Handball DHB-Vizepräsident Hanning kassiert hohe Provision für Sponsorenvertrag

Die Deutsche Kreditbank zahlt viel Geld für die Namensrechte an der Handball-Bundesliga. An dem Deal verdient DHB-Vizepräsident nach SPIEGEL-Informationen gut mit. Der Verband reagiert empört.

Bob Hanning
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Bob Hanning


Der Berliner Bob Hanning, Vizepräsident des Deutschen Handballbundes (DHB), kassiert seit Jahren hohe Vermittlungsprovisionen für Sponsorengeschäfte der Handball-Bundesliga (HBL). Für die Namensrechte an der Liga zahlt die Deutsche Kreditbank DKB jährlich eineinhalb Millionen Euro. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, weist der Etat der HBL knapp 200.000 Euro Provision pro Saison aus. In einer Stellungnahme gibt Hanning zu, für die Vermittlung dieses Sponsoren-Deals Geld zu bekommen, die genaue Summe wollte er dem SPIEGEL nicht nennen.

Hanning ließ ausrichten, die Provision sei mit der HBL abgesprochen und dem Präsidium der HBL mitgeteilt worden. Der ehemalige DHB-Präsident Bernhard Bauer sagte dem SPIEGEL, er habe erst nach dem Abschluss des Vertrages von der Provision erfahren, er sei "aus allen Wolken gefallen". Er habe dafür "kein Verständnis, weil ich so etwas zutiefst unanständig finde".

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insgesamt 5 Beiträge
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RalfHenrichs 23.02.2018
1.
Nachdem Hanning schon in der Auswahl des Bundestrainers ein extrem schlechtes Händchen gezeigt hat und den durchgesetzt hat, dass er nach dem schlechten Turnier noch länger im Amt bleibt, nun auch noch persönliche Bereicherung. Was muss denn noch passieren, dass der DHB Hanning endlich hochkantig rausschmeißt?
ratx 23.02.2018
2. Rückblick auf die Trainerfrage
Am 19.2. hatte Spon noch berichtet, Hanning hätte "sein weiteres Engagement vom Schicksal Prokops abhängig gemacht". Angesichts der Zuverdienstmöglichkeiten beim DHB sind Hannings Festhalten an seiner Position als Vizepräsident und sein Kampf für diesen Trainer nachvollziehbar. Sportliche Fragen standen offensichtlich dabei aus persönlichem Interesse im Hintergrund. Die Funktion im Verband war hier für ihn angesichts dieser Fakten nur Mittel zum Zweck.
fliffis 23.02.2018
3. @ratx
>ngesichts der Zuverdienstmöglichkeiten beim DHB sind Hannings Festhalten an seiner Position als Vizepräsident >und sein Kampf für diesen Trainer nachvollziehbar. och, ich denke, er hätte sich bei der Provision auch ohne Prokop als Bundestrainer dazu "durchgerungen", weiterzumachen. Ist doch ein ganz ordentliches Schmerzensgeld für ein paar Wochen schlechte Presse "Hanning hat gescheiterten Prokop instaliert". Ich verstehe nicht, wie heutzutage ein einzelner Mensch in einem nicht allzu kleinen Verband derart machen kann, was er will... Da hat er aber mit dem Verband ein ziemlich gutes und wehrloses Mittel für seine Zwecke gefunden.
rambazamba1968 23.02.2018
4. Na ja
ich verstehe den Skandal nicht ganz. Die Vermittlung von Sponsoren ziehen immer Provisionen nach sich. Meiner Meinung nach ist das üblich. Man kann auch gerne 10-20% der Summe an Infront oder Lagardere bezahlen. Kommt auf das gleiche heraus.
der_rookie 24.02.2018
5. Hm
@Rambazamba1968: Infront und Co werden typischerweise ausschließlich über Provisionen „erfolgsabhängig“ bezahlt. Das ist klar. Das ist eine klare Rollenverteilung. Hier behauptet aber auch niemand, dass Infront die Interessen des Sportverbandes vertritt. Ein Angestellter eines Sportverbandes, der per Aufgabe den Job hat Sponsorengelder anzuwerben, wird allerdings bereits vom Sportverband „erfolgsunabhängig“mit einem Gehalt bezahlt. Das ist schon etwas anderes In diesem Fall muss man auch die Verflechtung von DHB und HBL sauber unterscheiden: Er ist Vizepräsident des DHB, kriegt die Provisionen aber von der HBL. Wären dies zwei komplett unabhängige Institutionen wäre die Provision ein klassischer Fall von Nebentätigkeit. Wie diese zu handhaben ist hängt von seinem Arbeitsvertrag ab. Möglicherweise ist sie vom Arbeitgeber als solche genehmigungspflichtig. Dann gälte: Wenn genehmigt ist alles okay, wenn nicht, dann nicht. Nach der Reaktion des Präsidenten zu urteilen liegt keine Genehmigung einer Nebentätigkeit vor. Dadurch, dass sich hier alles um „die Handballfamilie“ dreht, kann man darüber hinaus fragen ob er für die selbe Tätigkeit zweimal entlohnt werden solle.
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