Kürzester Kampf der Geschichte Boxer schaut Gegner in die Augen - und flieht aus dem Ring

Es gibt nicht viele Boxer, die ohne einen einzigen Treffer gewinnen. Schwergewichtler Efe Ajagba hat es geschafft - weil sein Gegner Curtis Harper plötzlich abhaute.

Boxer auf dem Weg zum Ring (Symbolbild)
Getty Images

Boxer auf dem Weg zum Ring (Symbolbild)


Eigentlich hatten sich die Zuschauer im "Armory" in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) auf einen spannenden Schwergewichtskampf zwischen Efe Ajagba und Curtis Harper gefreut. Stattdessen erlebten sie einen historischen Moment. Unmittelbar nach dem ersten Gong stieg Harper durch die Seile und ging in aller Ruhe zurück in die Kabine.

Mit dem Verlassen des Rings verstieß er gegen die Regeln und wurde disqualifiziert - nach genau einer Sekunde. Damit war es der kürzeste Kampf der Boxgeschichte.

Dabei schien zunächst alles genauso zu laufen wie bei jedem anderen Kampf. Die Boxer kamen in den Ring, wurden vom Referee für letzte Anweisungen in die Mitte gebeten und schauten sich beim sogenannten Stare-down tief in die Augen. Möglicherweise hat Harper in diesem Moment etwas gesehen, das ihm nicht gefallen hat.

Anschließend soll sich Harper gegenüber Jordan Hardy erklärt haben, einem Reporter des Veranstalters Premier Boxing Championship (PBC). "Er hat nicht genug Geld für den Kampf bekommen und verlangt Respekt", wird Hardy bei ESPN zitiert. Es könnte sich aber auch um eine PR-Aktion von PBC handeln, um Ajagba bekanntzumachen. Darauf deuten die Aussagen von PBC-Promoter Richard Schaefer hin.

"Das war legendär", sagte Schaefer. "Wir haben lange auf einen Schwergewichtler gewartet, der seinen Gegnern das Fürchten lehrt, indem er ihnen einfach nur gegenübersteht und sie anschaut. Der Letzte, der solche Angst verbreitet hat, war Mike Tyson. Das Schwergewicht hat einen neuen Star, und sein Name ist Efe."

Der gebürtige Nigerianer Ajagba, der bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro das Viertelfinale erreicht hatte und mittlerweile in den USA lebt und trainiert, gilt als aussichtsreiches Talent. Der 24-Jährige hatte zuvor fünf Profikämpfe bestritten und alle gewonnen, vier davon durch K.o. Für Harper war es der 19. Profikampf, 13 Duelle hat er gewonnen - und jetzt zum ersten Mal durch Disqualifikation verloren.

mmm

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
frankfurtbeat 25.08.2018
1. angesichts ...
angesichts der zumindest optischen Überlegenheit, Größe und Trainingszustand (vollkommen austrainiert gegen schwammig) war es wohl besser zu gehen denn das hätte zuviele Synapsen gekostet.
hansistyle2 25.08.2018
2.
naja der optische zustand hat meist nix zu sagen wenn das training denoch konstant ist- man denke an tyson fury (wobei da war er auf kokain? keine ahnung mehr...) gegen klitschko und co. oder oder den legendären butterbean.
jojack 26.08.2018
3. Mehr Verstand als man denkt
Er hat das Richtige getan. Boxen ist ein brutaler Sport. Die Folgen konnte man an Muhammed Ali beobachten. Dank vieler Kopftreffer schwere neurologische Schäden mit entsprechenden Ausfallserscheinungen. Das Gleiche kennt man von anderen high-impact Sportarten wie Rugby, American Football usw.
Tom82 26.08.2018
4. Das war klug!
Antrittsgels verdient, ohne einstecken zu müssen......clever!
Blendy 26.08.2018
5. Wann hat sich der Kampf zugetragen?
Gestern? Vor 20 Jahren?
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