Klitschko-Sieg gegen Wach: "Ein Rätsel, dass er nicht umgefallen ist"

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Er bekam einen Schlag nach dem anderen, immer wieder, Runde für Runde. Doch Mariusz Wach ging einfach nicht K.o. Der Pole war gegen Wladimir Klitschko zwar chancenlos, bewies aber herausragende Nehmerqualitäten. Nach dem WM-Kampf flossen die Tränen.

AFP

Mariusz Wach hatte einfach keine Kraft mehr in den Armen. Schlaff hingen diese an dem 2,02-Meter-Riesen herab. Seine zierliche Verlobte Marta kletterte in den Boxring und musste sich selbst einen der gewaltigen Arme des Polen um die Schultern legen, so erschöpft war Wach nach seinem Weltmeisterschaftskampf im Schwergewicht.

Zwölf Runden lang hatte er alles gegeben gegen Wladimir Klitschko. Hatte angegriffen, war ausgewichen, vor allem aber hatte Wach einen Schlag nach dem anderen eingesteckt, reihenweise landeten Wirkungstreffer an seinen Kopf. Doch Wach ging einfach nicht K.o.

"Das war unglaublich. Ein Rätsel, dass er nicht umgefallen ist", sagte Klitschko, der seine WM-Gürtel nach Version WBO, WBA und IBF erfolgreich verteidigte, später bei der Pressekonferenz. Selten zuvor hatte sich der 36-Jährige einen letztlich deutlichen Punktsieg (120:107, 120:107, 119:109) so hart erarbeiten müssen wie vor den 15.000 Zuschauern in der Hamburger Arena.

Einem Gegner mit den Qualitäten Wachs hatte der jüngere der beiden Klitschko-Brüder seit langer Zeit nicht mehr gegenübergestanden. "Seit meinem Kampf gegen Samuel Peter im Jahr 2005 habe ich so etwas nicht mehr erlebt", sagte Klitschko über Wachs Nehmerqualitäten. Noch im Ring hatte er seinem Herausforderer Respekt gezollt: "Ich dachte, er geht K.o., aber ist ein Wikinger", sagte Klitschko auf den Kampfnamen Wachs anspielend. Er habe die harten Treffer deutlich in seinen Handschuhen gespürt, so Klitschko.

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Klitschkos Sieg über Wach: Erst Promo, dann Punkte
Dass ihm zum ersten Mal in seiner Profikarriere ein Mann gegenüberstand, der größer ist als er selbst, bereitete dem 1,98 Meter großen Klitschko kaum Probleme. Kein Wunder, machte sich Wach doch klein, lief geduckt durch den Ring und bot Klitschko so immer wieder die Chance, Treffer am Kopf zu landen. Auch seine Spannweite von 2,08 Metern wusste Wach nicht optimal einzusetzen. Er konnte sich Klitschko einfach nicht vom Leib halten.

"Das war nicht mein Tag heute", sagte Wach, "Klitschko war in allen Belangen gut. Bei mir aber hat etwas gefehlt." Selbstkritisch zeigte sich der 32-Jährige nach dem Kampf - aber auch dankbar für die Chance, sein Können vor einem Millionenpublikum zu beweisen. "Das war eine ganz neue Erfahrung", sagte Wach und brach nach einem Lob von seinem Trainer sogar in Tränen aus.

Im Ring hingegen hatte sich der Pole von seiner tapfersten Seite gezeigt. Ab der ersten Runde setzte ihm Klitschko heftig zu, ein K.o. in den ersten Runden schien sich anzubahnen. Klitschko hatte sich vorgenommen, nicht über die komplette Distanz von zwölf Runden gehen zu müssen. Und er verfolgte seinen Plan zielstrebig, Treffer auf Treffer landete zu Beginn an Wachs Kopf, vor allem mit der Führhand hatte Klitschko Erfolg. "Ich wusste, dass seine Linke stark ist", sagte Wach, "aber dass sie so stark ist, damit hatte ich nicht gerechnet."

