Hamburg - Souveräner Erfolg für Rafael Nadal: Der Spanier hat als erster Spieler bei den Australian Open das Endspiel erreicht. Im Halbfinale setzte sich der Weltranglisten-Zweite gegen Roger Federer aus der Schweiz nach 3:41 Stunden in vier Sätzen 6:7 (5:7), 6:2, 7:6 (7:5), 6:4 durch. Im Duell der beiden Dauerrivalen war es der 18. Sieg für Nadal. Nadals Endspielgegner wird am Freitag (9.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der Neuauflage des letztjährigen Endspiels zwischen Novak Djokovic und Andy Murray ermittelt.
"Ich bin enttäuscht. Ich hatte in allen Sätzen meine Chancen, aber habe sie nicht nutzen können. Rafa hat sehr gut gespielt", sagte Federer.
Vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Rod-Laver-Arena entwickelte sich von Beginn an das erwartet enge und hochklassige Spiel. Es war das erste Mal seit Juni 2005, dass sich Federer und Nadal bereits vor dem Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier gegenüberstanden. Damals in Paris hatte ebenfalls der Spanier gewonnen.
Entscheidendes Break im neunten Spiel des vierten Satzes
Nach einem ausgeglichenen ersten Satz verbesserte Nadal im zweiten Durchgang seine Aufschlagquote. Zudem profitierte der Linkshänder, der erneut mit einem dicken Tape-Verband am rechten Knie antrat, von einer zehnminütigen Unterbrechung bei eigener 5:2-Führung. Die Pause war notwendig geworden, weil wegen des Nationalfeiertages ein Feuerwerk gezündet wurde. Danach holte sich Nadal den zweiten Satz und machte insgesamt elf Punkte in Serie.
Der 30-jährige Federer steckte in seinem 1001. Profimatch auch nach dem Verlust des dritten Durchgangs nicht auf. Die Vorentscheidung im vierten Satz fiel, als Nadal das Break zum 5:4 gelang. Der 25-Jährige, der sechs seiner 16 Breakchancen nutzte, hat damit die letzten fünf Grand-Slam-Duelle gegen Federer gewonnen.
Der viermalige Melbourne-Gewinner Federer hatte bei den Australian Open 2010 seinen vorerst letzten großen Titel geholt. 2011 war für den Schweizer die schlechteste Major-Saison seit 2002. Zu Beginn des Turniers hatte es Spannungen zwischen den beiden Kontrahenten gegeben. Der Spanier kritisierte Federer überraschend in der Öffentlichkeit, weil sich dieser in der Diskussion über höhere Preisgelder nicht auf die Seite seiner Spielerkollegen geschlagen hatte.
mib/sid
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