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Behindertensportler gegen IAAF: "Herber Rückschlag für Inklusion"

Der Deutsche Behindertensportverband ist sauer auf den Weltverband der Leichtathleten. Das Startverbot von Athleten mit Prothesen sei diskriminierend, die IAAF verspiele eine Chance zu mehr Inklusion im Sport.

Weitspringer Rehm: "Alles andere als fortschrittlich" Zur Großansicht
DPA

Weitspringer Rehm: "Alles andere als fortschrittlich"

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) kritisiert die Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbands (IAAF), wonach Sportler mit Prothesen nicht mehr bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften starten dürfen. Der Ausschluss gilt, sofern die Athleten nicht nachweisen können, dass ihnen die "mechanische Hilfe" keinen Vorteil verschafft.

"Die Entscheidung des Councils der IAAF ist ein herber Rückschlag für die Inklusion im Sport", sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Die Umkehr der Beweislast habe gar "einen diskriminierenden Charakter", so Beucher weiter. Die IAAF habe eine große Chance zu mehr Inklusion im Sport verspielt.

"Die Entscheidung ist der falsche Ansatz und alles andere als fortschrittlich!", schreibt Markus Rehm auf Facebook. Der Athlet, der eine Prothese am Sprungbein hat, war 2014 Deutscher Meister im Weitsprung geworden. Rehm durfte den Titel behalten, doch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) änderte danach sein Regelwerk. Seit dem 1. Januar dürfen in Deutschland gemeinsame Wettbewerbe stattfinden, aber es gibt getrennte Wertungen.

Der Deutsche Behindertensportverband bedauerte, dass diese Lösung international kein Gehör gefunden hat. "Wir fordern unmissverständlich, dass ein entsprechender Nachweis nicht von den Athleten selbst erbracht werden kann", sagte DBS-Präsident Beucher. Auch der DBS könne die Geldmittel für eine solche Untersuchung nicht aufbringen.

cte/dpa

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