Boxen: Huck verteidigt seinen Titel gegen Arslan

Marco Huck bleibt Box-Weltmeister nach Version der WBO. Im Cruisergewicht siegte er gegen Herausforderer Firat Arslan. Allerdings hatte Huck große Probleme mit seinem 42 Jahre alten Kontrahenten. Nach dem Kampf war die Rede von Betrug.

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Cruisergewichts-Boxer Huck: Titelverteidigung gegen Arslan

Hamburg - Boxprofi Marco Huck hat seine Pflichtaufgabe im Cruisergewicht vor einem möglichen Aufstieg in die höhere Klasse nur mit viel Mühe gemeistert. Der Weltmeister verteidigte seinen Titel nach Version der WBO gegen den starken Herausforderer Firat Arslan mit einem einstimmigen Punktsieg (115:113; 115:113; 117:111) erfolgreich.

Huck, der in seinem 38. Profikampf den 35. Sieg feierte, wurde von der WBO nach seiner zehnten erfolgreichen Titelverteidigung zum Superchampion ernannt. Der frühere WBA-Champion Arslan kassierte in seinem 40. Fight hingegen die sechste Niederlage und verspielte womöglich seine letzte Chance auf einen erneuten Titelgewinn. Aus dem Lager von Arslan wurden nach dem Kampf Betrugsvorwürfe geäußert. Auch der Boxer selbst konnte das Urteil nicht nachvollziehen. "Ich habe gekämpft wie ein Löwe und präziser getroffen", sagte hingegen Huck.

Der 27 Jahre alte Huck, Schützling von Erfolgstrainer Ulli Wegner, hatte schon vor dem Kampf gegen seinen 42 Jahre alten Gegner mit einem erneuten Wechsel in das Schwergewicht kokettiert. Bereits im Februar dieses Jahres hatte er es in der höchsten Klasse des Profiboxens versucht, musste beim Debüt aber eine umstrittene Punktniederlage gegen den Russen Alexander Powetkin hinnehmen.

Huck blutete aus der Nase

In der ersten Runde war Arslan aktiver, Huck boxte abwartend. Wenn er sich mal aus seiner Deckung wagte, landete er Körpertreffer. Auch im zweiten Durchgang zeigte Arslan mehr Initiative. Zwar endeten seine Schläge meist in der Deckung von Huck, eine Schlagserie fand aber den Weg an den Kopf des Gegners - Huck blutete aus der Nase.

In der dritten Runde versuchte Huck mehr Druck auszuüben, scheiterte aber häufig an der Doppeldeckung seines Gegners. Am Ende der dritten Runde dann das erste Zeichen von Huck, aus einer Serie Schläge heraus landete er einige Treffer.

Im vierten Durchgang das gewohnte Bild: Arslan in der Vorwärtsbewegung, Huck im Rückwärtsgang. Wenn sich Huck mal nach vorne wagte, fanden seine Fäuste nur selten den Weg ins Ziel. "Du musst kämpfen heute", sagte sein Trainer Uli Wegener nach der vierten Runde.

Je länger der Kampf dauerte, desto stärker wurde Huck

In Runde fünf kam keiner der beiden Boxer zu wirkungsvollen Treffern. Huck wirkte ein wenig ratlos, wie er den permanent anlaufenden Arslan zurückschlagen sollte. Immer wieder ließ er sich in die Ringseile zurückdrängen. So auch in Runde sechs.

Huck verlegte sich in der Folge immer mehr darauf, Arslan durch Körpertreffer zu schwächen, weil es bei der konsequenten Doppeldeckung von Arslan kaum ein Durchkommen gab. So konnte er den Druck durch seinen Kontrahenten mindern und selbst aktiver vorgehen. Allerdings versäumte er es nachzusetzen, wenn er mal einen Treffer gelandet hatte.

Der Kampf war auch in Runde neun noch völlig offen, konditionell waren beide Boxer sehr gut vorbereitet. Mit zunehmender Kampfdauer konnte Huck seine Schlagserien aber besser durchbringen als Arslan.

Runde elf war eine Angelegenheit von Huck, er bestimmte den Kampf. Es lief alles auf einen Showdown in der letzten Runde hinaus, denn noch immer hatte sich kein Boxer einen entscheidenden Vorteil erarbeitet. Und wieder war es Huck, der mehr Initiative zeigte. Wahrscheinlich waren es die entscheidenden Schläge auf dem Weg zur Titelverteidigung.

jar/sid

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Box-Legenden: Historische Kämpfe

Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.