Attacke des Bayern-Präsidenten: Hoeneß rechnet mit der Basketball-Bundesliga ab

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Bayern-Präsident Hoeneß: "Amateurhaft hoch fünf"

Mangelnde Transparenz, keine Prämien, wenig TV-Präsenz: Deutschlands angriffslustigster Präsident hat wieder zugeschlagen. Bayern-Boss Uli Hoeneß kritisiert die Führung der deutschen Basketball-Liga massiv, diese sei "amateurhaft". Die Verantwortlichen sehen die Vorwürfe gelassen.

Hamburg - Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat die Basketball-Bundesliga (BBL) und Geschäftsführer Jan Pommer scharf kritisiert: "Bisher ist die BBL eine One-Man-Show von Herrn Pommer. So geht es nicht weiter", sagte der 61-Jährige der "Sport Bild". Die Sportart sei "im Dornröschenschlaf", es werde "nicht sonderlich gut gearbeitet in der BBL".

Der kritisierte Verband sieht die Attacke entspannt: "Wir gehen mit den Aussagen gelassen um", sagte BBL-Pressesprecher Dirk Kaiser SPIEGEL ONLINE. Demnach habe es bereits am Sonntag ein am Samstagvormittag verabredetes Gespräch gegeben, in dem Pommer und BBL-Präsident Thomas Braumann Hoeneß die strategische Vorgehensweise der Liga und aktuelle Themen erläutert hätten.

Einige Kritikpunkte von Hoeneß hatten die Ligaverantwortlichen bereits auf dem Zettel. "Die Einnahmen der BBL haben in Berlin rund eine halbe Million Euro betragen. Prämien gibt es nicht. Das ist amateurhaft hoch fünf", hatte der Bayern-Präsident gesagt. BBL-Pressesprecher Kaiser sagte: "Beim nächsten Top Four in Ulm wird es eine erhebliche leistungsbezogene Erlösausschüttung geben - dies war schon seit längerer Zeit geplant. Wie diese im Detail aussieht, das entscheiden letztlich die Vereine."

Hoeneß kritisierte zudem die "fehlende Transparenz" bei dem Ligaverband. Dazu Kaiser: "Die Entscheidungen bei uns werden letztlich von den Clubvertretern getroffen. Wir bereiten auf Grundlage unserer Strategie und Analysen die Entscheidungen vor, die die Clubvertreter dann treffen." Es sei Sache der Clubverantwortlichen, wie sie diese Informationen intern weitergeben würden.

"Das gefällt mir überhaupt nicht"

Auch die Medienpräsenz des Top-4-Turniers, bei dem München im Halbfinale am späteren Titelgewinner Alba Berlin gescheitert war, ist laut Hoeneß ungenügend. "An einem Wochenende, an dem es keine Fußball-Bundesliga gibt, muss eine solche Veranstaltung bei den Öffentlich-Rechtlichen stattfinden", sagte Hoeneß: "Die BBL macht hier keinen besonders guten Job. Das gefällt mir überhaupt nicht."

Das Turnier in Berlin war beim BBL-Fernsehpartner Sport1 ausgestrahlt worden. "Wir waren mit einigen längeren Berichterstattungen durchaus in öffentlich-rechtlichen Sendern vertreten. Die aktuelle Rechtesituation schließt jedoch eine Live-Übertragung aus. Es wäre deshalb gar nicht möglich gewesen."

Dennoch hätte sich zumindest BBL-Präsident Braumann durchaus längere TV-Präsenz in ARD und ZDF gewünscht: "Wir finden es einen Skandal, wie wenig nicht nur Basketball, sondern auch Handball, Eishockey und andere zuschauerstarke Sportarten vorkommen."

Fehlende Bemühungen müsse man sich nicht vorwerfen lassen. "Wir versuchen, einen Fuß in die Tür zu kriegen, und führen hunderte Gespräche, bisher aber ohne durchschlagenden Erfolg. Wir finden die Situation schlecht", so Braumann.

Mehr Basketball: Bayern-Coach Pesic verlängert
  • DPA
    Die Basketballer des FC Bayern München haben den Vertrag mit Trainer Svetislav Pesic vorzeitig um zwei Jahre bis Mitte 2015 verlängert. Der 63-Jährige arbeitet seit November 2012 in München und hatte Dirk Bauermann ersetzt. Bayern-Präsident Uli Hoeneß zeigte sich erfreut: "Ohne Herrn Pesic hätten wir das Pokal-Halbfinale nicht erreicht und würden wir in der Bundesliga auf Platz sieben oder acht stehen. Er macht den Unterschied."

bka/sid/dpa

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Hoeness
Driver 27.03.2013
Muß dieser Mann eigentlich immer so lauthals auftreten ? Jetzt auch noch beim Basketball... Kritik ist ja grundsätzlich etwas gutes, aber kann er diese denn nicht wie andere auch im Hintergrund üben ?
2. Ist eigentlich alles schreibenswert, was Wurst-Hoeneß absondert??
Mimadel 27.03.2013
Es geht einem ja auf den Senkel. Jede Aussage von dieser Figur wird verbreitet und sogar ernst genommen. Dieser Mann lebt ausschließlich von Polarisierung und Attacken. Warum macht selbst SPON hier mit? Lasst ihn schwafeln, lasst ihn philosophieren und viel Geld ausgeben beim Basket- und Fußball. Er ist NICHT der Heiland des Sportgeschehens, genauso wenig wie die andere "Lichtgestalt" aus Bayern. Man muss nicht alles kommentieren oder gar verbreiten, was dieser Herr von sich gibt. Er weiß doch eh ALLES besser und ist als Egomane an Fremdmeinung nicht interessiert. Sein geiferndes Umfeld bestärkt ihn darin.
3. traurig
juxeii 27.03.2013
So traurig es auch für Basketball oder Eishockeyfans auch sein mag, die Einschaltquoten rechtfertigen für gewisse Sender wohl keine Ausstrahlung zur Prime-Time. Hier gilt wohl auch wie überall knallharter Kaptialismus, schade.
4.
_derhenne 27.03.2013
Schuster, bleib bei deinen Leisten! Niemand interessiert was der Wurstbaron zu "fremden" Sportarten zu artikulieren versucht. Bitte lasst den Fans fernab vom Fußball ihren Sport so wie er ist! Vielleicht sollte mal jemand dem erklären, dass die Verhältnisse im Fußball weder das nonplusultra, noch überall erstrebenswert oder erwünscht sind. Der Batzi soll mal über den Tellerrand schauen, aber das ist auch ein regionales Problem, das lernt man nicht überall.
5. Klar doch...
BettyB. 27.03.2013
Drei Jahre keinen Fußball im TV, dafür Basketball. Wäre schneller, interessanter und vor allem günstiger. Und Hoeneß könnte sich endlich noch mer auf seine Würstchen konzentrieren...
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Basketball-Glossar
Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.