Boxen: Klitschko will zu Olympia - darf aber nicht

Boxprofi Wladimir Klitschko: Regeln lassen einen Olympia-Start 2016 nicht zu Zur Großansicht
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Boxprofi Wladimir Klitschko: Regeln lassen einen Olympia-Start 2016 nicht zu

Viele Sportler träumen von der Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 - auch Wladimir Klitschko. Der Boxprofi hat angekündigt, in Rio in den Ring steigen zu wollen. Das Vorhaben hat nur einen Haken: Die Regeln verbieten eine Teilnahme des Ukrainers.

Hamburg - Mit großen Worten hat Boxprofi Wladimir Klitschko sein Vorhaben publik gemacht, bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro teilnehmen zu wollen. "Das war ein gemeinsamer Traum von mir und meinem verstorbenen Trainer Emanuel Steward und ich hoffe, dass ich den erfüllen kann", sagte der 37 Jahre alte Schwergewichtler im Trainingslager im österreichischen Going. Dort bereitet er sich auf seine Titelverteidigung am 4. Mai in Mannheim gegen den Deutsch-Italiener Francesco Pianeta vor.

So groß der Traum des Ukrainers auch sein mag - er wird wohl unerfüllt bleiben. Die Regeln der Internationalen Amateur-Boxföderation Aiba besagen nämlich, dass bei Olympischen Spielen nur Profis teilnehmen dürfen, die das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Klitschko aber wird mehr als vier Monate vor den Spielen in Rio 40.

Ein weiteres Ausschlusskriterium: Bei Olympia 2016 darf nur boxen, wer maximal 15 Profi-Kämpfe bestritten hat. Klitschko aber hat bereits 62 Profi-Kämpfe absolviert. Zudem ist die Zahl der Startplätze für die Profis reglementiert. Klitschko müsste also auch noch einen Qualifikationsmodus durchlaufen, so dass er vor den Spielen wohl kaum noch für seine eigene KMG-Promotion boxen dürfte.

Jürgen Kyas, Präsident des Deutsche Boxsport-Verbandes (DBV) und Mitglied in mehreren Aiba-Gremien, glaubt jedoch: "Ich bin mir sicher, dass es für Klitschko Ausnahmeregelungen geben würde." Klitschko hatte 1996 an den Spielen in Atlanta teilgenommen und war damals Olympiasieger im Superschwergewicht geworden. Aktuell ist er Weltmeister der Verbände IBF, WBO, WBA und IBO.

ham/sid/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
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1. Was will er dort?
frank_w._abagnale 17.04.2013
Was will ein Klitschko bei den Olympischen Spielen? Das kann nur monetäre Gründe haben. Mit dem Geist der Olympischen Spiele hat Klitschko sicher nichts am Hut.
2.
Poseri 17.04.2013
Zitat von frank_w._abagnaleWas will ein Klitschko bei den Olympischen Spielen? Das kann nur monetäre Gründe haben. Mit dem Geist der Olympischen Spiele hat Klitschko sicher nichts am Hut.
Monetäre Gründe hat das sicherlich nicht... ein Rumpelkampf gegen irgendeine Graupe bringt ihm mehr als die zweite, dritte oder fünfzehnte Olympiateilnahme.
3. Altersgrenze?
Gerdd 17.04.2013
Im Zeitalter der Rente mit 67 ist das doch wohl überholt, oder? Diskriminierung aus Altersgründen. Beim Reiten gelten solche Restriktionen anscheinend nicht - ich erinnere mich noch daran, wie ein gewisser Josef Neckermann zur "Jugend der Welt" gezählt wurde. Und das Limit von 15 Kämpfen? Soll da etwa das Amateurstatut durch die Hintertür wieder eingeführt werden?
4. Dort gibt es kein...
toralf2010 17.04.2013
... Fallobst wie bei den letzten 50 Kämpfen! Für welches Land wollte er denn starten? Für DE wo die dümmsten Fans wohnen die den Brüdern Säcke mit Geld hinterher tragen? Für die USA wo sie trainieren oder für die Ukraine, die Alibiheimat?y
5.
vivi1337 17.04.2013
Ich werde ihn dort nicht vermissen!
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Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.