Boxen Klitschko-Bezwinger Joshua bleibt Weltmeister

Im April feierte Anthony Joshua einen spektakulären Sieg gegen Wladimir Klitschko. In seiner ersten Titelverteidigung nach dem Mega-Kampf hat der beste Schwergewichtler der Welt Carlos Takam keine Chance gelassen.

Anthony Joshua
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Anthony Joshua


Der britische Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua hat seine Titel nach Version der IBF, IBO und WBA vor 80.000 Zuschauern im ausverkauften Principality Stadium in Cardiff gegen den Franzosen Carlos Takam verteidigt. Der deutlich größere und besser austrainierte Joshua dominierte den Kampf von Beginn an und fügte seinem Gegner durch harte Haken Cut-Verletzungen an beiden Augen zu.

Nach einem unabsichtlichen Kopfstoß in der dritten Runde begann Joshua, aus der Nase zu bluten. Davon ließ er sich aber nicht beeindrucken, sondern setzte Takam immer wieder mit gut platzierten Hakan unter Druck. In der zehnten Runde brach Ringrichter Phil Edwards das ungleiche Duell ab, um den Herausforderer vor weiteren harten Treffern zu schützen.

Takam war mit dem Abbruch nicht einverstanden. "Ich war noch voll da und wollte weiterkämpfen. Ich habe keine Ahnung, was der Referee da gemacht hat", sagte der Franzose, der kurzfristig als Gegner eingesprungen war, nachdem sich Joshuas eigentlicher Pflichtherausforderer Kubrat Pulev in der Vorbereitung verletzt hatte.

Auch Joshua schien der Meinung zu sein, dass der Ringrichter den Kampf zu früh abgebrochen hat, wollte sich aber nicht anmaßen, darüber zu urteilen. "Ich mache meinen Job im Ring, alles andere liegt nicht in meiner Hand", sagte Joshua. "Ich glaube, die Fans hätten gerne einen richtigen K.o. gesehen, aber dazu ist es leider nicht gekommen."

Joshuas Promoter Eddie Hearn machte deutlich, dass sein Schützling alle WM-Titel vereinigen will: "WBC-Weltmeister Deontay Wilder redet immer viel. Er soll den Mund halten und lieber trainieren, um gegen AJ zu boxen. Wir wollen alle Gürtel, das ist das klare Ziel."

Joshua war im April 2016 IBF-Weltmeister geworden, als er den US-Amerikaner Charles Martin in der zweiten Runde ausknockte. Ein Jahr später besiegte der britische Olympiasieger Wladimir Klitschko in einem der spektakulärsten Schwergewichts-Kämpfe der vergangenen Jahre und sicherte sich so den WM-Gürtel der IBO sowie den Super-Champion-Titel der WBA.

Im kommenden Jahr könnte es zu einem Duell zwischen Joshua und dem Kölner Manuel Charr kommen, der am 25. November in Oberhausen gegen den Russen Alexander Ustinov um den "regulären" Weltmeistertitel der WBA boxt.

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insgesamt 9 Beiträge
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ChristianHofmann 29.10.2017
1. Guter Kampf
Ich finde es war ein guter und fairer Kampf. Beide haben ihr bestes gegeben und eine gute Show geliefert. Viel wichtiger ist aber das beide professionell sind und die Leistungen des anderen anerkennen und auch würdigen. Genau so muss Sport sein. Der Generationswechsel tut dem Sport wirklich gut.
berba 29.10.2017
2. Ungleiches Duell?
Ihr Artikel ist recht merkwürdig. Haben Sie den gleichen Kampf gesehen, den ich gesehen habe? Der Harrausforderer hat sich super geschlagen und hat immer wieder gegen gehalten. Zudem wurde der Kampf definitiv zu früh abgebrochen. Lächerlich. Zudem bedenke man, dass der Harrausforderer kaum Zeit gehabt hat, sich auf den Kampf vorzubereiten. Ihr Artikel ist einfach nur daneben.
Celegorm 29.10.2017
3.
Zitat von ChristianHofmannIch finde es war ein guter und fairer Kampf. Beide haben ihr bestes gegeben und eine gute Show geliefert. Viel wichtiger ist aber das beide professionell sind und die Leistungen des anderen anerkennen und auch würdigen. Genau so muss Sport sein. Der Generationswechsel tut dem Sport wirklich gut.
Es ist erfreulich, dass das Schwergewichtsboxen endlich mal wieder von Leuten geprägt wird, die wie Sportler auftreten. Und auch so aussehen. In den vergangenen Jahren traten neben den Klitschkos ja fast nur noch schwabbelige Witzfiguren auf..
Referendumm 29.10.2017
4. Ein sehr merkwürdiger Boxkampf ...
oder einer der lächerlichsten überhaupt. Anthony Joshua hatte sich merklich zurückgehalten, um den Kampf nicht zu früh zu beenden. Dadurch erst kam sein Gegner Carlos Takam so richtig in den Kampf. Man (ja, man, nicht nur Anthony Joshua) haben dann den Kampf bis in die zehnte Runde ausgedehnt, um dann nach ein paar Schlägen mehr von Joshua den Kampf überraschend für alle abzubrechen. In meinen Augen einer der schlechtesten Boxkämpfe überhaupt. Ich pers. glaube ja nicht, dass das alles im voraus manipuliert war, aber auch diesen Aschein konnte das "Spektakel" gestern massiv erwecken. Statt so ne Schießbudenfigur wie Carlos Takam als Ersatzmann hinzustellen, hätte man den Kampf mangels adäquaten Gegner lieber verschieben sollen. Aber alle wollten natürlich die Kohle einsacken. Ob Kubrat Pulev schlussendlich sehr viel besser gewesen wäre, sei mal dahingestellt; besser als ein Carlos Takam jedoch allemal. Mit so einem absolut lächerlichen Boxkampf tut sich ein Anthony Joshua keinen Gefallen. Ich überlege es mir schwer, mir so einen Mist nochmals anzugucken. Klar ist Anthony Joshua ein sehr guter Boxer, keine Frage, aber das soll er dann auch zeigen und nicht meinen, seine Kämpfe nur wegen blasser Gegener strecken zu müssen.
Referendumm 29.10.2017
5.
Zitat von CelegormEs ist erfreulich, dass das Schwergewichtsboxen endlich mal wieder von Leuten geprägt wird, die wie Sportler auftreten. Und auch so aussehen. In den vergangenen Jahren traten neben den Klitschkos ja fast nur noch schwabbelige Witzfiguren auf..
Wenn Sie vom Boxen keine Ahnung haben, dann sollten sie sich mit solchen unwahren Kommentaren stark zurückhalten. Das ist dann nur noch peinlich.
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