Australian Open: Titelverteidiger Djokovic triumphiert über Murray

Australian Open: Djokovic, der Fußballer Fotos
REUTERS

Der "Djoker" hat wieder zugeschlagen: Gegen den britischen Olympiasieger Andy Murray gewann Novak Djokovic das Finale der Australian Open. Vier umkämpfte Sätze brauchte der Serbe, bis er das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres für sich entscheiden konnte. Es ist sein dritter Australien-Sieg in Folge.

Hamburg - Novak Djokovic ist die Titelverteidigung bei den Australian Open gelungen: Der Serbe gewann in einem packenden Finale in knapp vier Stunden 6:7 (2:7), 7:6 (7:3), 6:3, 6:2 gegen Olympiasieger Andy Murray. Mit seinem insgesamt sechsten Grand-Slam-Titel bleibt Djokovic Weltranglistenerster. Zugleich gelang Djokovic in Australien als erstem Spieler seit Einführung des Profitennis 1968 überhaupt ein Hattrick: Keiner vor ihm konnte dreimal hintereinander auf demselben Court triumphieren.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier wieder ganz oben zu stehen. Das ist wirklich mein Lieblings-Turnier", sagte Djokovic nach der Partie. Zuletzt hatte der Serbe gegen Murray bei den US Open 2012 verloren.

Beide Athleten hatten sich auf ein langes Match in Melbourne eingestellt, in der Anfangsphase ließen sie es entsprechend ruhig angehen. Über die ersten Punkte entschieden vor allem die Aufschläge, der 25-jährige Djokovic wirkte zudem etwas fehleranfälliger als sein gleichaltriger Kontrahent. So ging der erste Satz nach knapp 70 Minuten und Tiebreak an den Schotten.

Ein ähnliches Bild zu Beginn des zweiten Durchgangs: Djokovic schien nervös, schlug die Bälle ins Aus oder ins Netz - und ärgerte sich sichtlich über sich selbst. Als er keine Chance mehr hatte, mit dem Schläger an einen Ball heranzukommen, trat er diesen wutentbrannt mit dem Fuß in Richtung der Zuschauerränge. Doch Djokovic rettete auch diesen Satz in den Tiebreak - und glich aus.

Von da an übernahm Djokovic mehr und mehr die Kontrolle, wurde präsenter und sicherer. Der Weltranglisten-Dritte Murray hingegen wirkte weniger frisch und konzentriert als zu Beginn. Nach rund 40 Minuten konnte der Serbe den Durchgang für sich entscheiden, kurz zuvor war ihm das erste Break des Duells gelungen.

Djokovic nutzte den ersten Matchball zum Sieg

Gleich zu Beginn des vierten und entscheidenden Satzes ging Djokovic mehr Risiko ein, wehrte erst ein Break von Murray ab - der aber an der Grundlinie patzte und so selbst für das erste Break des Durchgangs sorgte. Von da an gab Djokovic den Sieg nicht mehr aus der Hand. Obwohl Murray ihn weiter unter Druck setzte, parierte er so gut wie jeden Ball des Briten, bis dieser wiederum patzte. Nach einem Doppelfehler Murrays und einem weiteren Break war der letzte Satz zugunsten des abgebrühteren Djokovic gelaufen.

Nach 3:40 Stunden verwandelte der Serbe seinen ersten Matchball und ließ sich von den 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena feiern. Im vergangenen Jahr hatte Djokovic in Australien den Spanier Rafael Nadal in 5:53 Stunden bezwungen.

"Sagenhaft, was er hier geschafft hat", sagte Murray nach dem Spiel über seinen Gegner, "er hat es verdient." Murray hatte dabei Mühen, auf das Podest zu gelangen, so angestrengt waren seine Beine. Djokovic gab das Lob an seinen Kontrahenten zurück: "Wir haben so viele enge Matches bestritten, heute hattest Du einfach Pech. Viel Glück für den Rest der Saison!" Djokovic streicht für seinen Sieg rund 1,88 Millionen Euro ein.

