Australian Open: Schüttler gegen Agassi ohne Chance

Rainer Schüttler hat die Sensation nicht geschafft. Im Finale der Australian Open verlor er in drei Sätzen klar gegen Andre Agassi. Deutsche Tennisfans werden Schüttlers Niederlage mit einem weinenden und einem lachenden Auge gesehen haben: Sie dürfen sich jetzt auf ein Comeback von Steffi Graf freuen.

Andre Agassi: Sein achter Grand-Slam-Titel
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Andre Agassi: Sein achter Grand-Slam-Titel

Melbourne – Andre Agassi hat die Australian Open zum vierten Mal in seiner Karriere gewonnen. Mit einem klaren 6:2, 6:2 und 6:1 ließ er seinem Finalgegner Rainer Schüttler keine Chance. Für Agassi ist es der achten Sieg in einem Gran-Slam-Finale.

Vor dem Endspiel hatte Agassi für den Fall eines Sieges ein Comeback der deutschen Tenniskönigin Steffi Graf angekündigt. "Wenn ich die Australian Open gewinne, wird Stef mit mir in Paris Mixed spielen", hatte Ehemann Andre Agassi nach seinem Halbfinaleinzug verraten. "Diese Wette haben wir vor einiger Zeit geschlossen, und ich gebe mein Wort darauf, dass wir sie halten werden."

Sollten Graf und Agassi tatsächlich bei den French Open zum "Love Match" antreten, würden sie zusammen 30 Einzel-Titel bei Grand-Slam-Turnieren auf den Platz bringen. 22 gewann Graf, den letzten 1999 in Paris, acht ihr Ehemann. Steffi Graf hatte ihre Karriere im August 1999 wegen anhaltender gesundheitlicher Probleme beendet.

Schüttler erstmals im Finale eines Grand Slam

Rainer Schüttler: "Er war einfach zu gut für mich"
AFP

Rainer Schüttler: "Er war einfach zu gut für mich"

Rainer Schüttler war in Melbourne erstmals in das Endspiel eines Slam-Turniers eingezogen. Doch der 32 Jahre alte Agassi ließ dem sechs Jahre jüngeren Bad Homburger vor 15.000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena nicht den Hauch einer Chance. Der Ehemann von Steffi Graf verwandelte nach nur 1:16 Stunde seinen dritten Matchball und erhielt für seinen Erfolg ein Preisgeld von umgerechnet 620.000 Euro. Schüttler wurde für den größten Erfolg seiner Karriere mit der Hälfte dieser Summe belohnt.

Schüttler gab sich nach dem Spiel ganz bescheiden: "Er war einfach zu gut für mich. Das Finale habe ich mir mit Sicherheit anders vorgestellt. Aber ich habe nicht gegen irgendjemanden verloren. Wenn ich in ein paar Wochen zurückblicke, werde ich auf keinen Fall enttäuscht sein."

Steffi Graf beim Daumendrücken in Melbourne: Comeback in Paris?
REUTERS

Steffi Graf beim Daumendrücken in Melbourne: Comeback in Paris?

Andre Agassi strahlte und meinte: "Heute lief alles nach Plan. Es fällt mir schwer, zu glauben, dass ich gewonnen habe. Ich weiß, was es bedeutet und bin sehr stolz darauf. Das Jahr ist schon jetzt ein voller Erfolg." Auch Steffi Graf war begeistert: "Andre war in diesem Turnier in unglaublicher körperlicher Verfassung. So gut habe ich ihn selten spielen sehen. Es war eine tolle Überraschung, dass Rainer Schüttler im Finale war, denn ich schaue ja immer noch auf das deutsche Tennis. Ich hoffe, dass er diese Form in den nächsten Jahren halten kann."

Schüttler erst der sechste deutsche Grand-Slam-Finalist

Rainer Schüttler ist in der Geschichte der Grand-Slam-Turniere, die 1877 in Wimbledon begann, erst der sechste deutsche Finalist nach Gottfried von Cramm (sieben Finals/zwei Siege), Henner Henkel (ein Finale), Wilhelm Bungert (ein Finale), Boris Becker (zehn Finals/sechs Siege) und Michael Stich (drei Finals/ein Sieg).

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