Boxen: K.o. in Runde vier - Klitschko gewinnt gegen Charr

Vier Runden hat Manuel Charr durchgehalten, dann verlor der große Außenseiter gegen Vitali Klitschko durch Technischen K.o. - eine stark blutende Wunde am Auge stoppte den Deutschen. Klitschko hatte den Kampf bei seiner Titelverteidigung in Moskau zuvor nach Belieben dominiert.

WBC-Champion Vitali Klitschko: Cut stoppt Charr in Runde vier Fotos
AP

Hamburg - Der "Koloss von Köln" hat Vitali Klitschko nicht lange standgehalten. Der Ukrainer gewann durch einen Technischen K.o. in der vierten Runde gegen den großen Außenseiter Manuel Charr. Der 27 Jahre alte Deutsche hatte dem WBC-Titelverteidiger Klitschko in Moskau nichts entgegenzusetzen. Der ältere der beiden Box-Brüder hat damit 45 von 47 Profikämpfen gewonnen und den WM-Titel des Weltverbandes WBC zum neunten Mal in Serie verteidigt.

Klitschko verfolgte das Geschehen im Ring des SC Olimpiyski eher interessiert denn beeindruckt von den ersten Angriffen seines Gegenübers. Lässig, meist ohne Deckung, trieb der Ukrainer seinen Herausforderer durch den Ring und konterte jede Attacke.

"Ich will mit ihm spielen", hatte Klitschko vor dem Kampf angekündigt - und machte seine Drohung wahr. Zum Ende der zweiten Runde ging Charr nach einen Kopftreffer erstmals zu Boden und wurde angezählt.

In Runde vier landete Charr erstmals Treffer an Klitschkos Kopf, kurz darauf musste der Kampf unterbrochen werden: Der Deutsche wurde wegen einer stark blutenden Wunde am Auge vom Ringarzt behandelt. Der italienische Ringrichter Guido Cavalleri brach kurz darauf trotz heftiger Proteste des enttäuschten Charrs ab.

Nach dem Urteil legte Charrs Team Protest ein - der Herausforderer sei zur Untersuchung in die falsche Ecke gebracht worden, zudem sei der Cut leicht zu schließen gewesen.

luk

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Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.