 6:4, 3:6, 6:4
2015: Serena Williams - Maria Sharapova 6:3, 7:6
2014: Li Na - Dominika Cibulkova 7:6, 6:0
2013: Victoria Azarenka - Li Na 4:6, 6:4, 6:3
2012: Victoria Azarenka - Maria Sharapova 6:3, 6:0
2011: Kim Clijsters - Li Na 3:6, 6:3, 6:3
2010: Serena Williams - Justine Henin 6:4, 3:6, 6:2
2009: Serena Williams - Dinara Safina 6:0, 6:3
2008: Maria Sharapova - Ana Ivanovic 7:5, 6:3
2007: Serena Williams - Maria Sharapova 6:1, 6:2
2006: Amelie Mauresmo - Justine Henin 6:1, 2:0 Aufgabe
2005: Serena Williams - Lindsay Davenport 2:6, 6:3, 6:0
2004: Justine Henin - Kim Clijsters 6:3, 4:6, 6:3
2003: Serena Williams - Venus Williams 7:6, 3:6, 6:4
2002: Jennifer Capriati - Martina Hingis 4:6, 7:6, 6:2
2001: Jennifer Capriati - Martina Hingis 6:4, 6:3
2000: Lindsay Davenport - Martina Hingis 6:1, 7:5
1999: Martina Hingis - Amelie Mauresmo 6:2, 6:3
1998: Martina Hingis - Conchita Martinez 6:3, 6:3
1997: Martina Hingis - Mary Pierce 6:2, 6:2
1996: Monica Seles - Anke Huber (Deutschland) 6:4, 6:1
1995: Mary Pierce - Arantxa Sanchez 6:3, 6:2
1994: Steffi Graf (Deutschland) - Arantxa Sanchez 6:0, 6:2
1993: Monica Seles - Steffi Graf 4:6, 6:3, 6:2
1992: Monica Seles - Mary Joe Fernandez 6:2, 6:3
1991: Monica Seles - Jana Novotna 5:7, 6:3, 6:1
1990: Steffi Graf (Deutschland) - Mary Joe Fernandez 6:3, 6:4
1989: Steffi Graf (Deutschland) - Helena Sukova 6:4, 6:4
1988: Steffi Graf (Deutschland) - Chris Evert 6:1, 7:6
1987: Hana Mandlikova - Martina Navratilova 7:5, 7:6
1986: Kein Turnier, da Umstellung auf neuen Austragungstermin
1985: Martina Navratilova - Chris Evert 6:2, 4:6, 6:2
1984: Chris Evert - Helena Sukova 6:7, 6:1, 6:3
1983: Martina Navratilova - Kathy Jordan 6:2, 7:6
1982: Chris Evert - Martina Navratilova 6:3, 2:6, 6:3
1981: Martina Navratilova - Chris Evert 6:7, 6:4, 7:5
1980: Hana Mandlikova - Wendy Turnbull 6:0, 7:5
1979: Barbara Jordan - Sharon Walsh 6:3, 6:3
1978: Christine O'Neil - Betsy Nagelsen 6:3, 7:6
1977: Evonne Cawley - Helen Cawley 6:3, 6:0
1977: Kerry Reid - Dianne Fromholtz 7:5, 6:2
1976: Evonne Cawley - Renata Tomanova 6:2, 6:2
1975: Evonne Cawley - Martina Navratilova 6:3, 6:2
1974: Evonne Cawley - Chris Evert 7:6, 4:6, 6:0
1973: Margaret Court - Evonne Cawley 6:4, 7:5
1972: Virginia Wade - Evonne Cawley 6:4, 6:4
1971: Margaret Court - Evonne Cawley 2:6, 7:6, 7:5
1970: Margaret Court - Kerry Melville 6:1, 6:3
1969: Margaret Court - Billie Jean King 6:4, 6:1

bam

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Seite 1
klara_sprudel 10.01.2019
1. 2003 Rainer Schüttler im Endspiel
Leider wurde von der Redaktion vergessen, in der Liste der Männer auf Rainer Schüttler (Deutschland und in fett) hinzuweisen. Er hat zwar das Endspiel nicht gewonnen, aber wie 1996 Anke Huber das Endspiel erreicht. Dazu ist er der derzeitige Trainer von Angelique Kerber.
jean-baptiste-perrier 10.01.2019
2. #1
"The winner takes it all, the loser standing small"! So ist das leider nunmal. Was mir beim lesen der Listen in diesem Zusammenhang besonders ins Auge stach, ist das bisherige "Schicksal" von Andy Murray in Melbourne: Insgesamt 5-mal das Endspiel verloren. Davon 4-mal innerhalb von 6 Jahren gegen Novak Djokovic! Sehr bitter. Man kann nur froh sein, dass Murray mittlerweile einen US Open und zwei Wimbledon Titel auf dem Konto hat. Inwieweit er körperlich (nach seiner Hüft-Op) überhaupt noch in der Lage sein wird jemals wieder um die großen Titel mitzuspielen, steht in den Sternen. Mich erinnern Murrays seltsame, destruktiven Eigen-Dialoge auf dem Platz immer ein wenig an Boris Becker ("Das kann nicht wahr sein! Es ist Finale und ich spiele so einen Mist hier zusammen.", im Wimbledon Finale '91 gegen Michael Stich).
qewr 11.01.2019
3.
Zitat von klara_sprudelLeider wurde von der Redaktion vergessen, in der Liste der Männer auf Rainer Schüttler (Deutschland und in fett) hinzuweisen. Er hat zwar das Endspiel nicht gewonnen, aber wie 1996 Anke Huber das Endspiel erreicht. Dazu ist er der derzeitige Trainer von Angelique Kerber.
Es hätten nur die Partien mit einem/r deutschen Sieger/In fett gedruckt werden dürfen. Insofern ist die bei den Damen 1996 genannte Anke Huber ein Fehler der Typographie.
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