Basketball-Playoffs: Emporkömmling mit Rückenwind

Von Cai-Simon Preuten

Pünktlich zu den Playoffs ist Aufsteiger Bayern München in Top-Form. Das Team von Trainer Dirk Bauermann startet nach einer Siegesserie gegen die Artland Dragons in die Endrunde. Selbst Titelverteidiger Baskets Bamberg verlor in München - bleibt aber dennoch Top-Favorit.

Defensivkünstler Greene (l.): Playoffs als schönster Teil der Saison Zur Großansicht
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Defensivkünstler Greene (l.): Playoffs als schönster Teil der Saison

Hamburg - In den Playoffs bleibt kein Platz für Schönspieler und Showeinlagen. Selbst wenn sich die Fans nach Offensivspektakel sehen, verriegeln die Basketball-Bundesligisten die eigene Zone. Der Spruch von der Defensive, die Titel gewinnt, ist für Dirk Bauermann keine hohle Phrase. Der Trainer des Aufsteigers Bayern München holte bereits neunmal die Meisterschaft und kennt den Schlüssel für das Erstrundenduell mit den Artland Dragons: "Wir müssen über 40 Minuten auf höchstem Niveau verteidigen."

Es ist Verteidigungs-Fanatiker Bauermann zu verdanken, dass die Bayern nach ihrem schwachen Saisonstart mit Rückenwind in die Endrunde starten. Zehn Siege feierte der Club in den vergangenen elf Spielen, darunter einen gegen den zweimaligen Titelverteidiger Baskets Bamberg - das Maß der Dinge im deutschen Basketball. Die FCB-Fußballer hätten angesichts einer solchen Serie die Kampfansage an die Konkurrenz bereits formuliert.

Doch Bauermann kennt die Eigenheiten der Playoffs wie kaum ein Zweiter der Liga. Er nennt die Endrunde zwar den "schönsten Teil der Saison" und ist froh, den Pflichtteil überstanden zu haben, die eigentliche Arbeit beginnt für den Coach allerdings erst jetzt. "Man investiert noch mehr, man schläft noch weniger", sagt Bauermann.

Bauermann hat ein zweiköpfiges Monster erschaffen

In der Best-of-five-Serie ist genug Zeit, sich auf den Gegner einzustellen und am Taktikbrett die Erfolgsstrategie auszutüfteln. Vor allem, wie die entscheidenden Spieler in den entscheidenden Momenten ins Spiel gebracht werden können. "Go-to-Guys" werden die Profis genannt, die in der Schlussphase für Punkte sorgen sollen. Von ihnen besitzen die Bayern überraschend viele.

Nationalspieler Steffen Hamann ist längst der Anführer, der er zu Saisonbeginn bereits sein sollte. Er soll die Schlüsselspieler in Szene setzen. Die Center Jared Homan (14,1 Punkte pro Spiel) und Chevon Troutman (13,8) haben sich bestens aneinander gewöhnt und sind unter dem Korb zu einem "zweiköpfigen Monster" (Bauermann) mutiert. "Sie haben es in die Köpfe ihrer Gegner geschafft. In den Playoffs wird viel im Kopf entschieden. Und da haben wir durch das Auftrumpfen der beiden jetzt einen Vorteil", sagte ihr Trainer.

Bamberg nimmt die Bayern ernst

Ein Spiel alleine entscheiden kann dagegen Je'Kel Foster (13,2), der nach seinem Außenbandriss im Winter wieder topfit ist und mehr als 40 Prozent seiner Würfe von der Drei-Punkte-Linie verwandelt. Als fünfter Starter hat sich mittlerweile Demond Greene etabliert. Auf den Shooting Guard konnte Bauermann bereits in der Nationalmannschaft stets zählen, gemeinsam gewannen beide EM-Silber 2005. Greene ist als bissiger Verteidiger bestens für die Playoffs geeignet.

Selbst die Bayern-Bank kann sich sehen lassen: Routinier Jan Jagla sowie die Talente Bastian Doreth, Robin Benzing und Philipp Schwethelm sollen als Bayern-Block die deutsche Nationalmannschaft beim Neuaufbau unter Bundestrainer Svetislav Pesic unterstützen. Auch Jonathan Wallace und Alexander Nadjfeji besitzen Playoff-Qualität.

Diese Ausgeglichenheit beeindruckt sogar den Bamberger Coach Chris Fleming. "Kompliment an die Bayern. Sie haben gezeigt, dass sie als Team zusammenstehen können, wenn es darauf ankommt", sagte er nach der 103:107-Niederlage seiner Mannschaft in München. Fleming nimmt den Emporkömmling ernst, das allein ist ein Erfolg für die Bayern.

Sollte es im Halbfinale tatsächlich zum Duell der Bamberger gegen den Aufsteiger kommen, wird Fleming die Münchner ganz sicher nicht unterschätzen: "Wir haben in den vergangenen Jahren sehr großen Erfolg damit gehabt, uns auf jeden Gegner fokussiert vorzubereiten. Und das wird in diesem Jahr nicht anders sein."

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1. sehr schoen
Nonvaio01 03.05.2012
Zitat von sysopPünktlich zu den Playoffs ist Aufsteiger Bayern München in Top-Form. Das Team von Trainer Dirk Bauermann startet nach einer Siegesserie gegen die Artland Dragons in die Endrunde. Selbst Titelverteidiger Baskets Bamberg verlor in München - bleibt aber dennoch Top-Favorit. Bayern als Mitfavorit in die Basketball-Playoffs, Bamberg Top-Favorit - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,831105,00.html)
ich finds klasse.....
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Basketball-Glossar
REUTERS
Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.

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BBL-Meister und MVPs seit 2000
Jahr Team MVP der Saison
2014 FC Bayern Malcolm Delaney (Bayern)
2013 Bamberg John Bryant (Ulm)
2012 Bamberg John Bryant (Ulm)
2011 Bamberg DaShaun Wood (Frankfurt)
2010 Bamberg Julius Jenkins (Berlin)
2009 Oldenburg Jason Gardner (Oldenburg)
2008 Berlin Julius Jenkins (Berlin)
2007 Bamberg Jerry Green (Ludwigsburg)
2006 Köln Jovo Stanojevic (Berlin)
2005 Bamberg Chuck Eidson (Gießen)
2004 Frankfurt Pascal Roller (Frankfurt)
2003 Berlin Jovo Stanojevic (Berlin)
2002 Berlin Wendell Alexis (Berlin)
2001 Berlin St. Hutchinson (Leverkusen)
2000 Berlin Wendell Alexis (Berlin)