Skandal bei Olympia Boxverband suspendiert 36 Punkt- und Ringrichter

Bei den Olympischen Spielen erhoben mehrere Boxer schwere Korruptionsvorwürfe. Nun hat der Weltverband Aiba reagiert - und sämtliche Offizielle suspendiert, die in Rio im Einsatz waren.

Irischer Boxer Michael John Conlan (l.)
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Irischer Boxer Michael John Conlan (l.)


Der internationale Amateurbox-Weltverband Aiba hat nach der Kritik an den Punkt- und Ringrichtern bei den Olympischen Spielen in Rio sämtliche 36 Offizielle suspendiert, die in Rio eingesetzt worden waren. Die Sperre gilt für die Zeit der laufenden Untersuchung.

Mehrere Boxer hatten sich in Rio nach ihren Niederlagen über die Urteile beschwert. Für Aufsehen sorgte insbesondere der Fall Michael John Conlan. Der irische Boxer war nach einer umstrittenen Punktniederlage gegen den Russen Wladimir Nikitin ausgeschieden - und erhob anschließend schwere Vorwürfe. "Die Aiba ist eine Bande von Betrügern", sagte der 24-Jährige. "Das sind korrupte Bastarde, das läuft alles mit Bezahlung."

Boxer Conlan nach der Niederlage gegen Nikitin
Getty Images

Boxer Conlan nach der Niederlage gegen Nikitin

Die Aiba wies damals jegliche Korruptionsvorwürfe von sich, leitete aber Untersuchungen ein und suspendierte schon vor Ort einige Offizielle. Nun folgte eine weitere Maßnahme.

"Rio war ein Wendepunkt für die Aiba. Boxen stand bei Olympia aus guten Gründen im Rampenlicht, gelegentlich aber auch aus den falschen Gründen", sagte Verbandspräsident Wu Ching-Kuo.

Am umstrittenen "Ten-Point-Must-System", bei dem drei Punktrichter jede Runde unabhängig voneinander bewerten, wolle man aber festhalten, das System habe sich ausgezahlt, so Wu. In Zukunft soll das Punkten aber noch transparenter werden.

Die Wertungsart war kritisiert worden, weil die Punktrichter neben der Schlaganzahl und -härte auch vermehrt weiche Faktoren wie Dominanz, Wettbewerbsfähigkeit, Überlegenheit in Technik und Taktik sowie Einhaltung der Regeln in ihr Urteil einfließen lassen sollten. Die subjektiven Einschätzungen würden Manipulationen ermöglichen.

mon/sid

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insgesamt 5 Beiträge
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larry_lustig 06.10.2016
1. Amateur-Boxen will aufräumen
war das nicht nach 1988 Seol schon so... oder so oft seit dem.....ich will da nicht dran glauben
prince62 06.10.2016
2. Besser gleich den ganzen Verband einstampfen
Nun da es offenkundig lauter unfähige, bzw. korrupte Offizielle waren und sind, wäre es dann nicht logisch den ganzen Verband offiziell aufzulösen? Denn offenbar sind Unfähigkeit und Korruption im Verband vollständig integriert gewesen, also absolut systemimanent. Im übrigen ist Boxen absolut kein Sport, sondern schwere, bzw. grob fahrlässige Körperverletzung, die juristisch dementsprechend zu ahnden ist.
loelik 07.10.2016
3. Subjektivität pur
Persönliche Meinung ist immer subjektiv. Daher die Richter auszutauschen bringt wahrscheinlich auch Nichts. Wenn ein Sportler, so wie der oben genannte Boxer aus Irland, der sich selbst super findet, wieder verliert, wird wieder der Richter schuld sein.
fallingumbrellajumper 07.10.2016
4. Ist doch ne ehrliche Aussage...
...."das Punktesystem hat sich ausgezahlt"..... na dann ist doch Alles klar!
Alamaise 07.10.2016
5. Aber an der Medaillenverteilung....
...ändert sich nichts? Wie kann das sein?
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