Nach Sieg gegen Pianeta Tyson Fury bekommt WM-Kampf gegen Deontay Wilder

Nach dem Kampf ist vor dem Kampf: Unmittelbar nach seinem Sieg gegen Francesco Pianeta hat Tyson Fury seinen nächsten Fight angekündigt. Der Ex-Weltmeister fordert WBC-Champion Wilder heraus.

Tyson Fury (l.), Deontay Wilder
Action Images via REUTERS

Tyson Fury (l.), Deontay Wilder


Der selbsternannte "Gypsy King" ist wieder da. Der ehemalige Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury hat sich in Belfast nach Punkten gegen den zweifachen WM-Herausforderer Francesco Pianeta durchgesetzt. Wichtiger als der Sieg war aber die anschließende Ankündigung: Fury wird als nächstes gegen Deontay Wilder um die WBC-Weltmeisterschaft boxen.

Gegen Pianeta zeigte Fury, der im November 2015 überraschend Wladimir Klitschko besiegt hatte, eine solide, aber keine herausragende Leistung. Der 30 Jahre alte Brite schien vor allem in den ersten Runden mit seinem Gegner zu spielen. Er ließ den zehn Zentimeter kleineren und deutlich leichteren Pianeta kommen. Vermutlich weil er wusste, dass ihm der Deutsche nicht wirklich gefährlich werden konnte. Phasenweise zeigte Fury auch den für ihn typischen arroganten Kampfstil mit hängender Deckung.

Tyson Fury (l.), Francesco Pianeta
Action Images via REUTERS

Tyson Fury (l.), Francesco Pianeta

Je länger das Duell dauerte, desto konzentrierter boxte Fury und setzte eine Vielzahl an klaren Treffern. Doch es reichte nicht, um seinen Gegner ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Pianeta war 2013 von Wladimir Klitschko und 2015 vom damals amtierenden WBA-Weltmeister Ruslan Tschagajew schwer ausgeknockt worden und hatte danach auch gegen Kevin Johnson und Petar Milas verloren.

Nach zehn einseitigen, aber unspektakulären Runden wertete Ringrichter Steve Gray 100:90 für Fury. Es war der zweite Sieg des "Gypsy King" nach einer zweieinhalbjährigen Zwangspause. Nachdem er Klitschko besiegt hatte, war Fury komplett abgestürzt und hatte nicht mehr durch sportliche Leistungen, sondern nur noch durch Alkohol- und Drogenexzesse sowie antisemitische und homophobe Aussagen Schlagzeilen gemacht. Nachdem er wegen Kokainkonsums seine Lizenz verloren hatte, gab er seine WM-Titel zurück und machte eine Therapie. Im Juni feierte er bei seinem Comeback einen glanzlosen Sieg gegen Sefer Seferi.

"Meinetwegen können wir sofort loslegen"

Nach dem Sieg gegen Pianeta ließ sich Fury einen WBC-WM-Titel in den Ring reichen, den er dem Publikum präsentierte. Es war eine Kampfansage an den amtierenden WBC-Weltmeister Deontay Wilder, der als Ehrengast in der ersten Reihe saß. Wilder ließ sich nicht lange bitten, stieg zu Fury in den Ring und bestätigte, dass er seinen Titel als nächstes gegen den Briten verteidigen wird.

"Ich bin bereit. Meinetwegen können wir sofort loslegen", sagte Wilder. Fury entgegnete, dass er sehr glücklich sei, wie reibungslos die Verhandlungen mit Wilders Team gelaufen seien. "Ich habe gesagt, ich will den Kampf. Er hat gesagt, er will den Kampf. Wir haben einen Vertrag unterschrieben. Es kann losgehen", so Fury.

Sowohl Fury als auch Wilder hatten in den vergangenen Monaten mehrfach den britischen IBF-, WBA- und WBO-Weltmeister Anthony Joshua herausgefordert, sich aber nicht mit Joshuas Team einigen können. "Ich werde den Namen nicht sagen, aber wir wissen alle, dass es da noch jemanden gibt, der sich vor Angst in die Hose macht, wenn er unsere Namen hört", sagte Fury in Richtung Joshua. Der Sieger aus dem WM-Duell zwischen Fury und Wilder könnte es im Anschluss wirklich in einem Titelvereinigungskampf mit "AJ" zu tun bekommen.

mmm



insgesamt 3 Beiträge
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vliege 19.08.2018
1. Das Boxen ist Tod
zumindest im Schwergewicht und das seit über 10 Jahren. Die Klitschkos waren noch die halbwegs bekannten aber boxerisch unspektakulären Zugpferde. Die Boxer hinter AJ, wie etwa Fury sind mMn bessere Kirmesboxer und fallen eher durch Eskapaden und Skandale neben dem Ring auf. Joshua wird lange Weltmeister bleiben, da es wie bei den Klitschkos keine wirkliche Konkurrenz gibt. Besonders aus den USA kommt nichts mehr nach. Die UFC bzw. das MMA hat dem Boxen längst den Rang abgelaufen. Eine neue Ära Tyson, Holyfield, Lewis, Bowe, Mavrovi?, Morrison wird es nicht mehr geben.
roflxd 19.08.2018
2.
Zitat von vliegezumindest im Schwergewicht und das seit über 10 Jahren. Die Klitschkos waren noch die halbwegs bekannten aber boxerisch unspektakulären Zugpferde. Die Boxer hinter AJ, wie etwa Fury sind mMn bessere Kirmesboxer und fallen eher durch Eskapaden und Skandale neben dem Ring auf. Joshua wird lange Weltmeister bleiben, da es wie bei den Klitschkos keine wirkliche Konkurrenz gibt. Besonders aus den USA kommt nichts mehr nach. Die UFC bzw. das MMA hat dem Boxen längst den Rang abgelaufen. Eine neue Ära Tyson, Holyfield, Lewis, Bowe, Mavrovi?, Morrison wird es nicht mehr geben.
Kleine Info: Der "Kirmesboxer" Fury hat den Kampf gegen Klitschko EINDEUTIG gewonnen. Ich wäre auch gerne ein "Kirmesboxer", wenn das bedeutet, dass ich den langjährigen Weltmeister im Schwergewicht dominiere.
nico211 19.08.2018
3. Wilder ist also ein Kirmesboxer?
Hat er die 40 KOs schon geknackt? Gegen Fury sah Wladimir Klitschko aus, wie ein Rentner, der zum ersten Mal boxt.. wäre schön, wenn alle si h nur äußern würden, wenn Sie den Hauch einer Ahnung hätten..
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