Boxen Trainer-Legende Fritz Sdunek ist tot

Er verhalf den Klitschko-Brüdern zu ihrem Welterfolg und war einer der profiliertesten Box-Trainer Deutschlands. Nun ist Fritz Sdunek im Alter von 67 gestorben. Seine Weggefährten trauern.

Box-Trainer Sdunek: Tod mit 67
AFP

Box-Trainer Sdunek: Tod mit 67


Hamburg - Box-Trainer Fritz Sdunek ist tot. Der Coach des einstigen Schwergewichtsweltmeisters Vitali Klitschko starb am Montag. Dies teilte Thomas Pütz, der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer, mit. Der 67 Jahre alte Sdunek hatte einen Herzinfarkt erlitten und erlag in einem Hamburger Krankenhaus den Folgen der Herzattacke. "Ich bin total schockiert. Damit geht der Box-Welt eine große Persönlichkeit verloren", sagte Pütz.

Auch die Klitschko-Brüder trauern. "Das ist ein Schock und ein großer Verlust", sagte Wladimir Klitschko der "Hamburger Morgenpost": "Vitali und ich haben Fritz unendlich viel zu verdanken - nicht nur sportlich, sondern vor allem auch menschlich." Für die Brüder war Sdunek laut Klitschko-Manager Bernd Bönte "die erste und wichtigste Bezugsperson", als die Brüder in den Neunzigerjahren nach Hamburg kamen.

"Unsere Gedanken gehen jetzt an seine Familie", so Wladimir Klitschko. Sein Bruder Vitali ergänzte: "Ich bin unendlich traurig. Fritz war nicht nur während meiner gesamten Profikarriere mein Trainer, er war auch ein ganz enger Freund mit einem großen Herzen. Ich habe mich noch letzte Woche mit ihm getroffen."

Mit dem gebürtigen Lüssower Sdunek ist eine der bedeutendsten Persönlichkeiten im deutschen Boxen gegangen. Neben Vitali und Wladimir Klitschko führte Sdunek Profis wie Dariusz Michalczewski, Ralf Rocchigiani, Zsolt Erdei, Manuel Charr oder Felix Sturm zu Erfolgen. "Ich habe eben die Nachricht erfahren und bin vollkommen fassungslos", kommentierte Sturm die Nachricht.

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"Worte können meinen Schmerz nicht ausdrücken. Fritz, ich werde dich nie vergessen", schrieb Sturm bei Twitter. Sdunek und Sturm waren erst im September nach vier gemeinsamen Jahren getrennte Wege gegangen. Den Schritt hatte Sdunek auch mit der Sorge um seine Gesundheit begründet. "Ich muss auch auf mich aufpassen. Vor allem auf meine Gesundheit. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste", sagte Sdunek damals: "Meine innere Stimme sagte: 'Fritz, mach Schluss mit Felix, mach den Stress nicht mehr mit'."

mon/tim/dpa/sid



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