Wach in Runde fünf kurzzeitig in der Offensive

Stark gezeichnet überstand Wach die ersten Angriffswellen. Aber auch Klitschko musste dem Tempo der ersten Runde Tribut zollen, seine Kräfte schwanden. Wie schnell ein Schwergewichtskampf kippen kann, zeigten beide Boxer in Runde fünf. Plötzlich war es Wach, der kurzzeitig dominierte, Klitschko in die Seile drängte und mit Schlägen eindeckte. "Da dachte ich kurz: 'Jetzt habe ich ihn.' Aber dann kam der Gong. Von solchen Aktionen hatte ich zu wenig", sagte Wach später.

Klitschko erholte sich gut, blieb bis zum Ende der Dominierende. Er wollte den K.o., gab er später zu: "Ich bin etwas unzufrieden, dass es damit nicht geklappt hat." Am dichtesten dran war er in Runde acht, "da hätte ich gedacht, er fällt". Doch Wach fiel nicht.

"Ich habe die Schläge gar nicht mehr gespürt", sagte der Unterlegene. Vielmehr habe er die ganze Zeit gehofft, dass sein Trainer nicht auf die Idee kommt, das Handtuch zu werfen. Wach wollte sich nicht in die Reihe der No-Names einreihen, die chancenlos Prügel von den Klitschkos kassierten und fast wehrlos deren Bilanz aufbesserten.

Als der Kampf in die letzten Runden ging, war Klitschko zu entkräftet, um eine vorzeitige Entscheidung zu erzwingen. "Man muss lernen, auch müde zu kämpfen", so der Ukrainer, der nach dem Tod seines Trainer Emanuel Steward von Johnathon Banks gecoacht wurde.

Wach wusste in der zweiten Kampfhälfte längst, dass er nach Punkten deutlich zurücklag. Die Hoffnung auf einen Volltreffer hatte er dennoch nie aufgegeben: "Jeder Boxer denkt immer an seine Chance, den Gegner noch zu erwischen. Aber ich war heute einfach langsamer als Klitschko."

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1. Einfluß der Werbepausen
MiniDragon 11.11.2012
Zitat von sysoppicture alliance / dpaEr bekam einen Schlag nach dem anderen, immer wieder, Runde für Runde. Doch Mariusz Wach ging einfach nicht K.o. Der Pole war gegen Wladimir Klitschko zwar chancenlos, bewies aber herausragende Nehmerqualitäten. Nach dem WM-Kampf flossen die Tränen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/boxen-wladimir-klitschko-gewinnt-nach-punkten-gegen-mariusz-wach-a-866525.html
Dieses Spektakel wurde auf RTL übertragen. Kein Wunder, dass es über 12 Runden ging , denn RTL konnte damit zwischen den Runden noch etwas mehr Werbung einstreuen. Leid getan hat mir der kleine Sohn von Mariusz Wach, der aus nächster Nähe mit ansehen mußte, wie sein Vater von Dr. Klitschko verdroschen wurde. Dass der immer nur auf den Kopf seines Kollegen zielte, hing wohl irgendwie damit zusammenhängen , dass der ein ganz besonders markantes Kinn hat.
2. Jämmerlich
Tatsächlich 11.11.2012
Zitat von sysoppicture alliance / dpaEr bekam einen Schlag nach dem anderen, immer wieder, Runde für Runde. Doch Mariusz Wach ging einfach nicht K.o. Der Pole war gegen Wladimir Klitschko zwar chancenlos, bewies aber herausragende Nehmerqualitäten. Nach dem WM-Kampf flossen die Tränen. http://www.spiegel.de/sport/sonst/boxen-wladimir-klitschko-gewinnt-nach-punkten-gegen-mariusz-wach-a-866525.html
Sowas Dilettantisches bekommt Hunderttausende von Euros? Keine Computer-Analysemöglichkeiten im Jahre 2012? Höchst jämmerlich, weiter nichts.
3.
George_Kaplan 11.11.2012
Zitat von MiniDragonDieses Spektakel wurde auf RTL übertragen. Kein Wunder, dass es über 12 Runden ging , denn RTL konnte damit zwischen den Runden noch etwas mehr Werbung einstreuen. Leid getan hat mir der kleine Sohn von Mariusz Wach, der aus nächster Nähe mit ansehen mußte, wie sein Vater von Dr. Klitschko verdroschen wurde. Dass der immer nur auf den Kopf seines Kollegen zielte, hing wohl irgendwie damit zusammenhängen , dass der ein ganz besonders markantes Kinn hat.
Wollte mir eigentlich keinen Boxkampf mehr ansehen. Da ich aber nichts besseres vor hatte habe ich mal reingesehen. Gibt es denn wirklich keine ernstzunehmenden Gegner mehr? Die Schleichwerbung für das "Rocky"-Musical fand ich etwas störend aber ansonsten dennoch ein interessanter Kampf mit einem schwachen Gegner der aber echte Nehmerqualitäten bewies. Für die Zuschaue in der Halle auf jeden Fall gut dass der Kampf über die volle Distanz ging. Deshalb habe ich den livestream auf rtl.de vorgezogen. Hier wurden keine Werbespots eingeblendet und man konnte in den Pausen die Verantwortlichen in den Ringecken zusehen.
4. Chancenlos
tinosaurus 11.11.2012
Da war Wach einfach nicht wach genug. Für Klitschko wird es langsam langweilig. Ernsthafte Schwierigkeiten vermochte ihm lediglich Sanders bereiten, der ja zuvor seinen Bruder auf die Bretter schickte.
5. optional
gekko01970 11.11.2012
Wir reden von Profiboxen. Ja, Klitschkos sind schnell und haben technisch ein bisschen was drauf, aber das sollte bei der Weltspitze des "Profiboxen" auch so sein. Wach hatte gute Nehmerqualitäten. Hallo, wir reden von Profiboxen. War das die Leistung eines Profis? Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass es auf der ganzen Welt keinen Boxer mit der entsprechenden Größe und dem entsprechenden Biss gibt. Oder haben sich die Zeiten so geändert und diese gehen gleich zu den MMAs?
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Box-Legenden: Historische Kämpfe

