NBA-Playoffs Schröder und Atlanta Hawks erreichen Halbfinale

Jetzt geht es gegen den König: Die Atlanta Hawks mit dem Deutschen Dennis Schröder haben das Halbfinale der NBA-Playoffs erreicht. Nächster Gegner sind die Cleveland Cavaliers um LeBron "King" James. Ein erneut überragender Stephen Curry führte Golden State ins Conference-Finale.

Dennis Schröder: Neun Punkte im letzten Spiel gegen Washington
DPA

Dennis Schröder: Neun Punkte im letzten Spiel gegen Washington


Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder steht mit seinen Atlanta Hawks im Halbfinale der nordamerikanischen Profi-Liga NBA. Das Team aus dem US-Bundesstaat Georgia gewann die sechste Partie bei den Washington Wizards 94:91 und setzte sich in der Playoff-Serie somit 4:2 durch.

Die Hawks haben erstmals seit 1970 wieder die Vorschlussrunde erreicht und treffen nun auf die von LeBron James angeführten Cleveland Cavaliers.

Der dritte Sieg nacheinander gegen die Wizards stand erst einige Minuten nach Spielende fest. Washingtons Paul Pierce hatte beim Spielstand von 91:94 durch einen Drei-Punkte-Wurf mit der Schluss-Sirene den vermeintlichen Ausgleich erzielt. Nach mehrmaliger Betrachtung der Wiederholung stellten die Schiedsrichter jedoch fest, dass der Ball mit Ablauf der Spieluhr noch an Pierce's Hand war und annulierten den Treffer.

Bei Atlanta erzielte DeMarre Caroll die meisten Punkte (25), Schröder kam auf neun Punkte und war somit erfolgreichster Einwechselspieler der Gäste. Für Washington war Bradley Beal mit 29 Punkten einmal mehr am treffsichersten.

Ebenfalls im Playoff Halbfinale stehen die Golden State Warriors - zum ersten Mal seit 1976. Angeführt von Stephen Curry feierten die Warriors den entscheidenden vierten Sieg im Duell gegen die Memphis Grizzlies. Die sechste Partie zwischen den beiden Teams endete mit einem klaren 108:95 für die Gäste. Curry war mit 32 Punkten maßgeblich an dem Sieg beteiligt.

Im Conference-Finale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga trifft Golden State entweder auf die Los Angeles Clippers oder die Houston Rockets. Die Serie beginnt am Dienstag.

Basketball-Profi Schröder: Aus Braunschweig in die NBA

Durchbruch im zweiten NBA-Jahr: Dennis Schröder hat sich deutlich gesteigert und zählt beim derzeit zweitbesten Team, den Atlanta Hawks, zu den Leistungsträgern.

Eine rasante Entwicklung: 2012/2013 konnte er sich in der Bundesliga etablieren, wurde Allstar (siehe Bild), einige Monate später folgte der Sprung in die NBA.

Dort hatte er zunächst große Probleme, die Kritiker fühlten sich bestätigt. Dabei hatte auch der spätere Superstar Dirk Nowitzki (l.) zunächst Schwierigkeiten. Schröder wurde in seinem ersten Jahr kaum eingesetzt und auch zum Farmteam der Hawks abgeschoben.

Ganz anders sieht es in dieser Saison aus: Der deutsche Nationalspieler steht gut 18 Minuten pro Partie auf dem Feld und erzielt dabei rund acht Punkte, gibt dazu im Schnitt 3,5 Vorlagen und darf auch in wichtigen Phasen spielen. Das war im vergangenen Jahr noch ganz anders, oft durfte Schröder sogar nur zuschauen.

In diesem Jahr hat der 21-Jährige sich jedoch an die anspruchsvolle Liga gewöhnt. Schröder weiß seine Schnelligkeit - seine wohl größte Stärke - nun besser einzusetzen. Dank seiner guten Defensive gestehen ihm die Hawks-Coaches auch Fehler im Angriff zu.

Dort hat Schröder auch an seinen Passfähigkeiten gearbeitet, er findet nun regelmäßig frei stehende Mitspieler und bedient diese.

Auch der Wurf ist deutlich konstanter geworden, die Verteidiger können mittlerweile nicht mehr absinken, sondern müssen den Spielmacher eng verteidigen - sonst werden sie so wie hier die Indiana Pacers bestraft.

Eines seiner stärksten Spiele machte Schröder im Dezember gegen die Dallas Mavericks und Dirk Nowitzki. Womöglich könnte der 21-Jährige der nächste deutsche NBA-Star werden. In Atlanta halten sie große Stücke auf den Point Guard.

Ähnlich geht es Bundestrainer Chris Fleming, der Schröder bei der Heim-EM im kommenden September eine Führungsrolle zuspricht. In der Qualifikation im vergangenen Sommer war Schröder bereits bester Punktesammler.

luk/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
countrushmore 16.05.2015
1. Schröder hier, Schröder da, Schröder überall.
Da können die Schiedsrichter froh sein, dass es heute diese technischen Möglichkeiten gibt und sie nicht nach dem Spiel von allen Seiten beschimpft werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.