Schwergewicht-Boxkampf Massenschlägerei bei Tyson Furys Comeback

924 Tage nach seinem furiosen Sieg über Wladimir Klitschko ist Ex-Weltmeister Tyson Fury in den Ring zurückgekehrt. Es war ein glanzloser Sieg gegen einen überforderten Gegner. Im Publikum brach Chaos aus.

Tyson Fury
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Tyson Fury


Der ehemalige Schwergewichtsweltmeister Tyson Fury hat nach 32 Monaten seine Rückkehr in den Boxring mit einem deutlichen Sieg über Sefer Seferi gefeiert. Vier Runden lang kämpfte der Brite abwartend, in der vierten erhöhte er die Intensität. In der Pause vor der fünften Runde gab der überforderte Schweizer auf. Das Spektakel spielte sich an diesem Abend nicht im Ring, sondern daneben ab.

Zwei Runden lang hatte sich Fury zunächst darauf konzentriert, das Publikum in seiner Heimatstadt Manchester mit Posen und Grimassen zu unterhalten. Hin und wieder boxte er auch. In der zweiten Runde wurde er vom Schiedsrichter ermahnt, die Zuschauer nicht anzustacheln. Ein Teil der Besucher hatte den Ring zu diesem Zeitpunkt sowieso bereits aus den Augen verloren und verwickelte sich in eine Massenschlägerei.

In der vierten Runde machte Fury ernst und landete einige gute Treffer. Gegner Seferi musste sich zeitweise in den Seilen abstützen und kehrte zur fünften Runde nicht wieder in den Ring zurück. Die Zuschauer quittierten die Aufgabe mit dem Werfen von Gegenständen.

Trotz des glanzlosen Siegs beendete Fury mit seinem Comeback-Kampf die dunkelste Phase seiner Karriere. Nach dem Triumph über Wladimir Klitschko 2015, der ihm die Titel der WBA, IBF und WBO gebracht hatte, strauchelte der 29-Jährige und machte lediglich mit Doping, Drogen und antisemitischen Äußerungen von sich reden. Der britische Boxverband BBBofC hatte ihm zeitweise die Lizenz entzogen.

Tyson Fury (l.) veralbert Sefer Seferi
REUTERS

Tyson Fury (l.) veralbert Sefer Seferi

Gegen Seferi sei der Brite "nicht in Eile" gewesen, seinen offensichtlich unterlegenen Gegner zu besiegen: "Nach der langen Pause wollte ich unbedingt ein paar Runden kämpfen." Am 18. August möchte der Brite schon zu seinem nächsten Kampf in Belfast antreten. Auch sportlich äußert er wieder Ambitionen: "Ich werde jetzt gegen immer bessere Gegner antreten und bis Jahresende wird zumindest ein bedeutender WM-Gürtel erneut in meinem Besitz sein. Das verspreche ich."

tip



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Kanalysiert 10.06.2018
1.
Solche Typen sollten keine Boxlizenz bekommen, sondern im Zirkus auftreten und sich da lächerlich machen. Wer ein Weltklasseathlet sein will, sollte auch die nötigen Manieren dazu aufweisen müssen. Die Gesellschaft ist schon verroht genug, so einem Verhalten muss man nicht noch eine Bühne bieten.
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