Box-Glossar
Beim Boxen ist die Stellung der Kämpfer ausschlaggebend, dazu kommen in der Regel drei verschiedene Schlag-Varianten zum Einsatz. Diese werden untereinander beliebig zu sogenannten Schlag-Kombinationen zusammengefügt. Ebenfalls ein probates Mittel ist das Klammern, um sich aus ungünstigen Situationen zu befreien.

  • Auslage: Unter der Auslage eines Boxers versteht man die Stellung und Richtung zum Gegner. Die Kämpfer stehen dabei einander nicht frontal, sondern versetzt gegenüber, wobei diejenige Hand, die dem Gegner näher ist, als Führhand, die hinten liegende Hand als Schlaghand bezeichnet wird. Da die meisten Menschen Rechtshänder sind, gilt die Linksauslage als normal und wird meistens Normalauslage genannt. Bei ihnen stehen linkes Bein und linke Hand näher zum Gegner - in der Rechtsauslage entsprechend andersherum.

    Jab: Eine abrupt geschlagene Gerade mit der Führhand. Der Schlag hat zumeist den Kopf zum Ziel. Der Jab zählt dabei nicht zu den stärksten Schlägen, nur selten geht ein Boxer nach einem einzelnen Jab zu Boden.

    Cross: Eine Gerade, die mit der Schlaghand geschlagen wird. Die Schlaghand wird vom Kinn auf einer geraden Linie ins Ziel geführt. Die Führhand wird dabei zurückgenommen, um das Kinn zu schützen. Der Cross ist ein sogenannter Powerpunch.

Haken: Ein Schlag, bei dem zwischen Kopf- und Körperhaken unterschieden wird. Zum Einsatz kommt der Haken beim Boxen in der Halbdistanz. Der Schlag eignet sich vor allem als K.o.-Schlag, da er zumeist von der Seite kommt und so durch die Deckung des Gegners geht.

Klammern: Eine taktische Maßnahme, um sich eine Pause zu verschaffen oder sich aus einer ungünstigen Position zum Gegner zu befreien. Der Ringrichter muss die Kontrahenten aus der Klammerung trennen, so dass eine neue Kampf-Situation entsteht. Klammern stellt einen Regelverstoß dar, der aber aufgrund der Häufigkeit oft geduldet wird. Ab einem gewissen Grad wird das Vergehen jedoch mit Verwarnungen und damit mit Punktabzügen bestraft.
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