WM-Kampf gegen Wach: Klitschko feiert klaren Punktsieg

Wladimir Klitschko hat wieder zugeschlagen: Der 36-Jährige besiegte Mariusz Wach deutlich nach Punkten. Klitschko verteidigte damit seine WM-Gürtel der WBO, WBA und IBF. Für den Polen war es die erste Niederlage überhaupt in seiner Karriere.

Klitschkos Sieg über Wach: Erst Promo, dann Punkte Fotos
AFP

Hamburg - Als furchtlos hatte sich Mariusz Wach vor dem Kampf gegen Wladimir Klitschko bezeichnet. Im Ring war davon nur wenig zu sehen. "Dr. Steelhammer" besiegte den Polen im Schwergewichts-Kampf nach Punkten (120:107, 120:107, 119:109) und verteidigte damit seine WM-Gürtel der WBO, WBA und IBF.

"Ich dachte, dass er K.o. geht, er war kurz davor. Aber er hat weitergekämpft", sagte Klitschko, für den es der der erste Kampf nach dem Tod seines langjährigen Trainers Emanuel Steward war. Es war zudem nach den Erfolgen gegen Jean-Marc Mormeck und Tony Thompson der dritte Sieg in diesem Jahr. Insgesamt war es der 59. Sieg im 62. Kampf für den 36-Jährigen, Wach hingegen kassierte seine erste Niederlage im 28. Fight.

Klitschko verzichtete auf ein Abtasten und landete gleich in der ersten Runde mehrere Treffer. Wach agierte sehr defensiv und abwartend. So gewann Klitschko Runde um Runde - bis Wach plötzlich loslegte. In der Schlussphase der fünften Runde überrumpelte der Pole Klitschko mit einem wuchtigen Treffer, der Ukrainer musste in die Seile.

Klitschko legt in Runde acht so richtig los

Die Wende? Nein. Klitschko erholte sich schnell von dem Schock und übernahm wieder die Kontrolle. Auch in der sechsten und siebten Runde landete er einige klare Treffer. "Ich habe gedacht, das Mariusz in der siebten Runde aufgibt. Da war er kurz davor", sagte Klitschko unmittelbar nach dem Kampf.

Doch Wach gab nicht auf und zeigte gute Nehmerqualitäten. In der achten Runde legte Klitschko dann so richtig los und setzte Wach mit diversen harten Treffern zu. Der Pole wankte nur noch durch den Ring, er wirkte benommen und konnte sich kaum mehr wehren.

Anschließend nahm sich der Titelverteidiger etwas zurück, er hatte offenbar eingesehen, dass Wach kaum K.o. zu schlagen ist. Ungefährdet gewann Klitschko auch die restlichen Runden und siegte so deutlich nach Punkten. "Wladimir hat mehr gearbeitet als Wach, der eine gute Ausdauer gezeigt hatte", sagte Vitali Klitschko.

leh/sid/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Gott
politbüro_merkel 11.11.2012
wann geht Klitschko endlich in Rente. Sein eindimensionales Links-Rechts Gehabe im Ring sowas von scheußlich anzuschauen, wie die scheußliche Show vor dem Kampf. Toter Sport. Braucht niemand.
2. Naja...
tornadotom 11.11.2012
Der RTL-Superreporter Ebel hat kurz nach dem Kampf den Fernseh-Koch Tim Mälzer interviewt. Herr Mälzer hat sich womöglich im Spass zur Aussage hinreißen lassen, daß RTL nur die Werbepausen über die Zeit bringen will. Tja, das lasse ich mal einfach so im Raum stehen...
3. Langweilig
a.vomberg 11.11.2012
Klitschko bemüht sich keinen Fehler zu machen, und Wach verteidigt sich. Boxen ohne Aggression. Aber lange genug, um ausreichent Werbung einzuspielen.
4. wie immer
horsteddy 11.11.2012
Wie jeder Kampf eines der Mutanten. Gegner unwürdig und gekauft. Mr. Anabol gewinnt, steht ja alles vorher fest. Traurig, dass der Boxsport zu einem Geldzirkus verkommen ist. In Zukunft ohne mich. Zumal ich Herrn Übel sorry Ebel nicht ertragen kann.
5. Asozial
Early Bird 11.11.2012
Wir (Familie mit 14-jähriger Tochter) haben uns den Fight im TV angesehen. Das Sportliche geht in Ordnung - aber bitte - wer erlaubt es einen vielleicht 4-5 jährigen Bub mit in die Halle zu nehmen und zuzuschauen wie Daddy verprügelt wird...?! Ganz abgesehen von der Lady mit Namen 'Mutter', die den völlig verwirrten Kleinen noch die Hand zum Jubeln führen musste (er hat überhaupt nichts kapiert). Sowas brauchen wir im Boxsport nicht und auch RTL als Masterpartner der Klitschkos sollte hier 1.) entgegenwirken und 2.) ein deutliches Statement abgeben. Tochterherz - selbst glühender Klitschko-Fan - hat es auf den Punkt gebracht. Zwei Aussagen von heute abend: 'Ich glaube, da wär ich nicht gerne live dabei gewesen' und 'was für eine asoziale Tussi schleppt denn so ein kleines Kind da rein'.................... Wow, kleine Lady. Volle Punktzahl. Dem kann ich mich nur anschließen.
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Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.