Box-Weltmeister  Comeback von "König" Abraham

Er hat seine Chance genutzt: Boxer Arthur Abraham hat den WM-Kampf gegen Robert Stieglitz nach Punkten gewonnen. Lange Zeit sah es nach einem ausgeglichenen Duell aus - doch Stieglitz konnte am Ende nicht mehr mithalten.

Getty Images

Hamburg - Der "König" ist zurück: Arthur Abraham hat den WM-Kampf im Supermittelgewicht gegen Robert Stieglitz überraschend gewonnen. Stieglitz war als Favorit in den Fight der World Boxing Organisation (WBO) gegangen und hielt über die zwölf Runden gegen den ein Jahr älteren Abraham lange Zeit gut mit. Doch am Ende siegte Abraham einstimmig nach Punkten (116:112, 116:112, 115:113).

Die beiden Boxer lieferten sich über lange Zeit einen Kampf auf Augenhöhe, ein klarer Favorit schien sich nicht ausmachen zu lassen. In der ersten Runde präsentierte sich Abraham ungewohnt schnell und aktiv. Stieglitz lauerte und konnte ebenfalls Treffer setzen. Dennoch ging der Durchgang an Abraham. Doch dann kam Stieglitz immer mehr: Er entschied die Runden zwei und drei deutlich für sich.

Abraham meldete sich nach einer deutlichen Pausen-Ansprache seines Trainers Ulli Wegner zurück. Sowohl im vierten als auch im fünften Durchgang brachte er Stieglitz ins Wanken und dominierte das Geschehen. Trotz eines Cuts an der Augenbraue fand Stieglitz zwar wieder in den Kampf - aber kein Mittel mehr gegen Abraham.

Für den gebürtigen Armenier war es der 35. Sieg im 38. Profikampf. Der 31 Jahre alte Stieglitz musste dagegen im 45. Kampf die dritte Niederlage einstecken.

Der einstige K.o.-König Abraham musste gegen Stieglitz unbedingt gewinnen, um eine sportliche Zukunft zu haben. "Der Druck, der auf mir lastet, ist riesig. Damit muss ich umgehen. Wir haben sehr gut trainiert. Ich werde einen großen Sieg für mich und meine Fans einfahren", hatte vor dem Kampf versprochen.

Abrahams Karriere war bereits nach seinem Aufstieg ins Supermittelgewicht im Herbst 2009 ins Stocken geraten. Vier Siegen standen drei Niederlagen gegenüber. Sie zeigten die mangelnde Technik des Punchers auf.

Doch an dieser hatte Abraham hart gearbeitet - mit Erfolg. Abraham präsentierte sich im Vergleich zu seinen zurückliegenden Kämpfen stark verbessert. "Es ist für mich ein sehr emotionaler Sieg. Ich bin sehr glücklich", sagte er nach dem Kampf. 500.000 Euro erhält er für den Sieg, außerdem wartet auf ihn nun ein Kampf gegen Weltmeister Felix Sturm.

psk

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
_don_corleone 26.08.2012
1. Manipulierter Weltmeisterschaftskampf
Hier ein paar Fakten warum der Kampf manipuliert worden war: Eines vorweg: Großes Lob an beide Boxer, die einen Klasse Kampf geboten haben. Der Kampf hätte jedoch mindestens unentschieden ausgehen müssen. Der Herausforderer Abraham hätte viel mehr arbeiten müssen. Dies war nicht der Fall, Stieglitz hat mehr gearbeitet und mehr Wirkungstreffer landen können. 1. ARD-Kommentator zeigt sich stark parteiisch für Abraham. Betont nur seine Treffer. Eindeutige Wirkungstreffer von Stieglitz werden ignoriert. 2. Trainer & Manager von Stieglitz freuen sich richtig über das Ergebnis. Das Paradoxe: beide sagen in Interviews: der Kampf sei so abgelaufen wie erwartet. Der Manager von Stieglitz Ulf Steinforth betonte seinen Respekt gegenüber Sauerland. 3. Nach dem Kampf gibt Til Schweiger und ein anderer Schauspieler (Name mir leider unbekannt) Interviews ab. Der "Schauspieler" ärgert sich über die Fehlentscheidung über den Kampf und sagt, dass es mindestens Unentschieden wäre. 4. Reporter Waldemar Hartmann sagt zum Schluss der Übertragung: Es gab bei der Urteilsverkündung keine Pfiffe oder Buh Rufe....Diese gab es allerdings lautstark zu hören. 5. Der Kampf wurde in Berlin ausgetragen wo Arthur Abraham auch wohnhaft ist und laut Kommentator "vermutlich 80% der Zuschauer in der Halle für Abraham-Fans wären". Aus Team Stiglitz eine fatale Fehlentscheidung dort zu boxen. 6. Ringrichter ermahnt mehrmals Stieglitz, Abraham wird trotz gröberer Verstöße verschont. Ringrichter hofft sogar auf Kampfabbruch und ruft Ringarzt herbei, um den Kampf wegen einem Cut am Auge Stieglitz abzubrechen. Da hat man schon Boxer mit gebrochenem Kiefer über volle Distanz boxen lassen. Im Großen und Ganzen wurde hier die Macht des Box-Promoters Sauerland mehr ausgespielt als die Stärke vom Boxer Abraham. Mich würde es nicht wundern falls Trainer & Manager von Stieglitz, Box-Kommentator, Reporter Waldemar Hartmann, Ringrichter, sowie Punktrichter in den nächsten Tagen planmäßig Präsente von "anonymen" Absender Team Sauerland erhalten. Scheint als hätte sich aus dem Team Stieglitz jeder über das Ergebnis gefreut, ausser Stieglitz selbst.
CancunMM 26.08.2012
2. ?
Welchen Kampf hat der Autor des Kampfes gesehen ? Stieglitz hat vielleicht in 2 Runden den Kampf offen gestalten können. Der Rest waren wirkungslose Schläge auf die Doppeldeckung. Abraham hatte noch nicht einmal eine Rötung im Gesicht.
erwakue 26.08.2012
3. Ein schöner Kampf
Ich habe mir ausnahmsweise mal den Kampf angesehen und es war ein schöner Kampf. Am Anfang sah es nicht so aus, als würde Abraham es schaffen, doch im weiteren Kampfgeschehen kam sein alte Stärke wieder. Herzlichen Glückwunsch!
23 1/3 26.08.2012
4. Sehr guter Kampf ...
auf Augenhöhe. Abraham stark verbessert, klarere Anlagen als beim letzten Mal. Keine Schwinger, am Anfang mehr aktiver, gute Kondition für 12 Runden. Stieglitz zu einseitig und mit wenig klaren Treffern, im Gegensatz zu Abraham. Hätte nicht gedacht das Abraham seinen Stil nocheinmal ändern kann.
nub 26.08.2012
5. optional
Für die Klasse von Ward reicht Jab-Cross aber nicht aus.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.