Zuvor hatten sich bereits die beiden Australier Jarmila Gajdosova und Matthew Ebden den Titel im Mixed-Wettbewerb gesichert. Die Lokalmatadoren setzten sich gegen das tschechische Tennis-Duo Lucie Hradecka und Frantisek Cermak 6:3, 7:5 durch.

psk

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1. Lionheart
Extrameter 27.01.2013
Bravo Nole! Du bist der Beste!
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Die Sieger der Australian Open seit 2000
Jahr Männer Frauen
2014 Stanislas Wawrinka Li Na
2013 Novak Djokovic Victoria Asarenka
2012 Novak Djokovic Victoria Asarenka
2011 Novak Djokovic Kim Clijsters
2010 Roger Federer Serena Williams
2009 Rafael Nadal Serena Williams
2008 Novak Djokovic Marija Scharapowa
2007 Roger Federer Serena Williams
2006 Roger Federer Amélie Mauresmo
2005 Marat Safin Serena Williams
2004 Roger Federer Justine Henin
2003 Andre Agassi Serena Williams
2002 Thomas Johansson Jennifer Capriati
2001 Andre Agassi Jennifer Capriati
2000 Andre Agassi Lindsey Davenport
Tennis: Die wichtigsten Schläge
Beginnt der Aufschläger nicht mit einem Ass und der Rückschläger spielt den Ball zurück übers Netz, läuft der Ballwechsel. Dann kann es zu folgenden Schlägen kommen:

  • VOLLEY: Der Ball wird noch vor dem Aufkommen auf dem Boden geschlagen. Dieser Schlag wird vorwiegend am Netz gespielt und soll den Ballwechsel beenden.

    PASSIERSCHLAG: Ist der andere Spieler ans Netz vorgerückt, kann er nicht die gesamte Breite des Feldes abdecken - und mit einem Schlag seitlich an ihm vorbei passiert werden.

    STOPP: Ein zumeist mit Rückwärtsdrall gespielter Ball, der kurz hinter dem Netz aufkommt und für den Gegner schwer zu erreichen ist. Wird vorwiegend auf dem langsamen Belag Sand gespielt.

    LOB: Nach einem gespielten Stopp rückt der Spieler zumeist ans Netz vor. Dann ist es möglich ihn mit einem hoch geschlagenen Lob-Ball zu überspielen.

    SCHMETTERBALL: Wird der Lob zu flach gespielt, bietet sich für den Gegner die Möglichkeit, den Ballwechsel mit einem Schmetterball zu beenden. Der Schlag ähnelt sehr dem Aufschlag und ist ein mit hohem Tempo gespielter Überkopfschlag.

  • Zudem lassen sich die Schläge von der Grundlinie unterteilen, egal ob Vor- und Rückhand:

  • TOPSPIN: Durch eine von unten nach oben durchgeführte Schlagbewegung wird dem Ball Vorwärtsdrall verliehen. Der Ball steigt dadurch zunächst relativ hoch an, fällt dann aber steil nach unten. So können auch sehr diagonal oder schnell gespielte Bälle noch im Feld landen.

    SLICE: Ist das Gegenteil vom Topspin. Die Schlagbewegung ist von oben nach unten, der Ball erhält damit Rückwärtsdrall. Der Ball wird möglichst am höchsten Punkt getroffen, die Flugkurve ist dann sehr flach und stetig sinkend. Der Ball ist dadurch relativ lange in der Luft, so dass der Schlag entweder als Verteidigungsschlag oder als Vorbereitung zum Aufrücken ans Netz verwendet wird.

    DRIVE: Der Ball wird sehr direkt getroffen und damit nur mit sehr wenig oder gar keiner Rotation versehen.

Jeder dieser drei Schläge kann entweder cross, also quer, oder longline, der Linie entlang, gespielt werden. Ein Longline-Schlag erfordert eine hohe Präzision, da der Ball leicht im Aus landen kann - und das Netz zudem außen höher ist als in der Mitte. Cross gespielte Schläge hingegen fordern weniger Genauigkeit, können dafür aber mit mehr Tempo gespielt werden.