Badminton-Skandal bei Olympia: Gesperrte Doppel legen Einspruch ein

Reihenweise Angaben ins Netz, ein Fehler nach dem nächsten: Wegen des Versuchs, absichtlich zu verlieren, waren in London mehrere Badminton-Doppel vom Turnier ausgeschlossen und später gesperrt worden. Nun haben zwei südkoreanische Teams Einspruch eingelegt, auch ein Trainer protestiert.

Badmintonspielerin Ha Jung-Eun: Während der Sommerspiele suspendiert Zur Großansicht
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Badmintonspielerin Ha Jung-Eun: Während der Sommerspiele suspendiert

Hamburg - Weil sie absichtlich versucht hatten, ihre Spiele zu verlieren, sorgten vier Badmintonspielerinnen aus Südkorea bei den Olympischen Sommerspielen für großen Ärger. Sie waren vom Turnier in London ausgeschlossen worden - und haben nun Einspruch gegen ihre Sperren eingelegt.

Jung Kyung-Eun, Kim Ha-Na, Ha Jung-Eun und Kim Min-Jung waren vom eigenen Verband zwei Jahre suspendiert worden.

Die Trainer der Damendoppel, Sung Han-Kook und Kim Moon-Soo, wurden in Südkorea mit einem lebenslangen Berufsverbot belegt. Während Sung die Strafe akzeptierte, legte Kim nun ebenfalls Einspruch ein. Bis Mittwoch wird die endgültige Entscheidung des nationalen Verbands erwartet.

Neben den beiden südkoreanischen Doppeln waren in London auch Spielerinnen aus China und Indonesien disqualifiziert worden. Alle vier Paarungen hatten in den abschließenden Gruppenspielen versucht, ihre Spiele absichtlich zu verlieren, um in der K.o.-Runde auf vermeintlich leichtere Gegner zu treffen.

Da die Doppel gegeneinander spielten, kam es in der Wembley Arena zu absurden Szenen: Angaben landeten reihenweise im Netz, unmotiviert wurden Bälle ins Aus geschlagen. Die chinesische Weltmeisterin Yu Yang trat nach dem Eklat zurück.

luk/sid

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1. Das macht ...
un-Diplomat 21.08.2012
Zitat von sysopIch hätte gern mal ein paar Kommentare der Damen gehört. Haben die sich das selbst ausgedacht, oder die Trainer.
... keinen Unterschied. Ausgedacht wurde der Turniermodus von anderen, deren Kommentare interessant wären.
2. Jeder hat die Wahl
omega99 21.08.2012
Ob Trainer oder Spieler ist glaube ich irrelevant. Auch ein Turniermodus fördert höchstens eine Entscheidung, trifft sie aber nicht. Somit hat jeder die Konsequenz zu tragen der wider den Regeln gehandelt hat. Und das geschieht ja auch mit der entsprechenden Abstufung der Strafen. Kommentare von wem auch immer sind höchstens vor dem Sportgericht notwendig. Und das auch nur im Rahmen der Regeln der Weltverbände. Und die sollte im Übrigen jeder Sportler kennen der sich Profi nennt.
3.
Mufflon 21.08.2012
Also Auschluss aus einem Olympische Turnier halte ich fuer Strafe genug. Berufsperre ist Ueberreaktion meiner Meinung nach.
4. Unmögliches Turniersystem
Faromir 21.08.2012
Meiner Meinung nach ist/war das größte Problem das Turniersystem. Ein Turniersystem, welches belohnt, wer verliert, kann nicht gut sein. Jeder Sportler möchte das Turnier gewinnen und tut alles, damit das möglich ist. Dazu gehören in allen Sportarten auch taktische Spielchen wie etwa das Auslaufen (bei schon längst gewonnenem Sprint), das taktische Langsamlaufen (gesehen bei 5km und 10km, wo keine kenianischen Läufer, sondern ein britischer Sprinter auf diese Weise gewinnen konnte). Man könnte das auch so ausdrücken, dass die meisten Sportler phasen haben, wo sie aus taktischen Gründen eben nicht Höchstleistung bringen. Das Turniersystem hätte hier so konzipiert werden müssen, dass die Spiele in einem Modus stattfinden lassen, der einem nicht ermöglicht im Voraus zu wissen, gegen wen man in der nächsten Runde in Abhängigkeit vom aktuellen Ergebnis spielen muss. Jetzt nur die Spieler zu bestrafen und das teilweise lebenslang finde ich absolut überzogen - sie haben vermutlich sehr lange, sehr intensiv trainiert, vermutlich nicht gedopt und haben nur versucht, das Turnier zu gewinnen bzw. möglichst weit zu kommen. Auch wenn es unsportlich ist, absichtlich zu verlieren, so finde ich doch, sollte man nicht übertreiben.
5. überzogen
angularm 22.08.2012
In vielen anderen Sportarten sind die Sperren wegen Dopings weniger hart. Spaniens Basketballmannschaft hat auch absichtlich verloren, aber keiner wurde bestraft. Die Hexenjagd geht in diesem Falle eindeutig zu weit, die Strafe (Ausschluss aus dem olympischen Turnier) war bereits hoch genug.
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