WM-Kampf erneut abgesagt Alternder Charr-Gegner will nicht mehr boxen

Manuel Charr wartet seit Ende 2017 auf seinen nächsten Boxkampf. Die Pause wird nun verlängert, weil sein kommender Gegner den Vertrag nicht unterschrieben hat. Wirklich realistisch war der Kampf aber nie.

Manuel Charr
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Manuel Charr


Boxweltmeister Manuel Charr wird vorerst nicht in den Ring zurückkehren. Auch der neu angesetzte WM-Kampf der World Boxing Association (WBA) im Schwergewicht zwischen Charr und dem 45 Jahre alten Fres Oquendo steht vor dem Aus. Oquendo hat offenbar den Kampfvertrag nicht rechtzeitig unterschrieben.

"Ja, wir haben davon erfahren. Es wird wahrscheinlich nicht zum Kampf kommen", sagte Charrs Manager Christian Jäger und bestätigte damit einen Bericht von ESPN. Dort hatte Patrick English, der Anwalt von Charrs Promotion-Agentur, von den Problemen mit Oquendo berichtet. Der Kampf sollte am 23. März oder 6. April in Köln stattfinden.

Warum sich Oquendo bislang geweigert hat, den Vertrag zu unterzeichnen, blieb unklar. Für den US-Amerikaner könnte die Entscheidung Konsequenzen haben. Sein vor einem New Yorker Zivilgericht erstrittenes Recht auf einem WM-Kampf der WBA könnte der Verband nun für nichtig erklären. Box-Experten bezweifelten jedoch früh die wahren Kampfabsichten Oquendos, immerhin hat er seit Juni 2014 keinen Profikampf mehr bestritten.

Für die Charr-Seite geht es darum, die bereits auf einem Konto hinterlegte Kampfbörse zurückzubekommen, um die Suche nach einem neuen Konkurrenten forcieren zu können. "Es wird jetzt in Abstimmung mit allen Beteiligten und dem Weltverband ein neuer Gegner gesucht. Wir hoffen, dass Manuel zeitnah boxen kann", sagte Jäger.

Charr sollte bereits im vergangenen September gegen Oquendo in den Ring steigen. Doch kurz zuvor wurde ihm per Dopingprobe die Einnahme der verbotenen Anabolika Epitrenbolon und Drostanolon nachgewiesen. Wegen Verfahrensfehlern musste die sechsmonatige Sperre gegen den 34-Jährigen allerdings zurückgenommen werden. Die WBA erklärte, dass Charr innerhalb von 60 Tagen gegen Oquendo boxen müsse.

Charr war am 25. November 2017 durch einen einstimmigen Punktsieg in Oberhausen gegen den Russen Alexander Ustinow überraschend Weltmeister geworden. Seitdem stand er nicht mehr im Ring.

krä/sid

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rüpelrudi 20.02.2019
1. das ist doch
alles nur noch Zirkus .Profiboxen in Deutschland ist sowieso wieder dahin zurückgekehrt, wo es schon immer zu Hause war. Im Halb- und Unterweltmilieu. Mit ein paar Jahren Unterbrechung vielleicht, als ein paar Athleten und Trainer präsent waren, die Boxen als Sport und nicht als Präsentierteller für Zuhälter und andere zwielichtige Gestalten verstanden und es somit halbwegs salonfähig machten. Heute prügeln sich hauptsächlich zweit- und drittklassige Leute auf erbärmlichem Niveau vor zumeist gruseligem Publikum.
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