Nach Olympia-Pleite: Australische Schwimmer geben Einnahme von Schlafmitteln zu

Schwimmstars Magnussen, Sullivan (v.l.): "Eine lächerliche Entscheidung" Zur Großansicht
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Schwimmstars Magnussen, Sullivan (v.l.): "Eine lächerliche Entscheidung"

Schlafmittel vor dem Wettkampf, Scherzanrufe bei Teamkollegen - bei den australischen Schwimmern ging es während der Olympischen Spiele drunter und drüber. Die Athleten haben jetzt ihr damaliges Fehlverhalten eingeräumt. Australien war in London ohne Schwimm-Goldmedaille geblieben.

Hamburg - Ein halbes Jahr nach dem enttäuschenden Abschneiden der australischen Schwimmer bei den Olympischen Spielen 2012 in London hat die 4x100-Meter-Freistilstaffel der Männer Fehlverhalten bei den Spielen eingeräumt. Demnach habe die Manschaft um die Weltmeister James Magnussen und Eamon Sullivan im Trainingslager in Manchester das vom australischen Verband verbotene Schlafmittel Stilnox genommen und Teamkollegen sowie Trainer mit nächtlichen Scherzanrufen und anderen Störmanövern belästigt.

"Wir haben uns selbst und die Menschen, die uns unterstützt haben, enttäuscht", hieß es in einem Statement. Stilnox hat nach Meinung der Athleten aber nicht die Leistung im olympischen Wettbewerb beeinträchtigt. "Es war eine lächerliche Entscheidung, aber es hat meine Leistung nicht beeinflusst", sagte Magnussen.

Das Schlafmittel steht zwar nicht auf der Dopingliste, allerdings wurde den Athleten die Einnahme von Australiens Nationalem Olympischen Komitee AOC im Vorfeld der Olympischen Spiele in London untersagt. Das AOC hatte derartige Medikamente auf die interne Verbotsliste gesetzt, nachdem der frühere Schwimmer Grant Hackett seine Abhängigkeit von Schlaftabletten zugegeben hatte.

Die favorisierte Freistilstaffel hatte in London eine Medaille verpasst, insgesamt sorgten Australiens Schwimmer für das schlechteste Team-Resultat seit den Spielen 1992 in Barcelona und waren erstmals seit Montreal 1976 ohne Einzelgold geblieben.

In einer Untersuchung des Schwimm-Teams durch eine unabhängige Kommission war jüngst von einer "giftigen Umgebung" einschließlich des Missbrauchs von verschreibungspflichtigen Medikamenten und "Mobbing" die Rede. Zudem hatte die Kommission gerügt, dass die Athleten während der Spiele zu viel Zeit damit verbracht hätten, sich mit Facebook oder Twitter zu beschäftigen.

aha/dpa/sid

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