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Boxen: Bezwinger von Chagaev positiv auf Doping getestet

Schwergewichtsboxer Lucas Browne (l.), Ruslan Chagaev Zur Großansicht
AP/dpa

Schwergewichtsboxer Lucas Browne (l.), Ruslan Chagaev

Ruslan Chagaev kann sich wohl bald wieder Box-Weltmeister nennen. Sein Gegner Lucas Browne, der ihm den Titel abnahm, soll das Dopingmittel Clenbuterol genommen haben.

Der australische Profiboxer Lucas Browne ist positiv auf Doping getestet worden. Die Probe wurde nach dem WM-Kampf im Schwergewicht genommen, den Browne gegen Ruslan Chagaev gewann. "Ich habe die Information am Montagabend von der amerikanischen Anti-Doping-Agentur VADA aus Las Vegas erhalten. Bei Browne wurde die Einnahme von Clenbuterol festgestellt", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB).

Clenbuterol ist ein Kälbermastmittel. Obwohl es nicht zu den anabolen Steroiden zählt, wird dem Medikament eine anabole Wirkung zugeschrieben. Neben Kraftsportlern wurden auch Leichtathleten und Radrennfahrer wie Alberto Contador überführt, Clenbuterol zur Leistungssteigerung genommen zu haben.

Der deutsche Verband hatte bei der WM des Weltverbands WBA in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny die Aufsicht geführt. Der Usbeke Chagaev lebt in Hamburg und boxt mit deutscher Lizenz. Gegen Browne hatte der 37-Jährige seinen Titel durch technischen K.o. in der zehnten Runde verloren.

Chagaev könnte Titel zurückbekommen

Der Australier hat jetzt Gelegenheit, die B-Probe öffnen zu lassen. Bei Twitter schrieb Browne, er könne sich den positiven Test nicht erklären und suche rechtlichen Beistand.

"Sollte die B-Probe ebenfalls positiv ausfallen, stellen wir bei der WBA den Antrag, den Kampf zu annullieren und Browne den Titel abzuerkennen", sagte Pütz. Damit wäre Chagaev wieder regulärer Weltmeister der WBA im Schwergewicht. Der Verband führt zudem einen sogenannten Superchampion. Den Titel hält der Brite Tyson Fury seit seinem Sieg über Wladimir Klitschko.

cte/sid

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Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.
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