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Boxen: ARD will TV-Vertrag mit Sauerland nicht verlängern

Sauerland-Profi Huck (l.): Boxstall droht Verlust des TV-Vertrags Zur Großansicht
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Sauerland-Profi Huck (l.): Boxstall droht Verlust des TV-Vertrags

Dem Sauerland-Boxstall droht das Aus in der ARD. Der Senderverbund hat angekündigt, den millionenschweren TV-Vertrag nicht zu verlängern. Sauerland hofft noch auf weitere Gespräche, doch womöglich will die ARD künftig ganz auf Boxen verzichten.

Hamburg - Die ARD will den am Jahresende auslaufenden Fernsehvertrag mit dem Boxstall Sauerland nicht verlängern. Der Entschluss wurde mit "finanziell enger werdenden Perspektiven im Sportrechteetat" begründet. Möglicherweise besteht aber noch Hoffnung für Sauerland: Im Spätsommer werde man sich mit den zuständigen Gremien der ARD-Landesrundfunkanstalten beraten, wie es im Senderverbund generell mit dem Boxen weitergehen soll, teilte die ARD mit.

ARD-Programmdirektor Volker Herres sprach von einer sehr guten Zusammenarbeit und attestierte dem Profiboxen großen Erfolg als TV-Format. "Hervorragende Einschaltquoten, populäre Boxsportler sowie spannende und faire Kämpfe haben die gemeinsame Zeit geprägt", sagte Herres. Doch bei zunehmend eingeschränkten finanziellen Rahmenbedingungen müsste man in verschiedenen sportlichen Bereichen Einschränkungen vornehmen, so Herres.

Allerdings ging es in der seit Jahren geführten Debatte ums Profiboxen in der ARD nicht nur um Finanzen. Angeführt von Ruth Hieronymi, Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, hatten sich einige Rundfunkräte der ARD-Anstalten gegen eine weitere Zusammenarbeit ausgesprochen. "Das Ziel beim Profiboxen, den Gegner bis zur Wettkampfunfähigkeit zu schlagen, ist mit den Anforderungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht zu vereinbaren", hatte Hieronymi kürzlich gesagt.

Sauerland ist dennoch zuversichtlich

Sauerland ist der größte deutsche Boxstall, unter anderem stehen Arthur Abraham, Marco Huck und Jürgen Brähmer bei den Berlinern unter Vertrag. Sauerland soll in den vergangenen Jahren rund zwölf bis 15 Millionen Euro jährlich kassiert haben. Der Deal mit der ARD sah vor, dass der Boxstall mit seinen Kämpfern pro Jahr zehn Veranstaltungen garantiert. Pro Samstagabend soll es zwischen 1,2 bis 1,5 Millionen Euro gegeben haben - je nach Anzahl von WM- und EM-Kämpfen.

Die Einschaltquoten waren stabil bis gut. Der durchschnittliche Marktanteil der Kampfabende erreichte 2013 einen Wert von über 20 Prozent. Die WM-Niederlage von Abraham im März 2013 gegen Robert Stieglitz sahen 4,2 Millionen Zuschauer im Schnitt. Den WM-Sieg von Jürgen Brähmer Anfang April gegen Enzo Maccarinelli im Halbschwergewicht verfolgten 3,24 Millionen Zuschauer.

Den Sauerland-Stall überrascht die Ankündigung nicht. "Wir haben Verständnis dafür, dass ein neuer Vertrag zu anderen Konditionen abgeschlossen werden muss", sagte Geschäftsführer Kalle Sauerland: "Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten weitere Gespräche mit der ARD führen und sind zuversichtlich, dass wir eine für beide Seiten gute Lösung finden werden."

max/sid/dpa

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1.
Attila2009 28.04.2014
Zitat von sysopAPDem Sauerland-Boxstall droht das Aus in der ARD. Der Senderverbund hat angekündigt, den TV-Vertrag nicht zu verlängern. Sauerland hofft noch auf weitere Gespräche, doch womöglich will die ARD künftig ganz auf Boxen verzichten. http://www.spiegel.de/sport/sonst/boxen-ard-will-tv-vertrag-mit-sauerland-nicht-verlaengern-a-966622.html
Schade, das waren die einzigen Boxkämpfe die sehenswert waren und nicht mit Werbemüll verseucht. Wenn nun nur noch der RTL Schei... mit Klitschko- Showtheater bleibt...l
2. Steuergeldverschwendung
wauz, 28.04.2014
Diese sogenannten Rundfunkbeiträge sind ja letztlich nur schlecht getarnte Steuereinnahmen, die großzügig in private Taschen verteilt werden. Ich persönlich habe die Beitragszahlung zwar Ende 2012 eingestellt, aber trotzdem stört es mich, wenn die Allgemeinheit zu Zwangskunden von DFL, Sauerland oder auch bloß Harald Schmidt gemacht werden. Die "Dritten Programme" sind schon genug ARD. Außer dem zu vielen Fernsehen werden von den Gebühren auch zuviel, bzw. der falsche Rundfunk bezahlt. Für Dudelradio sind die Privaten zuständig. Ich will auch für diese Verblödungsprogramme nicht zur Kasse gebeten werden.
3. Erstaunlich...
_unwissender 28.04.2014
Ist die Abhängigkeit des Öffentlichen Rundfunks von der Politik schon so weit? 3 Wochen nachdem Klitschko nicht mehr für den Umsturz in der Ukraine relevant ist, soll schon der Geldhahn abgedreht werden? Das finde ich wirklich konsequent. Und wenn nun wieder mal eine Sendung von der Qualität eines Sportspiegel käme, es wäre phantastisch...
4. Erstaunlich...
_unwissender 28.04.2014
Ist die Abhängigkeit des Öffentlichen Rundfunks von der Politik schon so weit? 3 Wochen nachdem Klitschko nicht mehr für den Umsturz in der Ukraine relevant ist, soll schon der Geldhahn abgedreht werden? Das finde ich wirklich konsequent. Und wenn nun wieder mal eine Sendung von der Qualität eines Sportspiegel käme, es wäre phantastisch...
5. Erstaunlich...
_unwissender 28.04.2014
Ist die Abhängigkeit des Öffentlichen Rundfunks von der Politik schon so weit? 3 Wochen nachdem Klitschko nicht mehr für den Umsturz in der Ukraine relevant ist, soll schon der Geldhahn abgedreht werden? Das finde ich wirklich konsequent. Und wenn nun wieder mal eine Sendung von der Qualität eines Sportspiegel käme, es wäre phantastisch...
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Boxlegenden: Historische Kämpfe

Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.

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