Australian-Open-Siegerin Kerber Der Weg zum Grand-Slam-Titel

Angelique Kerber ist die erste deutsche Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf 1999. Im Finale bezwang die 28-Jährige die große Favoritin Serena Williams. Dabei wäre sie beinahe schon in der ersten Runde gescheitert.

Australian-Open-Siegerin Kerber: Größter Triumph ihrer Karriere
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Australian-Open-Siegerin Kerber: Größter Triumph ihrer Karriere


Auf dem Weg zum Triumph bei den Australian Open hatte Angelique Kerber gleich zum Auftakt eine Schrecksekunde zu überstehen. Gegen eine 24-jährige Japanerin musste sie einen Matchball abwehren. Danach marschierte die neue Weltranglistenzweite souverän durch das Turnier und gab nur noch im Endspiel einen Satz ab.

Ihre Spiele auf dem Weg zum Titel im Überblick.

1. Runde gegen Misaki Doi (Japan) 6:7 (4:7), 7:6 (8:6), 6:3: Angelique Kerber startete wie so oft schlecht ins Turnier. Im zweiten Satz gegen die Japanerin hatte sie sogar einen Matchball gegen sich. Doch die Deutsche bewies Nervenstärke und drehte die Partie noch. Hinterher konnte sie lachen. "Ich war schon mit einem Bein im Flugzeug."

2. Runde gegen Alexandra Dulgheru (Rumänien) 6:2, 6:4: Kerber spielte befreit auf, hatte überhaupt keine Schwierigkeiten. Nur 73 Minuten stand sie auf dem Platz. "Es war ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht", sagte sie später mit Blick auf ihren Zittersieg in der Runde zuvor.

3. Runde gegen Madison Brengle (USA) 6:1, 6:3: Wieder eine klare Sache für die 28-Jährige. Die US-Amerikanerin Brengle hatte gegen das druckvolle und variable Spiel der deutschen Nummer eins keine Chance. Mit dem Sieg hatte Kerber die Pflicht in Melbourne eigentlich schon erfüllt. Sie wollte aber mehr. "Die Reise ist noch nicht zu Ende."

Achtelfinale gegen Annika Beck 6:4, 6:0: Im deutschen Duell wirkte Kerber anfangs wieder verkrampft. Beck brachte ihre Fed-Cup-Kollegin ernsthaft in Gefahr. Doch nach dem ersten Satz fiel eine Last von Kerber ab. "Ich habe mir vorher zu viele Gedanken gemacht", gab sie später zu.

Viertelfinale gegen Victoria Asarenka (Weißrussland) 6:3, 7:5: Gegen ihre Angstgegnerin gelang Kerber der erste große Sieg in Melbourne. Druckvoll, variabel und nervenstark zwang sie die Favoritin in die Knie. Groß feiern wollte sie den Erfolg aber nicht. "Ich bin noch im Turniermodus", sagte sie.

Halbfinale gegen Johanna Konta (Großbritannien) 7:5, 6:2: Kerber agierte in der Rod Laver Arena sehr nervös, dennoch geriet sie nie in Gefahr. Nachdem sie den ersten Satz gewonnen hatte, marschierte sie locker ins Endspiel. "Das ist wirklich ein ganz spezieller Moment für mich", sagte Kerber nach dem Finaleinzug.

Endspiel gegen Serena Williams (USA) 6:4, 3:6, 6:4: Was für ein Finale! Kerber war gegen die beste Spielerin der Welt von Anfang an furchtlos. Im Laufe der Partie steigerte sie sich immer weiter, spielte am Ende ihr bestes Tennis. Nach 2:08 Stunden war die Sensation perfekt.

bam/sid



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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
gabbanaflow 30.01.2016
1. Erster
Top-Spiel!!!! Ich liebe diese Frau! Einfach Wahnsinn... Und so fair, niveauvoll und emotional.. Super!!
norbi123 30.01.2016
2. Mit Bravour
Es war eben auch ein Sieg der Nervenstärke. Das zeigte sich auch im VF-Match gegen V. Azarenka, als sie nahezu aussichtslos mit 2:5 im 2. Satz zurücklag. Aber Sie gewann dann 5 Spiele (!) in Folge! Schon das war eine bemerkenswerte Leistung in einem intensiven Match. Neben dem Finalsieg heute war das für mich eine der beeindruckendsten Performances im Turnierverlauf. Auch aufgrund der Spiele in der 1. Runde und wie erwähnt im VF ein verdienter Triumph. Glückwunsch Angie, das war großes Tennis!
Ecki_HH 30.01.2016
3. Armutszeugnis für die öffentlich Rechtlichen
Hab das Match live gesehen! Grandioses Spiel von beide n. Schade, dass die öR dieses Grossereignis nicht übertragen haben
stevenspielberg 30.01.2016
4. Wer braucht schon öffentlich rechtliches Fernsehen?
Zitat von Ecki_HHHab das Match live gesehen! Grandioses Spiel von beide n. Schade, dass die öR dieses Grossereignis nicht übertragen haben
Es gibt mit Sport1 und Eurosport zwei Sportsender die in Deutschland landesweit frei empfangbar sind. Wer nur schaut was auf den öffentlich rechtlichen kommt ist selbst schuld. Würde sich Sport1, so wie Eurosport, auch mehr auf seine Kernkompetenz konzentrieren und sein Sportprogramm erweitern dann brüchte man für Sport die ÖR gar nicht. Aber die bringen ja lieber Callin-Shows, Containerversteigerungen oder Auto-Tuning-Sendungen. Deren Sportprogramm beschränkt sich auf Fußball, wenige andere Mannschaftssportarten und Darts!
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