BBL-Finale: Center-Duell um den Titel

Das deutsche Talent Tibor Pleiß und der Amerikaner John Bryant träumen von der NBA. Zunächst treffen die zwei Centerspieler im Finale der Basketball-Bundesliga mit Bamberg und Ulm aufeinander. Titelverteidiger Bamberg ist Favorit - auch wenn der Herausforderer in den Playoffs noch unbesiegt ist.

Ulms Bryant, Bamberg Pleiß: "Schlacht der Türme" Zur Großansicht
DPA

Ulms Bryant, Bamberg Pleiß: "Schlacht der Türme"

Hamburg - Das Ziel von Tibor Pleiß ist klar: die NBA. Der Center der Baskets Bamberg ist schon seit Jahren einer der größten deutschen Basketball-Hoffnungsträger: 2,15 Meter groß, dafür noch sehr beweglich und mit Gefühl im Wurfarm - das sind Qualitäten, die Trainer und Sportdirektoren schwärmen lassen. Seit knapp zwei Jahren halten sogar die Oklahoma City Thunder die NBA-Rechte an Pleiß. Doch die Entwicklung des 22-Jährigen hat sich verlangsamt. Die Zweifel, ob der Nationalspieler in der besten Liga der Welt mithalten kann, werden größer. Trotzdem wollen ihn die Thunder im Sommer angeblich in die USA holen.

In der Best-of-five-Finalserie der Basketball-Bundesliga (BBL), die am Sonntag (15.30 Uhr) beginnt, muss Pleiß nun beweisen, dass er das Zeug für die nordamerikanische Profiliga hat. Für ihn und den zweifachen Titelverteidiger Bamberg geht es gegen Ratiopharm Ulm. Der Herausforderer hat in John Bryant den wertvollsten Spieler der Saison (MVP) in seinen Reihen. Der 24-Jährige ist auch Center, aber ansonsten das Gegenteil von Pleiß: Knapp 130 Kilo wiegt er bei 2,11 Meter; Bryant liebt das körperliche Spiel, das Durchwühlen zum Korb. Auch dem Amerikaner wird eine NBA-Karriere zugetraut.

"Natürlich ist die NBA nach wie vor ein Traum von mir. Aber wir werden sehen, was kommt", sagt Bryant, der sich 2009 für den NBA-Draft, die jährliche Talentziehung, angemeldet hatte, aber nicht ausgewählt worden war. Auch Pleiß will sich noch nicht mit der Zukunft beschäftigen: "Ich konzentriere mich voll und ganz auf die Gegenwart. Wir wollen den nächsten Titel." In den vergangenen zwei Jahren hat Bamberg jeweils das Double gewonnen. Auch in dieser Saison holten die Baskets bereits den Pokal, jetzt soll die dritte Meisterschaft in Serie her.

Ulm-Coach: "Wir brauchen das perfekte Spiel, um sie zu besiegen"

Die BBL wirbt mit dem Duell der Center als "Schlacht der Türme" - damit tut man aber beiden Teams unrecht. Bamberg hat eine der besten Mannschaften der Bundesliga-Geschichte: So kommt der zweifache MVP Julius Jenkins nur von der Bank. In Casey Jacobsen (zweimal Finals-MVP), Predrag Suput und P.J. Tucker, dem gute Chancen auf die Auszeichnung zum Finals-MVP zugesprochen werden, haben die Baskets neben Pleiß vier weitere Top-Stars.

Ulms Trainer Thorsten Leibenath weiß denn auch: "Wir brauchen schon das perfekte Spiel, um sie zu besiegen." Trotzdem stand sein Team im Liga-Hinspiel (64:59) und im Pokal-Halbfinale (99:96 n.V.) zweimal kurz vor der Überraschung. Am Ende setzten sich jedoch die Bamberger durch. Bei Ulm überzeugte in den Playoffs neben Bryant vor allem Per Günther. Der 1,84 Meter kleine Point Guard war beim 3:0 im Halbfinale gegen Würzburg sogar der statistisch beste Mann seines Teams: 18 Punkte erzielte der 25 Jahre alte Nationalspieler im Schnitt, traf dabei die Hälfte seiner Würfe.

"Die Ulmer sind nicht umsonst im Finale", sagte Bambergs Manager Wolfgang Heyder über den Finalgegner, der in den Playoffs noch ungeschlagen ist: "Sie waren nach uns sicherlich die beste Mannschaft in der Liga. Sie können jedem Team das Leben schwer machen." Wie schwierig es für den Titelverteidiger sein wird, hängt dabei vor allem davon ab, wie sich Pleiß gegen Bryant schlägt.

max/dpa/sid

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles zum Thema Basketball
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
  • Zur Startseite

BBL-Meister und MVPs seit 2000
Jahr Team MVP der Saison
2013 Bamberg John Bryant (Ulm)
2012 Bamberg John Bryant (Ulm)
2011 Bamberg DaShaun Wood (Frankfurt)
2010 Bamberg Julius Jenkins (Berlin)
2009 Oldenburg Jason Gardner (Oldenburg)
2008 Berlin Julius Jenkins (Berlin)
2007 Bamberg Jerry Green (Ludwigsburg)
2006 Köln Jovo Stanojevic (Berlin)
2005 Bamberg Chuck Eidson (Gießen)
2004 Frankfurt Pascal Roller (Frankfurt)
2003 Berlin Jovo Stanojevic (Berlin)
2002 Berlin Wendell Alexis (Berlin)
2001 Berlin St. Hutchinson (Leverkusen)
2000 Berlin Wendell Alexis (Berlin)
Basketball-Glossar
REUTERS
Zu einem Basketballteam gehören fünf Akteure. Auf der Eins spielt der Point Guard (Aufbau). Die Zwei hat der Shooting Guard inne, dessen vornehmliche Aufgabe es ist, Punkte zu erzielen. Die Drei ist der Small Forward, eine wendige Flügelkraft mit einem guten Wurf. Spieler, die auf der Zwei oder Drei eingesetzt werden können, heißen "Swingmen". Die Vier ist der Power Forward, ein kräftiger Spieler, der durch seine Größe auch für Rebounds prädestiniert ist. Auf der Fünf spielt der Center, der zumeist in Korbnähe agiert. Die Positionen Eins und Zwei bilden den Backcourt, Drei bis Fünf sind der Frontcourt.