Betrugsverdacht im Handball: Karabatic-Anwalt räumt Wetten von Spielern ein

Wetten ja, Betrug nein: Der Anwalt von Handball-Top-Star Nikola Karabatic hat bestätigt, dass Spieler von Montpellier AHB auf eine Partie ihres Teams gewettet hätten. Der Jurist bestreitet allerdings den Vorwurf, der Meister habe das Spiel absichtlich verloren.

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Handball-Profi Karabatic: "Sie sind keine Betrüger"

Hamburg - Im möglichen Manipulationsskandal um den französischen Handball-Meister Montpellier AHB hat sich erstmals der Anwalt des früheren Welthandballers Nikola Karabatic zu Wort gemeldet. "Die Spieler haben zwar gewettet, aber nicht betrogen", sagte Eric Dupond-Moretti beim französischen Sender Radio RTL.

"Sie haben gewettet, das ist ein sportlicher Regelverstoß, aber keine Straftat. Damit die Justiz intervenieren kann, bedarf es eines manipulierten Spieles, ansonsten kann sie nicht eingreifen", sagte Dupond-Moretti: "Es ist Sache der Staatsanwaltschaft, zu beweisen, dass das Spiel manipuliert wurde. Die Spieler bestreiten, das Spiel verschoben zu haben. Sie sind keine Betrüger."

Die Staatsanwaltschaft von Montpellier erhebt dagegen schwere Anschuldigungen gegen die Handball-Profis. Laut ersten Ermittlungen gibt es, "einen sehr starken Verdacht, dass bei diesem grenzwertigen Spiel die sportliche Ethik nicht respektiert wurde", sagte Brice Robin, Oberstaatsanwalt von Montpellier, bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag. "Kann man ein Spiel normal spielen, wenn man persönlich so viel Geld auf die Niederlage des eigenen Vereins gesetzt hat?", so Robin.

Mehrere Montpellier-Spieler stehen im Verdacht, vergangene Saison ein Spiel der französischen Meisterschaft absichtlich verloren zu haben, um Verwandten hohe Wettgewinne von bis zu 250.000 Euro zu ermöglichen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen den betroffenen Akteuren wegen Sportkorruption und Betrug drei bis fünf Jahre Haft und sowie Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro.

Viele und hohe Wetteinsätze auf eine Montpellier-Niederlage

Am Sonntagabend hatte die Polizei in dieser Angelegenheit mehrere Spieler verhört, darunter Karabatic, der in der unter Verdacht stehenden Partie aber nicht zum Einsatz gekommen war. In Paris und Montpellier seien zudem zehn weitere Personen befragt worden, darunter Spielerfrauen, berichteten französische Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden.

Am Mittwoch war der Betrugsverdacht bekanntgeworden. Dabei geht es um die 28:31 (12:15)-Niederlage Montpelliers am 12. Mai dieses Jahres beim abstiegsgefährdeten Club Cesson-Rennes HB. Montpellier stand damals schon als Meister fest. Im Vorfeld des Spiels wurden ungewöhnlich viele und hohe Wetteinsätze auf einen Halbzeitrückstand und eine Niederlage Montpelliers platziert. Diese sollen zum Großteil von Frauen, Freundinnen und Angehörigen der Spieler abgeschlossen worden seien.

ham/sid/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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1.
Stäffelesrutscher 01.10.2012
Ach, Herr Anwalt, und dann haben die Spielerfrauen gesagt: "Nun siegt mal schön, damit wir unsere Wetteinsätze verlieren" ???
2. Gerechtigkeit
baruntse 01.10.2012
Das stinkt doch bis zum Himmel. Hoffentlich gibt es "Beweise" und dann müssen alle beteiligten Spieler gesperrt werden.
3. optional
hattrick73 01.10.2012
Hat auserechnet Karabatic nicht aus der Kieler Affäre gelernt ? Ein hervorragender Sportler, leider mit einigen, ewigen Makeln.
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