Australian Open Federer nach Chung-Aufgabe im Finale

Zum 30. Mal in einem Grand-Slam-Endspiel: Roger Federer hat das Finale der Australian Open erreicht - und zwar ohne Satzverlust. Im Halbfinale profitierte er von einer Verletzung seines 15 Jahre jüngeren Gegners.

Roger Federer
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Roger Federer


Roger Federer steht bei den Australian Open im Finale. Am Sonntag (9.30 Uhr, TV: Eurosport) kann er gegen den Kroaten Marin Cilic seinen 20. Grand-Slam-Titel gewinnen. Im Halbfinale führte der Vorjahressieger aus der Schweiz gegen den 15 Jahre jüngeren Chung Hyeon bereits 6:1, 5:2, ehe der Südkoreaner nach 62 Minuten angeschlagen aufgab. Chung hatte sich zuvor wegen einer Blase am linken Fuß behandeln lassen.

"Im zweiten Satz habe ich gemerkt, dass er langsamer wurde und Probleme hatte", sagte Federer: "Ich habe oft genug selbst mit Blasen gespielt und weiß, wie weh das tut. Ich bin glücklich, wieder im Endspiel zu stehen, aber auf diesem Weg wollte ich es nicht schaffen."

Hyeon Chung wird behandelt
AFP

Hyeon Chung wird behandelt

Bereits zum sechsten Mal erreichte Federer ein Grand-Slam-Finale ohne den Verlust eines einzigen Satzes, 2007 in Melbourne und im vergangenen Jahr in Wimbledon - im Finale gegen Cilic, der damals ebenfalls von einer Blase unter dem Fuß beeinträchtigt war - hatte Federer sogar den Titel mit der perfekten Bilanz von 21:0 Sätzen gewonnen. In Melbourne spielt er um seinen sechsten Titel bei den Australian Open.

Federer hat die US Open 2014 noch in Erinnerung

Im ersten Aufeinandertreffen mit Chung, der im Turnierverlauf den Weltranglistenvierten Alexander Zverev und Rekordsieger Novak Djokovic geschlagen hatte, dominierte Federer nach Belieben. Allerdings bewegte sich Chung sichtlich schlechter als gewohnt. Finalgegner Cilic, 29, hatte am Tag zuvor sein Halbfinale gegen den Briten Kyle Edmund souverän 6:2, 7:6 (7:4), 6:2 gewonnen.

In seinem 30. Grand-Slam-Endspiel insgesamt ist Federer der klare Favorit. Von neun Duellen mit Cilic hat er acht gewonnen, die einzige Niederlage ist ihm jedoch noch immer in schlechter Erinnerung. Bei den US Open 2014 habe Cilic ihn im Halbfinale "zerstört", sagte Federer nach seinem kurzen Arbeitstag auf dem Court. Cilic gewann später in New York seinen bislang einzigen Grand-Slam-Titel.

chh/sid



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jean-baptiste-perrier 26.01.2018
1. Hoffen auf ein spannendes Finale !
So - Aufgabe des Gegners wegen Verletzung - möchte keiner gerne gewinnen. Da kann man jetzt nur hoffen, dass es zur Entschädigung nun ein wirklich enges 5-Satz Match im Finale gibt. Und nicht so ein Langweiler wie beim Finalsieg von Nadal gegen Anderson bei den US Open letztes Jahr. Natürlich zählt vor allem der nächste Titel für Federer. Aber nur bei einem engen Spiel macht sowas Spaß (auch einem Federer). Es geht doch letztlich um das Spiel Tennis als solches. Man will doch atemberaubende Duelle auf Augenhöhe sehen. So wie das letztjährige Finale Federer gegen Nadal. Oder eben das Damen Halbfinale am Donnerstag zwischen Kerber und Halep. Eine/r muss immer verlieren, aber es bleiben großartige Matches in Erinnerung, die den Kern der Faszination Tennis ausmachen. Also in Bezug auf die Finale bei Damen und Herren: "Ladies and gentlemen, get ready to rummmmmmmmmmmmble...." !
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