NBA-Posse Knicks-Star Stoudemire verletzt sich bei Wutanfall

Dümmer geht es nicht. Aus Frust über das drohende Aus in den NBA-Playoffs schlug Knicks-Forward Amar'e Stoudemire in die Glasabdeckung eines Feuerlöschers. Nun hat der Basketballer eine verletzte Hand und fällt erst einmal aus.

REUTERS

Von Clemens Gerlach


Hamburg - Die Partie lief eigentlich ganz ordentlich für Amar'e Stoudemire. Der Power Forward der New York Knicks traf sechs seiner neun Versuche aus dem Feld, kam insgesamt auf 18 Punkte. Auch sein Team war besser in Form als zuletzt.

Am Samstag hatten sich die Knicks in Miami noch 67:100 blamiert. In der zweiten Partie der Erstrundenserie der Eastern Conference hielt New York am Montagabend gut mit. Dennoch gab es eine 94:104-Niederlage.

Offenbar kam Stoudemire mit der erneuten Pleite nicht so gut klar. Irgendwo musste er mit seiner Wut, mit seinem Frust hin. In der Nähe der Knicks-Umkleidekabine wurde der Flügelspieler fündig. Mit der linken Hand durchschlug Stoudemire die Glasabdeckung eines Feuerlöschers.

Dabei zog sich der 29-Jährige einen tiefen Schnitt zu. Ärzte und Sanitäter mussten Stoudemire anschließend behandeln. Mit bandagierter Hand und einem Arm in einer Schlinge verließ er die American Airlines Arena - wortlos.

"Ich bin so wütend auf mich selbst"

Später gab es noch eine Reaktion vom unbeherrschten Profi. "Ich bin so wütend auf mich selbst", twitterte Stoudemire, "ich möchte mich bei den Fans und meiner Mannschaft entschuldigen."

In einem weiteren Tweet bat Stoudemire um Verständnis. "Wir alle machen Dinge aus Wut, die wir später bereuen. Das macht uns menschlich." In der Tat: Schon vor dem Knicks-Star hatten sich andere Sportler öffentlich blamiert, weil sie sich bei einem Ausraster verletzten.

So brach sich Mario Gomez 2007 die Hand. Als der damals 21-jährige Stuttgarter Stürmer wegen seines Innenbandrisses behandelt wurde, schlug er aus Frust über seine Verletzung gegen einen Medizinkoffer.

Legendär war auch der sehr emotionale Auftritt Alex Fergusons. Der Coach von Manchester United verpasste 2003 seinem Spieler David Beckham eine Platzwunde am Kopf. Ferguson hatte einen Schuh durch die Kabine getreten und Beckham getroffen.

Stoudemires Club hat sich bislang noch nicht konkret über die Schwere der Verletzung geäußert. Dessen Teamkollegen gehen jedoch davon aus, dass er zumindest Spiel drei der Best-of-seven-Serie am Donnerstag (Freitag um 1 Uhr MESZ) verpassen wird.

"Das ist natürlich hart. Amar'e ist ein großer Teil dieses Teams. Ohne ihn wird es noch schwerer", sagte Center Tyson Chandler, der in der vergangenen Saison mit den Dallas Mavericks Meister geworden war.

Auch mit Stoudemire würden es die Knicks schwer gegen die Heat haben. Miami ist einer der Favoriten auf den Titel. Inzwischen ist aus dem Starensemble um LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh ein Team geworden.

Hoffnungen setzen die Knicks in ihren etatmäßigen Spielmacher Jeremy Lin. Der 23-jährige Shootingstar kann eventuell noch in der Serie gegen die Heat sein Comeback geben. Knapp einen Monat nach seiner Meniskusoperation hat Lin das Training wieder aufgenommen.

insgesamt 4 Beiträge
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Airkraft 01.05.2012
1. Choleriker?
Erst nachdenken, dann handeln - sonst eventuell "Aua"!
craigferg 01.05.2012
2.
Bei Amare kommt diese Saison alles zusammen. Bruder stirbt bei Autounfall. Vorherige langwierige Verletzungen. Nur noch maximal drittwertvollster Spieler, wenn nicht sogar viert-oder fünftwichtigster, obwohl er das eigentliche Aushängeschild hätte sein sollen. Dann die Niederlagen gegen Miami, die Bosh ihm vorgezogen haben. Sicher war er extramotiviert. Dumm für die Knicks. Er kommt wohl in den Playoffs nicht zurück. Lin noch verletzt, Shumpert im letzten Spiel Kreuzbandriss und Amare mit durchschnittlich 20 Millionen pro Saison, der sich nicht im Griff hat, den 20 Millionen nicht gerecht wird und den man aufgrund der 20 Millionen nie traden kann, da niemand die 20 Millionen zahlen will :D
Karbonator 01.05.2012
3.
Zitat von AirkraftErst nachdenken, dann handeln - sonst eventuell "Aua"!
Jawohl. Auch wenn das Ganze nicht ganz so tragisch ist wie das, was dem serbischen Spieler Boban Janković widerfahren ist. Der hat sich Anfang der 90er Jahre über eine Schiri-Entscheidung so sehr aufgeregt, daß er den Knopf gegen die Korb-Halterung geknallt hat. Blöd nur, daß er sich dabei die Wirbelsäule beschädigte und seitdem bis zu seinem Tode querschnittsgelähmt war. Videos davon gibt es auch, man suche nur bei YT nach Boban Janković. Unglaublich dämlich, aber auch sehr bitter für den Mann. Da kann Stoudemire also noch froh sein. ;)
profbene 01.05.2012
4.
Muss ja nicht gleich ne Querschnittslaehmung sein... hoert sich beim Amare mehr so an wie bei Canizares, der seine Parfuemflasche mit dem Spann auffangen wollte und deswegen die WM 2002 verpasst hat :)
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