Patricio Manuel Erster Transgender-Boxer bestreitet Profikampf - und gewinnt

Als Patricia war er 2012 auf dem Weg zu den Olympischen Spielen. Nach der verpassten Qualifikation begann er mit der Geschlechtsangleichung. Nun schrieb Patricio Manuel Boxgeschichte.


In den USA ist erstmals ein Transgender-Boxer für einen Profikampf in den Ring gestiegen. Patricio Manuel siegte in der kalifornischen Stadt Indio gegen den Mexikaner Hugo Aguilar. Der US-Amerikaner rang seinen Konkurrenten aus der Superfliegengewicht-Klasse in vier Runden nieder und gewann nach Punkten.

"Für nichts auf der Welt würde ich all das ändern, was ich tun musste, um das zu erreichen", sagte Manuel der Zeitung "Los Angeles Times". "Das war es wert, denn jetzt bin ich Profiboxer."

Der US-Amerikaner wurde als Patricia geboren und nahm als Frau an der Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2012 teil. Danach begann Manuel mit der Geschlechtsangleichung. Dafür unterzog er sich einer Hormonbehandlung und chirurgischen Eingriffen. Allerdings musste er bis 2016 warten, um als Mann eine Lizenz als Profiboxer zu erhalten.

Manuels erster Profi-Gegner hatte dessen Geschichte nach eigenen Angaben erst zwei Tage vor dem Kampf erfahren. "Ich habe viel Respekt für das, was er getan hat", sagte Aguilar: "Das ändert für mich nichts, wenn wir im Ring stehen, wir wollen beide dasselbe, den Sieg."

Lesen Sie hier eine weitere Geschichte über Transgender im Boxsport: Geschlechter-Kampf.

sak/afp

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kritischerkritiker 09.12.2018
1. Großer Erfolg!
Krass was Hormone alles bewirken.
Erythronium2 09.12.2018
2.
Ich sehe da kein Problem, wenn der Verband es akzeptiert, dass der Sportler Testosteronzufuhr braucht, was in vielen Sportarten als Doping gilt. Schwieriger wird es, wenn aus lauter politischer Korrektheit genetisch männliche "Transgender" zum Frauensport zugelassen werden. Das scheint es in den USA zu geben (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Transgender_people_in_sports ), aber so etwas ist ziemlich bedenklich in Sportarten, in denen die besten Männer den besten Frauen haushoch überlegen sind.
e-l 09.12.2018
3. Geschlechtsangleichung bei Trans*
vielen Dank an "Spiegel-Online", dass inzwischen der Begriffe "Geschlechtsangleichung" verwendet wird und kein anderer. Man kann nur den Körper an das angleichen, was schon immer von diesen Menschen als Selbtswahrnehmung vorhanden war. Und wunderbar das Ende der Geschichte: der Gegner bewundert diesen Weg, jedoch im Kampf im Ring spielt es für beide keine Rolle. So soll es sein. Denn eigentlich betrifft diesen Trans*Weg nur den einen Menschen selbst, welcher diesen Weg geht - maximal noch die Partnerin oder den Partner und eigene Kinder. Deswegen verstehe ich auch einerseits nicht, wieso sich insbesondere Cisgender Männer so schnell angegriffen fühlen und eine Feminiusmus-Debatte entfachen. Vielleicht weil sie sich im Gegenüber von Trans* "genötigt" fühlen, über ihr eigenes Geschlecht (und ihre eigene Sexualität) nachzudenken? Schade, wenn Menschen erst ein solches Gegenüber dafür brauchen. Wie schaffen es Menschen die Augen zu verschließen und zu meinen, es würde nur Männer und Frauen geben? Schon immer gab es Menschen mit sogar Organen von Männern und Frauen - egal wie man sie nennt: Intersexuell, Zwitter, Divers. 2019 wird es kommen: das Gesetzt, welches endlich dies sichtbar macht und drei Geschlechtseintargungen im Personalausweis. Da wird auch eine Bildungsministerin Karliczek nichts ändern, die die Ehe für alle wieder abschaffen will (http://www.spiegel.de/thema/homo_ehe/) Und Worte bilden Realität ab und schaffen Realität - in den Köpfen (frei nach dem Satz: Nicht Waffen töten Menschen, sondern Köpfe) - deswegen: Danke für die Verwendung des Begriffes "Geschlechtsangleichung" für diesen Weg.
hr.cacau 09.12.2018
4. Super, aber
Ich muss gestehen, dass ich mich nicht frei davon machen kann, es toll zu finden, wenn ein Transgender-Mann einen „Bio-Mann“ besiegt, es aber nicht gut finden würde, wenn eine Transgender-Frau (also ehemals ein Mann) mit anderen Frauen in den Ring steigt. Aus meiner Sicht ein unfairer Vorteil für die Transgender-Frau. Hier aber eine gute Sache und eine faire Reaktion des Gegners auf seine Niederlage
Nonvaio01 09.12.2018
5. warum
Zitat von Erythronium2Ich sehe da kein Problem, wenn der Verband es akzeptiert, dass der Sportler Testosteronzufuhr braucht, was in vielen Sportarten als Doping gilt. Schwieriger wird es, wenn aus lauter politischer Korrektheit genetisch männliche "Transgender" zum Frauensport zugelassen werden. Das scheint es in den USA zu geben (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Transgender_people_in_sports ), aber so etwas ist ziemlich bedenklich in Sportarten, in denen die besten Männer den besten Frauen haushoch überlegen sind.
Rechtlich wird ein mann nach seiner aenderung als Frau angesehen. Also darf Sie auch in Frauen sportarten mitmachen. SO einfach ist das. man kann sich ja nicht die rosinen rauspicken. Wenn Gesetztlich und Rechtlich als Frau annerkannt dann ist das eine Frau. Genauso gilt es anderesherrum. Wenn eine Frau nun Mann ist darf Sie auch bei den Maennern Boxen.
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